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Kickende Schiedsrichter: Ein Turnier der besonderen Art

Kickende Schiedsrichter: Ein Turnier der besonderen Art

Beim Masters der Schiedsrichter in der Bayer-Halle war am Samstag auch Prominenz vertreten.

Sonnborn. Es war schon ein Fußballturnier der besonderen Art, das am vergangenen Wochenende in der Bayer-Halle ausgetragen wurde. Denn parallel zu den Stadtmeisterschaften in der Uni-Halle kickten dort die 14 Kreise des Fußballverbands Niederrhein mit ihren Schiedsrichtern zum 25. Mal um den Titel des Hallenmasters. Die Erkenntnis: Wenn die Referees Dienstkleidung und Pfeife mit Spielerdress und einer gesunden Portion Ehrgeiz tauschen, dann gehen auch sie auf dem Platz zur Sache.

Es war am späten Mittag des ersten Turniertags, als Wuppertals bekannteste Schiedsrichterin Pia Neutzer noch mit ein wenig Stolz bemerkte, dass es bislang noch nicht einmal Verwarnung gegeben habe. Doch nur ein paar Minuten später war dann die erste Zeitstrafe fällig, als ein Düsseldorfer Jungschiedsrichter heftig attackiert wurde und schmerzhaft in die 2,50 Meter hohe Bande krachte. „Ahhh, das hat wehgetan“, litt seine Kollegin Marija Kurtes vom Spielfeldrand mit. Die 26-Jährige im hellblauen Dress mit dem DFB-Logo auf der Brusttasche zählt im Damenbereich zu den großen Hoffnungen der deutschen Schiedsrichterzunft, hat es sogar schon in die Fifa-Kader geschafft und reist demnächst zu einem Lehrgang nach Rom, wo sie sich beim Leiten von hochklassigen Jugendspielen für erste Einsätze in der Frauen-Champions-League empfehlen will. In der Bayer-Halle war die Düsseldorferin gemeinsam im Einsatz mit so bekannten Unparteiischen wie Bundesligaschiedsrichter Guido Winkmann und dem Mönchengladbacher Fifa-Assistenten Mark Borsch (war beim olympischen Fußballturnier in London im Einsatz).

Der Einsatz und die Motivation bei den kickenden Schiedsrichtern war groß, schließlich ist das Hallenmasters eine Art Familientreffen, zu dem die Essener und Rekordsieger Duisburg/Mülheim/Dinslaken (achtmal) sogar mit einem stimmgewaltigen Fanclub anreisten.

Den ersten Tag beschließt seit einigen Jahren eine Players-Party. Und die hatte es auch in diesem Jahr wieder in sich. Bis zwei Uhr nachts wurde bei Hako-Sport gefeiert, gelacht und getanzt.

40 Helfer umfasste das Team um die beiden Turnier-Organisatoren Florian Kötter und Jannis Stergiopoulos. Und die Gastgeber wurden für ihre perfekte Organisation am Ende von allen Seiten gelobt — auch von FVN-Präsident Walter Hützen.

Und auch sportlich lief es für den Gastgeber zufriedenstellend. Nach Vorrundenspielen gegen Remscheid (2:2), Moers (1:3), Grevenbroich/Neuss (4:0), Kleve/Geldern (4:0), Oberhausen/Bottrop (2:2) und Rees/Bocholt (3:0) war die Siegesserie im Viertelfinale beendet. Gegen den späteren Turniersieger und amtierenden deutschen Schiri-Meister Solingen war beim 0:5 nichts zu holen. Doch im Spiel um Platz sieben revanchierte sich die Mannschaft von Trainer Andreas „Pille“ Pahl für die Vorrundenniederlage gegen Moers und gewann mit 3:0 nach Neunmeterschießen.

Strafstoßkiller Kevin Wegmann und Ünal Sögüt (fünf Turniertreffer) waren die beiden auffälligsten Akteure der Gastgeber beim Jubiläumsturnier.