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Oberliga: Teradas spätes Siegtor trifft den Cronenberger SC ins Herz

Fußball-Oberliga : Teradas Siegtor trifft CSC ins Herz

Beim 2:3 (0:2) haben die Cronenberger Tabellenführer Straelen am Rand einer Niederlage. Marvin Mühlhause beschenkt sich bei seinem letzten CSC-Heimspiel selbst.

Dass der Fußball in den seltensten Fällen gerecht ist, hat Oberligist Cronenberger SC am Sonntag erneut auf brutale Art und Weise zu spüren bekommen. Gegen Liga-Primus SV Straelen verlor der CSC in seinem letzten Heimspiel des Jahres mit 2:3 (0:2) - Shun Terada erzielte den Siegtreffer für die Gäste in der 96.Minute, nachdem ein fulminant aufspielender CSC zuvor einen 0:2-Rückstand egalisiert hatte.

Man hätte wohl eine auf den Boden fallende Nadel hören können, so still war es unmittelbar nach dem Schlusspfiff auf dem Horst-Neuhoff-Sportplatz. Warum der CSC die Partie noch verloren hatte, wusste auch Straelens Trainerin Inka Grings nicht: „Ein Riesenkompliment an Cronenberg, die es nach der Pause fantastisch gemacht haben. Sie hätten das Spiel gewinnen müssen“, meinte die ehemalige deutsche Nationalspielerin.

Einige Zuschauer hatten vor Spielbeginn mit der Verabschiedung von CSC-Mittelfeldspieler Marvin Mühlhause und dem langjährigen Teambetreuer Giuseppe de Marco gerechnet. Diese blieb aus, und doch schrieb Mühlhause bei seinem letzten Auftritt an der Hauptstraße seine ganz eigene Geschichte und riss die vom Regen durchnässten Zuschauer nach der Pause mit. Das 1:2 von Mehmet Tunc (63.) bereitete er mit butterweicher Flanke vor, das 2:2 (79.) erzielte er in klassischer Mühlhause-Manier aus der Distanz. Kein Wunder, dass seine Mannschaftskollegen den 28-jährigen nach seinem Treffer unter sich begruben. Doch ein Happy-End blieb aus, weil der ansonsten unsichtbar agierende Shun Terada plözlich an richtiger Stelle stand und den CSC mit der letzen Aktion ins Tal der Tränen stürzte. „Ich hätte nach dem Spiel weinen können. Das war so eine Mischung aus letztem Auftritt und dieser bitteren wie unverdienten Niederlage“, meinte der geknickte Mühlhause.

CSC kommt wie verwandelt aus der Kabine, Grings zollt Respekt

Er und seine Mannschaft liefen im ersten Durchgang meist hinterher, der 0:2-Pausenrückstand war folgerichtig. Zwar war Straelen mit nur 13 Feldspielern angereist, doch von halber Kraft konnte keine Rede sein. 16 Siege aus 17 Partien sprachen zu diesem Zeitpunkt eine deutliche Sprache, Trainerin Inka Grings feuerte ihre Mannschaft von der Seitenlinie aus unentwegt lautstark an. Die Gegentreffer hatte sich der CSC aber selbst zuzuschreiben: Beim 0:1 verloren die Gastgeber die Kugel im Spielaufbau, den nach einem Foul fälligen Foulelfmeter verwandelte Gökan Lekesiz sicher (21.).  Beim 0:2 machte Torhüter Damir Ivosevic ausnahmsweise nicht die beste Figur.

Bei strömenden Regen hatte niemand mehr einen Pfifferling auf den CSC gesetzt,  doch wie verwandelt kam der Aufsteiger aus der Kabine und war fortan mindestens ebenbürtig. Mit viel Herz, aber auch konstruktiven Angriffen über die starken Angelos Pavlidis, Timo Leber, Mehmet Tunc und Co. brachte der CSC Straelen in Verlegenheit und Inka Grings auf die Palme. „So hätten wir uns hier nicht präsentieren dürfen, da gibt es jede Menge Redebedarf“, meinte Grings. Sie und Ihre Mannschaft konnten sich beim glänzend aufgelegten Keeper Daniel Szcepankiewicz bedanken, der einige Cronenberger Chancen vereitelte, unter anderem auch einen Freistoß von Marvin Mühlhause.

Der sagt nach dreieinhalb Jahren „Adieu“ und schließt sich im neuen Jahr Bezirksligist SSV Germania an. „Ich habe mich hier immer sehr wohl gefühlt. Spieler, das Team drumherum und die Zuschauer werden mir fehlen“, versicherte er. Verabschiedet werden er und de Marco nun auf der CSC-Weihnachtsfeier am kommenden Samstag, die nach der Partie bei den Sportfreunden Baumberg (16 Uhr) stattfindet.

(mkp)