Neues Schwimm-Format auf dem Johannisberg

Schwimmen : Star-Parade in der Schwimmoper

Opera Classics sollen sich etablieren. Bei der Premiere am Wochenende ist auch Marco Koch dabei.

Zuletzt im November 2015 war die Schwimmoper Austragungsort der Deutschen Kurzbahnmeisterschaften (DKM). Die finden seitdem in Berlin statt, doch Wuppertal mit der Stimmung dieses in Deutschland einmaligen Bades, hat in der Szene in den sechs Jahren, in denen die DKM dort beheimatet waren, Eindruck hinterlassen. So soll die Arena auf dem Johannisberg nun wieder Schauplatz einer überregional bedeutenden Veranstaltung werden. Am kommenden Wochenende steigen dort die ersten Smit Sport Opera Swim Classics. Und unter anderem mit dem besten deutschen Brustschwimmer, Marco Koch, der früheren Europameisterin Jenny Mensing, dem Essener Damian Wierling oder auch der niederländischen Staffeleuropameisterin Reva Foos haben sich dort eine ganze Reihe nationaler und internationaler Stars angesagt.

Preisgelder geben dem Wettkampf zusätzlichen Reiz

„Das hat schon den Charme einer Deutschen Meisterschaft“, verspricht Simone Osygus, Geschäftsführerin der Schwimmabteilung des SV Bayer, viel Klasse und dazu einige ganz neue Formate für die dreitägige Veranstaltung von kommendem Freitag bis Sonntag. Die Internetplattform Swimsport-Media und der bekannte Wiesbadener Sporthändler Jan Smit hätten sie Anfang des Jahres darauf angesprochen, ob man nicht gemeinsam in der Schwimmoper etwas auf die Beine stellen könne. Wie einst bei den DKM sind auch Stadt und Stadtsportbund wieder mit im Boot.

Anders als bei Deutschen Meisterschaften können durch die Sponsoren auch Preisgelder ausgeschüttet werden, die einen zusätzlichen Anreiz zur Teilnahme bieten sollen. In jedem der 28 Einzelfinals nach dem olympischen Programm gibt es für den Sieger 175 Euro. Ein besonderes Spektakel soll die 25-Meter-Freistil-Challenge bieten, die als Ausscheidungswettkampf mit insgesamt 16 Startern geschwommen wird. Vom Achtelfinale bis zum Finale, das dann als Zweier-Duell geschwommen wird, muss der spätere Sieger fünf Runden überstehen, ehe er eine Siegprämie von 300 Euro einstreichen darf. Insgesamt werden Preisgelder von 5000 Euro ausgeschüttet. Hinzu kommen Sachpreise für die Sieger der Jahrgangsfinals im Gesamtwert von 2000 Euro.

„Um das Ganze anfangs noch nicht zu groß werden zu lassen, mussten wir die Zahl der Starts auf 3000 begrenzen. Das Interesse war sogar noch größer“, sagt Simone Osygus. Besonders freue sie sich, dass neben Stars wie Koch und Mensing auch zwölf Schwimmer aus Malta dabeisein werden, darunter zwei EM-Teilnehmer. Das gibt der Veranstaltung, die künftig immer am letzten Oktoberwochenende stattfinden soll, sogar internationales Flair. Der Eintrittspreis ist mit fünf Euro pro Tag (acht für alle drei) sehr moderat gehalten.

Ob auch der Star des SV Bayer, Brustschwimmer Christian vom Lehn, dabeisein wird, steht dagegen noch nicht fest. „Wegen hartnäckiger Hüftprobleme haben wir zuletzt nur Rehatraining absolviert, ich weiß nicht, ob der Wettkampf nicht etwas früh kommt, muss das aber noch mit Christian besprechen“, sagt Bayer-Cheftrainer Michael Bryja. Nicht zur Verfügung stehen ihm auch die in den USA studierenden Jan Delkeskamp und Fynn Minuth. Um Finalplätze in der Schwimmoper dürften aber Delphin-Spezialistin Jana Markgraf, Langstrecklerin Lena-Marie Precht (Zugang aus Paderborn) und die Brustschwimmer Yannis-Merlin Willim und Lennart Steffens mitschwimmen. Das haben sie gerade bei einem internationalen Schwimmmeeting im französischen Saint Dizier unterstrichen. Dazu war Bryja mit je vier Schwimmerinnen und vier Schwimmern seiner Trainingsgruppe gereist. In der heimischen Schwimmoper gegen Topstars anzutreten, dürfte aber für alle noch einmal eine besondere Erfahrung werden.

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