1. NRW
  2. Wuppertal
  3. Lokalsport

Mit 125 Jahren kein Auslaufmodell

Mit 125 Jahren kein Auslaufmodell

Dem TV Beyeröhde gelingt eine glanzvolle und unterhaltsame Geburtstagsfeier. Triangulum als ein Höhepunkt.

Festlich und fröhlich ging es am Sonntagmorgen im CVJM-Heim auf dem Hedtberg zu, wo der TV Beyeröhde mit 200 Gästen sein 125-jähriges Bestehen feierte. Zu Beginn der stimmungsvollen, von Wolfram Lumpe humorig moderierten Feierstunde begrüßte der TVB-Vorsitzende Norbert Koch die Gäste mit Oberbürgermeister Andreas Mucke und dem Vorstandsvorsitzenden der Stadtsparkasse Wuppertal, Gunther Wölfges, an der Spitze und ließ Teile der Vereinsgeschichte Revue passieren.

An die Adresse des Oberbürgermeisters richtete Koch die Anmerkung, dass den Wuppertaler Handballclubs wie dem Zweiligisten TV Beyeröhde lediglich Schulsporthallen zur Verfügung stünden, wobei die Schulen den Vorrang hätten. Dennoch zog der Vorsitzende des 400 Mitglieder starken Langerfelder Vereins das Resümee, dass der TVB dank Bodenständigkeit, Kontaktfreude und familiärer Atmosphäre kein Auslaufmodell sei. Mucke, trotz Erkältung gut gelaunt, lobte das Bürger-Engagement des TVB, der den Menschen in Langerfeld viel geben würde und hob hervor, dass Teamgeist und Fairness, Disziplin und Leistungsbereitschaft den Sport ausmachten und er deshalb einen so wichtigen Teil in unserem Leben einnähmen.

Was all diese positiven Eigenschaften angeht, so ist der diesjährige Preisträger des von vom TV Beyeröhde zum 34. Mal verliehenen Triangulums, der Schwimmer Jan Delkeskamp von der SG Bayer, ein klassisches Beispiel. Verein, sportliche Leistung und Verbundenheit mit Wuppertal, sind die Kriterien, nach der alljährlich die jungen Talente ausgewählt werden. Findet die Verleihung ansonsten in der Filiale Langerfeld der Stadtsparkasse statt, so hatte man diesmal den festlichen Rahmen gewählt, um den 18-jährigen Leistungssportler auszuzeichnen. Mit Staunen erfuhren die Anwesenden, dass der Tag für Jan Delkeskamp mindestens dreimal pro Woche um vier Uhr beginnt, denn um 5.15 Uhr steht Training bis 7 Uhr an. Dann folgt der Schulalltag im Carl-Fuhlrott-Gymnasium, am Nachmittag wieder Training. Fünf Kilometer morgens, sechs am Nachmittag. Da kommen dann im Jahr in der Regel neun Einheiten pro Woche 1668 Kilometer zusammen. „Ja, Schwimmen ist ein Einzelsport, doch wir sind zusammen in einer Trainingsgruppe, und wenn man pro Woche rund 25 Stunden zusammen ist, dann muss man schon miteinander harmonieren. Wenn einer von uns beim Wettkampf im Wasser ist, dann stehen die anderen am Beckenrand und feuern sie oder ihn an“, erzählte Delkeskamp sympathisch und verriet, dass er sich beim wenig unterhaltsamen Schwimmtraining neben dem Einprägen von Vokabeln schon bisweilen die Sinnfrage stelle. „Aber, wir sind eine tolle Gemeinschaft, haben zusammen den Bundesliga-Aufstieg geschafft, und so eine Truppe will man auch nicht im Stich lassen. Wenn man dann auch so eine Auszeichnung erfährt wie ich heute, dann steht man auch gern zum vierten Mal in der Woche um 4 Uhr auf.“

Das Triangulum in Gold, ein kleines Schmuckstück an einer filigranen Kette, wurde Jan Delkeskamp vom OB geschickt angelegt, bevor einmal mehr die „Hedtberg-Brass“, die CVJM-Combo unter der Leitung von Stefan Beck, aufspielte. Eine Talkshow mit OB Mucke, Ältestenrat-Mitglied Manfred Hauswirth, Preisträger Jan Delkeskamp, „TVB-Ikone“ Mandy Reinarz, geborene Münch, und Volkmar Schwarz, dem Geschäftsführer des Stadtsportbundes, bildete den Abschluss der Feier. Die bewies einmal mehr, dass Sport weit mehr ist als glanzvolle Events im Fernsehen. Dass ihn stattdessen Kameradschaft und gemeinsame Freude und Geselligkeit ausmachen.