Nichts zu holen für WSV am Tivoli

Nichts zu holen für WSV am Tivoli

Fußball-Regionalliga: Beim 4:1-Erfolg ist Aachen in einem guten Spiel offensiv einfach gefährlicher.

Wuppertal. 5:1 - 0:4 - 3:0 und jetzt 1:4! Der WSV setzt seine spektakuläre Achterbahnfahrt der vergangenen Wochen fort. Am Aachener Tivoli, wo sie in der Vorsaison mit 0:1 verloren hatten, setzte es für die Wuppertaler am Sonntag in einem insgesamt sehr ansehnlichen Regionalligaspiel vor 5500 Zuschauern im Stadion und 100 000en Fernsehzuschauern bei Sport1 die zweite Saison-Niederlage.

Von Werbung für den Regionalliga-Fußball sprachen die wie so oft überschwänglichen TV-Kommentatoren, konnten allerdings bei den Gastgebern in der Tat mehr Belege dafür entdecken. Ein früher Treffer durch Tobias Mohr und ein Sonntagsschuss Marke Tor des Monats aus 40 Metern durch Tobias Lippold kurz vor dem Wechsel brachten die Alemannia gegen den optisch vielfach gleichwertigen WSV auf die Siegerstraße. Praktisch mit dem Halbzeitpfiff hätten die Schwarz-Gelben sogar schon alles klarmachen können, brachten aber das Kunststück fertig, mit drei Mann frei auf WSV-Torwart Wickl zustürmend, den Schützen noch ins Abseits zu stellen.

Die Quittung gab es gleich nach der Pause. Als die Wuppertaler nach einem von Gaetano Manno klasse vorbereiteten und von Gino Windmüller (schon sein viertes Saisontor) cool abgeschlossenen Angriff den Anschlusstreffer erzielten, sah es kurzzeitig so aus, als könnten die von fast 1000 Fans begleiteten Wuppertaler die Partie noch drehen.

Doch dann schlug Aachen dank der größeren Klasse seiner Angreifer zurück. Mergim Feyzullahu und Junior Torunarigha hießen die Protagonisten. Beim 3:1 nach einer Stunde verwertete Torunarigha einen langen Ball im Strafraum und ließ dabei die WSV-Innenverteidigung inklusive Torwart Wickl alt aussehen. Zuvor hatte Fejzullahu gegen den zum Glück mit nach hinten sprintenden Windmüller noch knapp verpasst.

Der WSV gab sich noch nicht geschlagen. Trainer Stefan Vollmerhausen wechselte mit Enzo Wirtz und dem Ex-Aachener Dennis Dowidat offensiv und löste spätestens jetzt die Fünferkette auf, die am Mittwoch gegen Viktoria Köln noch so gut funktioniert hatte. Aber die Aktionen blieben zu wenig zwingend. Einen personellen Rückschlag hatte der WSV schon hinnehmen müssen, als sich Silvio Pagano, der wie immer die rechte Seite sehr engagiert beackerte, kurz nach dem Anschlusstreffer bei einer Offensivaktion eine Oberschenkelverletzung zuzog und raus musste.

Bei dem 3:1-Zwischenstand konnte sich Aachen nun natürlich wieder gut stellen und machte nach 85 Minuten alles klar. Klasse wie Torunarigha am Elfmeterpunkt gegen Tristan Duschke den Ball abschirmte und aus der Drehung schoss. Wickl konnte nur noch nach vorne abwehren, wo Meik Kühnel vollstreckte.

„Der Sieg war auch in der Höhe verdient“, erkannte WSV-Trainer Stefan Vollmerhausen anschließend an und ergänzte: „Wir wussten, dass das heute ein körperlich schwieriges Spiel für uns wird. Wenn man dann so früh den ersten Gegentreffer kassiert, wird es schwer. Ich hatte eigentlich das Gefühl, dass wir gut ins Spiel gekommen sind.“

Neben Pagano muss der WSV vor dem nächsten Heimspiel gegen Oberhausen noch um einen weiteren Spieler bangen. Kevin Hagemann spielte zwar weiter, nachdem ihm kurz vor der Pause bei einem Sturz kurzzeitig die Schulter aus dem Gelenk gesprungen war, Mannschaftsarzt Tim Heintz mutmaßte aber nach dem Spiel, dass Hagemann zunächst einmal ausfallen könnte. Genauere Untersuchung folgen.

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