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Neue Regeln: Die Doppel fallen in den unteren Tischtennis-Ligen weg

Tischtennis-Saison beginnt coronabedingt für viele Wuppertaler Teams mit Regeländerung : Doppel fallen in den unteren Ligen weg

Von Regeländerungen blieb der Tischtennissport in den letzten Jahren wahrlich nicht verschont. Ob größere Bälle, verkürzte Sätze oder die Umstellung von Zelluloid auf Plastikball. Was der Hobbyspieler meist nur am Rande registriert hat, sorgte für viele Vereinsspieler zu großen Umstellungsproblemen und Unmut.

Mit dem Beschluss des Westdeutschen Tischtennis Verbandes vom 18. August folgt nun – coronabedingt – für einen großen Teil der Tischtennisspieler die nächste wesentliche Regeländerung. Alle Mannschaften, die unter die Zuständigkeit des WTTV fallen, werden vorläufig keine Doppel mehr im Meisterschaftsbetrieb spielen.

Betroffen sind davon alle Mannschaften von der NRW Liga bis zur Kreisklasse. Zwar wird die Tischtennis-Saison pünktlich Ende August starten, aber das Spielsystem wird dadurch auf das sogenannte Werner Scheffel System umgestellt. Dabei werden nur noch Einzel gespielt und jeder Spieler bestreitet unabhängig vom Spielverlauf immer zwei Einzel. Diese Regelung gilt zunächst erstmal für die kommende Hinrunde.

 Auf der Homepage des WTTV begründet der Vizepräsident des WTTV Lars Cichun die Entscheidung wie folgt: „Tischtennis ist im Sinne der Corona-Verordnungen eine Zwitter-Sportart. Im Einzel betreiben wir kontaktfreien Sport, damit praktisch ohne besondere Einschränkungen außerhalb der üblichen Hygienevorschriften. Sobald das Doppel hinzukommt, werden wir zur ,nicht kontaktfreien’ Sportart, unter anderem mit der Einschränkung von maximal 30 Personen“.

Der WTTV vertritt mit dieser Entscheidung eher eine konservative Sichtweise und möchte den erlaubten Spielraum der Coronaverordnungen nicht voll ausschöpfen. „Bei den aktuellen Infektionszahlen in NRW könne man nicht von Entwarnung sprechen. Damit berücksichtigen wir nicht nur die Interessen der sogenannten Risikogruppen, sondern auch die Vorbehalte vieler Eltern, die den uneingeschränkten Einstieg ihrer Kinder in den Sportbetrieb 2020/21 mit Sorge betrachten“, ergänzt Cichun die Beweggründe des WTTV.

Viele andere Tischtennisverbände haben jedoch anders entschieden, auch der übergeordnete Deutsche Tischtennis Bund erlaubt weiterhin das Doppel im Meisterschaftsbetrieb. „Jeder Landesverband hat seine eigenen Satzungen, und Tischtennis wird nicht in jeder Satzung als Kontaktsport deklariert. Daher kann es in anderen Verbänden zu anderen Entscheidungen kommen“, berichtet der Kreisvorsitzende Frank Granowski. Grundsätzlich befürwortet Granowski die Entscheidung des WTTV, den Spielbetrieb eher vorsichtig wieder aufzunehmen: „In NRW gibt es mitunter Vereine, die aktuell aufgrund der Pandemie überlegen, gar nicht mehr am Spielbetrieb teilzunehmen. Da finde ich es gut, alle Möglichkeiten auszuschöpfen, um ein Infektionsrisiko soweit es geht zu minimieren“.

Regionalligist TTV Ronsdorf ist von der Regel nicht betroffen

Der Wegfall der Doppel wird bei vielen aktiven Spielern trotz all dieser Argumente eher mit Unverständnis aufgenommen. Beispielsweise reisen viele Teams gemeinsam im Auto zu Auswärtsspielen an und sitzen dort dann neben ihrem „alten“ Doppelpartner. Es gibt auch Teams, die durch den Wegfall der Doppel einen nicht unerheblichen sportlichen Vorteil einbüßen werden, da sie über gut eingespielte Doppel mit regelrechten Doppelspezialisten verfügen.

Die erste Mannschaft des Oberligisten TTV Ronsdorf ist von dieser Regeländerung jedoch nicht betroffen. Als spielstärkste Mannschaft in Wuppertal fällt sie unter die Regelungen des Deutschen Tischtennis Bundes. Der erlaubt weiterhin das Doppel im Meisterschaftsbetrieb. Für die Mannschaft des TTV Ronsdorf ist das Ziel erneut der Klassenerhalt in der Oberliga. Am ersten Spieltag empfängt man mit dem Vorjahreszweiten aus Holzbüttgen direkt einen ganz dicken Brocken. Alle anderen Wuppertaler Teams werden am kommenden Wochenende im neuen Spielmodus des WTTV starten. jka