Linde kommt im Derby gegen Ronsdorfs Zweite ins Rollen

Das Amateurfußballspiel des Tages : Linde kommt im Derby ins Rollen

A-Kreisligist kann nach dem 3:0 gegen junge Ronsdorfer nach oben blicken.

Normalerweise sind die Ronsdorfer Derbies zwischen Jägerhaus-Linde und dem TSV Ronsdorf im Fußball giftig, doch im Nachbarschaftsduell der Fußball-Kreisliga A auf Linde, wo sich bei fiesem Herbstwetter der gastgebende Bezirksliga-Absteiger und die Ronsdorfer Zweite gegenüberstanden, war das etwas anders. „Von einer ruhigen Partie sprachen nachher die beiden Trainer Richard Wehr und Daniel Meike und waren sich auch darüber einig, dass der Linder 3:0 (2:0)-Erfolg hochverdient war. „Zur Pause hätten wir auch schon mit vier, fünf Toren hinten liegen können“, gab Meike unumwunden zu. Zwar spielten die jungen Zebras - der Großteil der Mannschaft besteht aus der letztjährigen A-Jugend - gefällig bis 30 Meter vor das gegnerische Tor, doch da angelten sich die Gastgeber fast immer den Ball und starteten einen Gegenangriff nach dem anderen. Allein dreimal liefen Linder vor dem Wechsel allein auf Torwart Jonas Ebeling zu, der die Situationen aber vereiteln konnte.

Erst kurz vor der Pause war Ebeling zweimal machtlos, als Marius Schubert und Leon Richarz ihn überwanden. Richarz ist einer der fünf Verbliebenen aus dem letztjährigen Bezirksliga-Team, Schubert, der kurz vor Schluss auch das 3:0 erzielte, gehört zu denjenigen, die aus der Bezirkliga in die Zweite zurückgetreten waren, mit der im vergangenen Jahr knapp den Aufstieg aus der Kreisliga B verpasst hatten und nun doch aufgestiegen sind. Die neue Erste speist sich zu großen Teilen aus dem letztjährigen Kreisliga-B-Team. Hinzu kommt mit Abwehrspieler Florian Fax ein Noch-A-Jugendlicher, der mangels eigener A-Jugend so im Verein gehalten wurde. Ein Sonderlob von Trainer Wehr erhielt Fabian Feistel, der als zentraler Mann in der Dreierkette jeden Zweikampf gewonnen habe. „Ein wichtiger Sieg, mit dem wir uns von unten absetzen“, sagt Wehr, der immer betont, dass hinter Top-Favorit SV Bayer (seit Sonntag erstmals Tabellenführer) in der Liga nach oben alles möglich sei.

Daniel Meike schaut dagegen gar nicht auf die Tabelle, auch wenn die Abstiegszone näher rückt. „Uns geht es erst einmal um die Ausbildung der Spieler, sie irgendwann für die Erste vorzubereiten.“ Wenn es dann wirklich in der Tabelle eng würde, könne man sich umgekehrt sicher auch auf Hilfe von oben verlassen. gh

(gh)
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