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Kreisliga A: Rückschläge für Wuppertaler Kellerkinder

Fußball-Kreisliga : Spitzenduo SV Bayer und SC Sonnborn fährt Arbeitssiege ein

Bayer und Sonnborn siegen vor dem richtungsweisendem Derby am kommenden Samstag. FSV Vohwinkel II braucht neuen Trainer für die kommende Saison. Spielabbruch bei Türkgücü gegen Azadi.

TSV Union - SV Bayer 1:2 (0:1). Mit etwas Glück hat Tabellenführer Bayer den knappen Vorsprung am Hardenberg über die Zeit geschaukelt und geht mit einer Menge Selbstvertrauen in das Topspiel (Samstag, 18 Uhr) gegen den SC Sonnborn. Umut Satilmis (35.) erzielte vor der Pause die überfällige Führung für die Gäste, die Sebastian Jansen (62.) ausbaute. Anschließend kam Union aber auf, spätestens nach dem 1:2 (66.) durch Ali Bayraktar war es ein Spiel auf Augenhöhe. „Ich bin mit der Einstellung und der Leistung sehr zufrieden, mit dem Ergebnis natürlich nicht“, so Union-Trainer Ünsal Bayzit. „Wir haben einen Gegner, der eigentlich tot war, wieder aufgebaut. Trotzdem bin ich über den Sieg glücklich, insbesondere nach dem Nackenschlag von Donnerstag, als wir gegen Ronsdorf aus dem Pokal ausgeschieden sind“, meinte Bayers-Trainer Luciano Velardi.

SC Sonnborn - Hellas Wuppertal 2:0 (1:0). Es war ein Arbeitssieg für den SCS, mit dem er dennoch Selbstvertrauen für das Topspiel am kommenden Samstag bei Bayer tankte. Vincent Jösch und Dominik Feix erzielten in einem kämpferisch geführten Spiel die Tore für den stark ersatzgeschwächten Tabellenzweiten, der im Tor in der ersten Halbzeit auf den 57-jährigen Glenn Ott bauen musste. „Glenn hat es super gemacht“, lobte das Sonnborner Trainerteam seinen Torhüter, der in der Pause durch Stammtorwart Dennis Schworm ersetzt wurde. Schulz/Stroms meinten außerdem: „Wir haben nach der schlechten Leistung aus der Vorwoche Charakter bewiesen und freuen uns nun auf das Derby am Samstag.“

Grün-Weiß - TSV Beyenburg 5:1 (3:0). Ungefährdet gewann ein in der ersten Halbzeit gutes und effektives Grün-Weiß gegen insgesamt schwache Beyenburger. Mit seinem lupenreinen Hattrick binnen neun Minuten legte Murat Yavuz den Grundstein für den Oberbarmer Heimerfolg. Die Gastgeber ließen nach der Pause stark nach, der Sieg geriet jedoch nicht mehr in Gefahr. Yavuz erzielte noch seinen vierten Treffer, ehe Liwaa Mohammed den 5:1-Endstand besorgte. „Die erste Hälfte war okay, die zweite nicht mehr so. Da müssen wir uns verbessern, wenn wir auch mal einen von den Großen schlagen wollen“, meinte GW-Trainer Clark Schworm. Das Beyenburger Trainerteam Böhmer/Rüger war bedient: „Zehn gute Minuten sind viel zu wenig. Wir hatten keinen Zugriff im letzten Drittel und haben Standards und lange Bälle nicht verteidigt bekommen.“ Henry Paul erzielte den Ehrentreffer (57.) für die Gäste.

FSV Vohwinkel II - Rot-Weiß Wülfrath 3:2 (1:0). Die Füchse fuhren einen verdienten Sieg gegen Wülfrath ein, profitierten allerdings auch von einem frühen Platzverweis für die Gäste. Andre Lucht, Christopher Komm und Mike Maron erzielten die Treffer für den FSV. „Wir haben ein komplett anderes Gesicht gezeigt als letzte Woche und ruhig und sachlich Fußball gespielt“, meinte Trainer Daniel Dittrich. Der informierte seine Mannschaft und den FSV unter der Woche darüber, dass er zum Saisonende sein Traineramt an der Lüntenbeck niederlegen wird. „Es war für mich der bisher schwerste Gang als Trainer, mich vor die Mannschaft zu stellen und den Jungs meine Entscheidung mitzuteilen. Das war sehr emotional“, meinte Dittrich, der private Gründe für seinen Rückzug angab.

TSV Ronsdorf - SC Velbert II 0:3 (0:1). Es war mehr drin für die Reserve der Zebras, die aber vor allem im ersten Durchgang ihre Chancen nicht nutzen konnte und spät in der Partie (81. und 83.) die Gegentreffer zwei und drei schlucken musste. „Da waren wir dann irgendwann einfach platt“, meinte Trainer Daniel Meike, der seiner emsigen Mannschaft ansonsten nichts vorwerfen konnte. „Ich bin schwer enttäuscht, die Jungs können aber erhobenen Hauptes nach Hause gehen. Wir haben alles reingeworfen“.

FC Mettmann 08 - SV Jägerhaus-Linde 2:2 (1:1). „Wieder einmal haben wir gegen den Tabellenletzten ohne die notwendige Einstellung gespielt“, war Lindes Trainer Richard Wehr nach dem Remis in Mettmann bedient. In einem zerfahrenen Spiel ohne große Höhepunkte egalisierte Mettmann die Linder Führung (Torschützen: Matthias Gilsbach und Leon Richarz) gleich zweimal. „Wir haben am Ende zu Neunt weitergespielt. Da müssen wir mal wieder mit dem Punkt leben“, so Wehr.

SV Heckinghausen - TSV Einigkeit Dornap-Düssel 1:4 (0:2). Auch für das junge Team des SVH gab es im Abstiegskampf einen Rückschlag. Mit haarsträubenden Fehlern in der Defensive lud der SVH die Gäste zu Toren ein. Der zwischenzeitliche Anschlusstreffer von Erik Saribekjan (49.) war nur ein kurzer Hoffnungsschimmer. „Wir machen katastrophale Fehler, die Niederlage ist verdient und hätte noch höher ausfallen können. Spielerisch war es ordentlich, im Torabschluss aber auch nicht gut“, zog das Trainerteam Wischnewsky/Amouchi enttäuscht ein Fazit.

TVD Velbert II - SSV Sudberg 3:0 (0:0). Rückschlag für den SSV Sudberg im Abstiegskampf. In Velbert erwischte die Mannschaft von Trainer Daniel Reuter einen rabenschwarzen Tag und verlor hochverdient. „Wir waren grottenschlecht, das war zeitweise eine bodenlose Frechheit“, erzürnte sich Reuter. Der SSV bleibt Fünfzehnter und steckt damit weiterhin im Tabellenkeller fest.

Türkgücü Velbert - BV 1885 Azadi - Spielabbruch beim Stand von 2:1 nach 89 Minuten. Das türkisch-kurdische Derby wurde laut Azadis zweitem Vorsitzenden Gökhan Güner erheblich vom Schiedsrichter beeinflusst, der den Gästen gleich zwei Elfmeter verwehrte. Ein Azadi-Anhänger soll den Unparteischen kurz vor Schluss angespuckt haben. Der brach die Partie daraufhin ab. Güner: „Wir fühlen uns vom Schiedsrichter betrogen.“

(mkp)