Marc Bach verlässt den FSV schweren Herzens

Marc Bach verlässt den FSV schweren Herzens

Fußball: Vohwinkels Erfolgstrainer bat um Auflösung seines Vertrages zum Saisonende.

Paukenschlag beim stark abstiegsbedrohten Fußball-Oberligisten FSV Vohwinkel: Noch im Oktober 2017 hatte Trainer Marc Bach, der dort seit 2014 an der Seitenline steht, die Mannschaft seitdem von der Bezirks- bis in die Oberliga geführt und mit ihr zweimal den GA-Pokal gewonnen hat, bis 2020 verlängert. Jetzt bat der 40-jährige Wuppertaler um Auflösung seines Vertrages zum Ende dieser Saison. „Der Vorstand des FSV und der sportliche Leiter Holger Gaißmayer bedauern die Entscheidung von Marc Bach sehr. Aufgrund seiner Verdienste für den FSV haben sie seiner Bitte um Vertragsauflösung zum Ende der laufenden Spielzeit schweren Herzens zugestimmt“, heißt es in einer Mitteilung des Vereins vom späten Dienstagabend.

Marc Bach, der den FSV-Vorsitzenden Karl-Heinz Zorr um Vertragsauflösung gebeten hatte.

Darin war von persönlichen Gründen, die Bach angeführt habe, die Rede. Wer den Ex-Profi kennt, der selbst mehr als 120 Drittliga-Spiele für Bayer Leverkusen, den Wuppertaler SV und Wattenscheid 09 absolviert hat, weiß, dass er mit der Gesamtsituation in den vergangenen Monaten nicht zufrieden sein konnte. Als er im Oktober seinen Vertrag verlängerte, standen die Füchse in der Tabelle für einen Aufsteiger mit Platz zwölf noch komfortabel da. Nach der Winterpause allerdings wendete sich das Blatt dramatisch: Zehn Niederlagen in Serie bedeuten aktuell den 17. Tabellenplatz. „Es war ein extrem schwieriger Entschluss, den wir im Trainerteam getroffen haben. „Es war für mich das schwierigste Gespräch meines Lebens, als ich damit dann zum Vorsitzenden Kalla Zorr gegangen bin. Aber ich gehe zu 100 Prozent im Reinen mit dem FSV, der vollstes Verständnis für meine Entscheidung gezeigt hat“, sagt Bach nun. Als junger Trainer wolle er aber auch keine Rückschritte machen und sich nicht durch viele Organisationsaufgaben um die Mannschaft herum aufreiben müssen.

Gerade hat Bach seine B-Trainer-Lizenz gemacht. Er will im kommenden Jahr die Jugend-Elite-Lizenz anschließen, was dann die Voraussetzung für die Erlangung der A-Lizenz ist. Er schließt nicht aus, in der neuen Saison mit seinem Team Stefan Jäger und Marvin Schneider eine neue Aufgabe zu übernehmen. Ein erstes Gespräch mit einem Interessenten sollte es am Mittwochabend geben. „Es gibt uns nur im Paket, und der Verein muss gewisse Rahmenbedingungen bieten“, so Bach, der andeutete, dass diese in Vohwinkel, obwohl man sich dort in den vergangenen Jahren auf vielen Ebenen weiterentwickelt hat, zum Teil nicht vorhanden waren. Die Ligazugehörigkeit sei dabei nicht entscheidend. Sein eigener Beruf habe ohnehin Vorrang: „Mehr als Oberliga ginge da gar nicht.“

Sieben Spiele wird der FSV noch unter seiner Verantwortung versuchen, das Unmögliche zu realisieren und am Ende die Klasse zu halten. „Die Mannschaft und ich werden bis zum letzten Spieltag alles geben. Und wer weiß, vielleicht entsteht durch meine Entscheidung auch eine ,Jetzt-erst-recht-Stimmung’“, hofft Bach.

Der Verein hatte für den Fall eines Abstiegs schon geplant, mit ihm und seinem Trainerteam in der Saison 2018/2019 erneut eine schlagkräftige Mannschaft aufzubauen und in der Landesliga wieder oben anzugreifen. Nun muss er sich dafür einen neuen Trainer suchen.