Penaltywahnsinn in Cronenberg

Penaltywahnsinn in Cronenberg

Rollhockey: Nach einem unfassbar spannenden Finale wird die U20 des RSC Cronenberg zum zweiten Mal in Folge Deutscher Meister.

Bei den Herren muss der ehemalige Seriensieger im Rollhockey RSC Cronenberg seit sechs Jahren auf den nächsten nationalen Meistertitel warten, doch die erfolgreiche Jugendarbeit macht Hoffnung darauf, dass sich das in absehbarer Zeit auch wieder ändern kann. Die U20 des RSC, die älteste Jugendmannschaft also, sicherte sich am Wochenende zum zweiten Mal in Folge den Deutschen Meistertitel. In einem hochdramatischen Finale erst nach dem siebten Penalty mit 7:6 (3:3, 4:4).

Mit Torwart Leon Geisler und Nico Morovic haben zwei der Stützen der U20 auch schon im Bundesliga-Team Fuß gefasst und waren auch im Finale die entscheidenden Protagonisten. Bereits im zweiten Spiel der Meisterschaft trafen die beiden Wuppertaler Teilnehmer — Gastgeber RSC Cronenberg und der SC Moskitos — aufeinander. Niko Morovic brachte den RSC in Führung, doch die Moskitos glichen durch Yolanda Kahmann, eins von zwei Mädchen im nur aus jungen Bundesliga-Spielern bestehenden Team, postwendend aus, so dass es nur zu einer knappen 2:1-Führung für die Gastgeber reichte. Im zweiten Spielabschnitt dominierte der RSC dann aber und baute die Führung bis zum 9:1-Endstand aus. Im zweiten Gruppenspiel besiegte das Team von Jordi Molet den RSC Darmstadt mit 4:1, so dass der Einzug ins Halbfinale gesichert war. Der Gegner dort war am Sonntagmorgen der Ostdeutsche Meister SG Chemnitz/Gera. Einen Schrecken bekamen die Cronenberger Fans als die SG früh in Führung ging und der RSC ein Teamfoul nach dem anderen sammelte. Doch Mats Trimborn drehte mit zwei herrlichen Treffern den Spieß herum. Großen Anteil am 4:2-Sieg hatte Keeper Leon Geisler, der unter anderem nicht nur zwei Penaltys abwehrte.

Zunächst durften sich dann die Moskitos ihren Achtungserfolg holen. Im Spiel um Platz fünf besiegte die Mannschaft von Trainer Peter Spieker den HSV Krefeld mit 4:0. Nik Brimann (2), Jörn Spiecker und David Stöckmann erzielten die Tore.

Im unfassbar spannenden Finale erreichte die Stimmung in der Halle ihren Höhepunkt. Es schien alles nach Plan zu laufen, als sich Mats Trimborn nach neun Minuten am zweiten Pfosten davonschlich und eine harte Hereingabe volley in die Maschen setzte. Doch hatte sich Darmstadt besser auf die Cronenberger eingestellt, wirkte im vierten Spiel in zwei Tagen etwas bissiger. Jedenfalls bekam Cronenbergs Keeper Leon Geisler nun mehr zu tun, als ihm lieb sein konnte. Vieles parierte er, bis ihn Nils Koch nach 13 Minuten im Nachschuss zum 1:1 bezwang. Es blieb also eng — bis Nico Morovic einen Abpraller von Mats Trimborn zum 2:1 verwertete (31.). Doch auch das war längst nicht die Entscheidung, denn Darmstadts Nils Koch verwertete einen Alleingang energisch zum 2:2. Was für ein Pech, als Leon Geisler zwei Minuten vor Schluss ein eigentlich harmloser Schlenzer aus dem Halbfeld durch die Beine rutschte. Doch auch Cronenberg zeigte Moral. Ein Schlenzer von Nico Morovic in den Winkel sorgte eine Minute vor Schluss für den erneuten Ausgleich. Verlängerung!

Und da bewies Niko Morovic seine ganze Klasse im Abschluss. Von der linken Seite zog er aufs Tor zu und hob den Ball unter die Latte. Die restlichen drei Minuten schien der RSC mit ganz viel Kampf und Herz schon überstanden zu haben, doch neun Sekunden vor dem Ende gelang Darmstadt durch Paul Kuntz doch noch der Ausgleich. Das Penaltyschießen musste die Entscheidung bringen und auch das wurde ein echtes Drama, von den ersten fünf Schützen überwand jeweils nur einer — auf Cronenberger Seite Friedemann Dvorak — den gegnerischen Keeper. Danach trafen Morovic und Koch — und erneut Morovic, der zum dritten Mal antreten durfte. Als danach Leon Geisler den siebten Darmstädter Penalty entschärfte, kannte der Jubel keine Grenzen.