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LTV Wuppertal beklagt kurze Vorbereitung - und ist nicht allein

Handball : LTV beklagt kurze Vorbereitung

Mit einem Kurztrainingslager und zwei Testspielen beginnt für den Oberligisten am Wochenende die Endphase der Vorbereitung.

Mit einem Heim-Trainingslager am kommenden Wochenende beginnt für Handball-Oberligist LTV Wuppertal die Endphase einer ungewöhnlichen Vorbereitung vor dem geplanten Saisonbeginn am 5. September. Wie im Vorjahr starten die Langerfelder dann mit einem Duell gegen die Zweitvertretung der SG Langenfeld.

Im Gegensatz zum Vorjahr muss der Oberligist allerdings zuerst bei den Rheinländern antreten. Die SGL wird von Dennis Werkmeister trainiert, der beim LTV den nun wieder aktuellen Trainer Jens Buss abgelöst hatte. Auch der ehemalige Manager Andreas Güntner engagiert sich bei den Langenfeldern, was für weitere Brisanz sorgen könnte. „Natürlich ist das gut, um vor dem Spiel für Stimmung zu sorgen, aber letztlich liegt alles in der Vergangenheit. Aktuell kümmert sich jeder um sein Team und ist damit auch augenscheinlich glücklich“, spricht Buss von einem „normalen Verhältnis“ zu einem seiner Vorgänger.

Das erste Heimspiel am Sonntag, 13. September, hat es dann ebenfalls gleich in sich. Mit Mettmann-Sport kommt ein direkter Nachbar in die Halle Buschenburg, gegen den stets, sowohl auf der Tribüne als auch auf dem Feld, Derbystimmung aufkommt. „Das sind die Spiele, auf die sich die Spieler und die Zuschauer besonders freuen“, bestätigt Buss die Vorfreude auf die Partie gegen den Club, dessen Trikot er selbst einst überstreifte.

Hygienekonzepte mit
dem TVB erarbeitet

„Wir haben uns mit den Verantwortlichen des TV Beyeröhde ausgetauscht und werden die Hygiene-Konzepte identisch übernehmen. Damit können wir zumindest vor einem Großteil der üblichen Zuschauer spielen“, sagt Abteilungsleiter Marc Ross, der insgesamt von einer großen Solidarität unter den Vereinen und einem Zusammenrücken der Sportler seiner Zunft spricht. Dafür sind die Clubs sauer auf den Handballverband Niederrhein, der als einer der ganz wenigen Verbände bereits im September startet, während die meisten, wie auch der Deutsche Handballbund (DHB), den Saisonstart auf den Oktober verschoben hat, um den Clubs genügend Vorbereitungszeit zu geben. „Ich halte es für bedenklich, so früh zu starten“, kritisiert Buss die Verantwortlichen und betont, dass er damit nicht alleine stehe. Trainerkollegen wie Mirko Bernau (BHC II.), Heino Kirchhoff (TSV Aufderhöhe) und Alexander Zapf (HG Remscheid) sind nicht begeistert von der Entscheidung. „Die ganze Zeit seit dem Lockdown beruft sich der HVN auf die DHB-Statuten und -Entscheidungen. Immer haben die Clubs in diesen besonderen Zeiten Verständnis für die Entscheidungen gezeigt. Doch mit dieser Entscheidung tun wir uns schwer, und verstehen nicht, warum sie von der des DHB abweicht“, sagt Buß. Er sieht aber für alle Vereine keine andere Möglichkeit, als sich der Entscheidung zu beugen.

Urlaubsplanung kollidiert
mit frühem Saisonstart

Das Festhalten des Verbandes an dem früheren Starttermin habe natürlich auch Einfluss auf die Vorbereitung. „Durch die Pandemie mussten alle ihre Urlaube seit März verschieben oder ausfallen lassen. Weil alle damit gerechnet haben, dass wir wie der DHB im Oktober starten, hat jeder nach den Lockerungen seinen Urlaub geplant. Somit fehlen natürlich immer wieder Spieler bei den Vorbereitungen“, sagt Buss. Auch damit müssten alle Vereine leben. Das heiße Wetter behindert die Pläne des LTV-Trainers zusätzlich. „Wir müssen die ganze Vorbereitung mit in die Saison reinnehmen“, erwartet Buss eine schwer auszurechnende Spielzeit. Dadurch, dass auch die Neuen zum großen Teil schon einmal unter Buss trainiert hatten, glaubt der 48-jährige, dass die Abläufe und seine Handballidee bei den Spielern schon bekannt sind. Nachdem in den vergangenen Wochen auf den Angriff Wert gelegt worden war, soll der Schwerpunkt im Trainingslager auf der Abwehr liegen. Bei Testspielen gegen die Zweitvertretung von Eintracht Hagen (Samstag) und die HG Remscheid (Sonntag) sollen die neuen Konzepte zum Tragen kommen.