Löwen kassieren erste Niederlage in Solingen

Handball-Bundesliga: Göppingen besiegt geschwächte Löwen

Handball-Erstligst Bergischer HC verliert erst nach tollem Kampf mit 25:28.

Von Günter Hiege

Der personelle Aderlass der vergangenen Wochen hat bei Handball-Erstligist Bergischer HC seine Spuren hinterlassen. Ohne vier Stammspieler unterlag der so stark gestartete Neuling am Donnerstag in der Solinger Klingenhalle gegen Frisch Auf Göppingen nach tollem Kampf mit 25:28 (11:14).

Bis dato hatte der BHC alle bisherigen Siege genau gegen die acht Mannschaften geholt, die in der Tabellen unter stehen. Am Neuntletzten Göppingen scheiterte er nun, ist aber vorerst weiter Siebter. Für einen Donnerstagabend sehr gute 2255 Zuschauer in der Klingenhalle gingen begeistert mit, konnten aber auch nicht verhindern, dass die Löwen im fünften Ligaspiel in Solingen ihrer erste Niederlage kassierten.

In Solidarität mit Mitspieler Maciej Majdzinski, der vor zwei Wochen einen Kreuzbandriss erlitten hatte, liefen alle Spieler und das Trainerteam mit T-Shirts mit dem Namen des Polen auf dem Rücken in die Halle ein. Nach dem Anpfiff steckten sie die Handicaps - neben Majdzinski fehlten bekanntlich noch Daniel Fontaine, Kristian Nippes und Fabian Gutbrod im Rückraum - gut weg, überraschten die kompakte Göppinger Abwehr mit einigen schönen Anspielen auf Linksaußen Jeffrey Boomhouwer und konnten auch auf die eigene sehr aufmerksame Defensive verlassen. Dahinter spielte diesmal Bastian Rutschmann statt des zuletzt so starken Christopher Rudeck im Tor und rechtfertigte diese Aufstellung. Vor zwei Jahren aus Göppingen gekommen, kannte er die Wurfbilder einiger seiner ehemaligen Kameraden noch gut und entschärfte mehrere Bälle klasse. Als Linus Arnesson nach 20 Minuten mit einem Wurf aus der Hüfte die 9:6-Führung erzielte, standen nicht nur die 30 ehemaligen Arbeitskollegen des Schweden, die extra wegen ihm zu Besuch gekommen waren. Die ganze Halle jubelte. Doch danach bekam Göppingen den geschwächten BHC-Rückraum immer besser in den Griff und schlug die Bergischen mit ihren eigenen Waffen: das heißt Balleroberung in der Abwehr und Gegenstoß. Auch Versuche mit dem siebten Feldspieler und Max Bettin, der nach Verletzung erstmals wieder auf Halblinks auflaufen konnte, fruchteten nicht. So drehte die Führung binnen weniger Minuten auf 14:10 für die Gäste.

Die Führung wechselte
hin und her

Bei 14:11 zur Pause konnten die Gastgeber sich neu sammeln. Und nach drei Minuten waren sie wieder bis auf ein Tor dran und ließen sich auch nicht abschütteln, als Göppingen wieder vier Tore zwischen sich und den Gegner legte. Von 16:20 kamen die Löwen binnen vier Minuten zum Ausgleich, als Abwehrchef Csba Szücs als Mittelmann den Ball praktisch ins Tor kämpfte. Die Halle tobte, als Arnor Gunnarsson kurz darauf per Gegenstoß die erste Führung der zweiten Hälfte gelang.

Es blieb unglaublich spannend. Die Führung wechselte hin her, bis Göppingen drei Minuten vor dem Ende gegen mit dem letzten Einsatz kämpfende Löwen zwei Konter setzen konnte und mit zwei Toren in Führung ging. Die Entscheidung.

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