Kunstrasen: Grüne Zukunft für Grün-Weiss

Kunstrasen: Grüne Zukunft für Grün-Weiss

Die Einweihung der Fersenarena im Höfen wurde sportlich gefeiert. Als nächstes soll das Clubhaus erweitert werden.

Wuppertal. "Der Wettergott ist wohl kein Grün-Weisser", begrüßte Klaus Sewald, Vorsitzender des TuS, am Wochenende die Festgäste von Nachbarvereinen und Stadt zur Einweihung des neuen Kunstrasens bei Dauerregen.

Im Prinzip war es jedoch das ideale Kunstrasenwetter, denn so konnte der neue Untergrund gleich seine Vorzüge zur Geltung bringen. Ein Dutzend Spiele von der Jugend- über die Traditionself bis zur ersten Mannschaft wurden an beiden Tagen problemlos durchgezogen, was auf dem alten Asche-Geläuf unmöglich gewesen wäre.

Und so herrschte Einigkeit darüber, dass der neue Platz für Grün-Weiss den Sprung in eine sonnige Zukunft bedeutet.

"12 000 Zuschauer wie 1949 beim Endspiel um die Deutsche Feldhandballmeisterschaft zwischen Schwarz-Weiß Barmen und dem VfL München mögen wohl nie mehr kommen, aber vielleicht kann man mit dem neuen Platz ja an große Traditionen anknüpfen", sagte Sportdezernent Matthias Nocke in seinem Grußwort.

Tradition hat der Höfen als Sportplatz mit einmaligem Fels-Panorama. In den 20er Jahren hatte Grün-Weiss-Vorgänger Tura Barmen das Gelände des ehemaligen Steinbruchs von den Kalkwerken Dornap gekauft und die Spielfläche in den Felseinschnitt gezwängt.

Auch wenn der Verein sportlich schon größere Zeiten erlebt hat, ist er einer der größten Fußballclubs im dicht besiedelten Wuppertaler Osten geblieben.

So wird der Höfen trotz besserer Nutzbarkeit weiter nicht allein allen Mannschaften Spiel- und Trainingsmöglichkeiten geben können. Ausweichplatz bleibt der im Rauental, wo einst Fusionspartner GW Blombacherbach beheimatet war.

Nach dem Bau des Clubhauses im Höfen 1989 ist der des Kunstrasens der nächste Beleg für die Tatkraft des Vereins unter seinen seit 1945 erst drei Vorsitzenden Emil Maurer, Klaus Zentara und Klaus Sewald (seit 2006). Zur Gesamtfinanzierungssumme von 530.000 Euro gab die Stadt 285 000 Euro dazu.

Die wären für eine Sanierung der Aschedecke ohnehin vorgesehen gewesen. 180.000 Euro nahm der Verein als Sonderkredit bei der NRW-Bank auf, der Rest wurde durch reichlich Eigenleistung und Spenden erbracht. "Ein paar Euro werden wir wohl noch brauchen, denn wir haben auch das Flutlicht noch erneuert", sagt Klaus Sewald.

Und für das nächste Projekt werden demnächst wieder symbolisch Steine verkauft. Die bisher drei Kabinen im Klubhaus reichen nämlich nicht mehr aus.

Ein Anbau ist fällig. In Zeiten, als sich die Fußballer noch in Kabinen in der ehemaligen Gaststädte Kniep auf der anderen Seite der B7 umzogen, will man schließlich nicht mehr zurückfallen.

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