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Melanie Lüdorf: Wenn die Trainerin selbst ein Triathlon-Ass ist​

Die Wuppertaler Sportlerin der Woche : Melanie Lüdorf: Wenn die Trainerin selbst ein Triathlon-Ass ist

Die 37-Jährige Wuppertalerin kam vom Rollskilauf zum Triathlon und macht seit Jahren andere und sich selbst fit. Nächstes Jahr startet sie auf Hawaii – und ärgert sich über den Weltverband.

Erst seit Mittwoch ist Melanie Lüdorf mit Lebensgefährte Stavro Petri aus dem heißen Cozumel zurück im kühlen Wuppertal. Die Temperaturumstellung kommt für die 37 Jahre alte Vollblut-Triathletin, die sich, wie berichtet,  in Mexiko für den Ironman auf Hawaii im nächsten Jahr qualifiziert hat, nicht überraschend, doch für sie und die Triathlon-Szene gilt es dieser Tage, einen zusätzlichen (Kälte-)Schock zu verdauen. Die World Ironman Cooperation, Veranstalter der berühmten Langdistanzrennen, die von Hawaii aus ihren Siegeszug angetreten haben, haben angekündigt, dass künftig bei der als WM geltenden Veranstaltung auf Hawaii nur noch entweder Frauen oder Männer starten, um die maximale Teilnehmerzahl, die die Insel verträgt, nicht zu überschreiten. Gleichzeitig soll das andere Geschlecht seine WM dann andernorts austragen, um doch wieder auf die in diesem Jahr  auf 5000 ausgeweitete Starterzahl zu kommen. „Ich finde, das  ist eine Katastrophe, dabei geht es doch nur ums Geld“, schimpft Melanie Lüdorf, die den Charakter der Veranstaltung dadurch gefährdet sieht, und stattdessen für wieder schärfere Qualifikationskriterien und die ursprünglich Begrenzung auf 2500 Männer und Frauen auf Hawaii plädiert. Die Vorfreude  auf den Start im nächsten Jahr, wenn die Frauen ihren Wettkampf dort austragen sollen, ist geschmälert. Dass ihr Partner Stavro Petri die WM-Qualifikation in Mexiko nur um einen Platz verpasst hatte, sei vor diesem Hintergrund fast ein Segen. „Wenn das Reglement so bleibt, wird das definitiv mein letzter Start auf Hawaii sein“, versichert Lüdorf, die ihre Startgebühr von 1550  Dollar für 2023 schon entrichtet hat.

Es wird ihre zehnte Langdistanz sein, nachdem sie erst 2011 durch Petri ihre Liebe zum Triathlonsport entdeckt hatte. Bis dahin war sie eine erfolgreiche Rollskisportlerin, gehörte dem Juniorennationalkader an und nahm an Deutschen Meisterschaft teil, die da noch vom Ski-Club Cronenberg in Wuppertal ausgerichtet wurden. Im Fitnessstudio im Rainbow-Park lernte sie Stavro Petri kennen, der dort Spinning-Kurse gab. Der nahm sie 2011 zum Ironman-Frankfurt mit, und nachdem Lüdorf den Wettbewerb als Zuschauerin miterlebt hatte, wusste sie: „Das will ich auch machen.“ Zuvor hatte sie bereits beim Wuppertaler Cross-Triathlon geschnuppert, jetzt übernahm Petri ihre Ausbildung, holte die ehemalige Wirtschaftsstudentin und Steuer- und Finanzexpertein in seine Firma Yeahsport, wo sie Triathleten und Ausdauersportler betreuen – vom Anfänger bis zum WM-Teilnehmer. Für sie passt es wunderbar, denn selbst Sport treiben und es anderen zu vermitteln seien hier ideal zu vereinbaren. „Dass wir selbst die Wettkampferfahrung haben, kommt uns natürlich zu Gute und motiviert auch unsere Schützlinge“, berichtet Lüdorf. So habe die ganze Schar von inzwischen 50, 60  Athleten in einer Whatsapp-Gruppe ihre Erlebnisse in Mexiko hautnah mitverfolgt. „Solche Bedingungen habe ich noch nie erlebt, es war definitiv mein härtestes Rennen, wie Sporttreiben in der Sauna“, versichert  Lüdorf.  Dass sie ihr angepeiltes Ziel unter zehn Stunden (ihre Bestzeit von 9:44 Stunden stammt aus 2019 in Italien) mit 10:18 verfehlte, kann sie verschmerzen, hatte ihr Rennen auf das Klima abgestellt und konnte dadurch auf den letzten 14 Laufkilometern noch Platz drei erobern, lief dort elf Minuten auf die zuvor vor ihr liegende Konkurrentin heraus. Dabei ist Laufen trotz ihrer Vorgeschichte im Rollski anfangs gar nicht ihr Ding gewesen. „Stavro hat mit mir viel Techniktraining gemacht und das muss ich noch heute tun“, berichtet sie. Dass es sich auszahlt, beweist Lüdorf, die auch fest zum Stamm des Tri-Club-Regionalligateams gehört, Jahr für Jahr.