Kann der BHC in Flensburg bestehen?

Handball : Kann der BHC in Flensburg bestehen?

Beim Tabellenführer ist am Donnerstag eine Top-Leistung nötig, um eine Chance zu haben.

Drei Siege in Folge, 7:1-Punkte aus den letzten vier Spielen - in seiner jüngsten Bundesliga-Bilanz hält der Bergische HC mit der SG Flensburg-Handewitt Schritt. Das ändert nichts daran, dass die Löwen am Donnerstag wie immer als krasser Außenseiter in der Flens-Arena beim Meister und auch aktuellen Tabellenführer antreten (Anwurf 19 Uhr). Der hat zwar bereits sechs Minuspunkte auf seinem Konto, wo es in der vergangenen Spielzeit am Ende ganze vier waren, und mit Rasmus Lauge am Saisonende den vielleicht beste Spieler verloren, trotzdem sieht BHC-Trainer Sebastian Hinze kaum einen Qualitätsverlust bei den Nordlichtern. „Sie sind für mich im Eins gegen eins immer noch die beste Mannschaft der Liga“, spricht er von der ungeheuren Zweikampfstärke der Mannschaft von Gegenüber Maik Machulla.

Da wird der BHC gegenüber dem jüngsten 35:33-Erfolg gegen Lemgo definitiv zulegen müssen, um auch nur den Hauch einer Chance zu haben. „Und auch eine Anfangsphase wie vor einem Jahr in Flensburg, werden wir uns nicht erlauben können“, so Hinze. Damals hatte allein Torhüter Christopher Rudeck mit einer ganzen Reihe von gehaltenen freien Würfen seine Mannschaft im Spiel gehalten und ihr zur Pause sogar eine 11:9-Führung ermöglicht. Die konnte Flensburg dann im Schlussspurt noch in ein 25:23 drehen.

Dass sich Christopher Rudeck besonders auf den Auftritt in Flensburg freut, hat allerdings nichts mit der Leistung von damals zu tun. Schließlich hat er selbst dort gespielt, ehe er über Dänemark 2015 zum BHC kam und sich hier in den erweiterten Kader der Nationalmannschaft gespielt hat. „Schade dass es ein Donnerstagabend ist, so wird wohl nur ein kleiner Teil meiner Familie aus Hamburg anreisen“, sagt er und formuliert die sportlichen Ziele so: „Natürlich sind das in Flensburg oder Kiel nicht die Spiele, wo wir mit Punkten rechnen können. Aber wir wollen möglichst lange dran bleiben, um da zu sein, wenn sich am Ende vielleicht doch eine Chance ergibt“. Ob man näher an Flensburg herangerückt sei? Rudeck: „Zumindest ist eine Entwicklung zu erkennen. In den ersten Jahren haben wir da mit minus 15 verloren, zuletzt mit minus zwei.“ Im letzten Spiel der Vorsaison, war der BHC dann gar nicht so weit davon weg gewesen, Flensburg die Meistersuppe noch zu versalzen, lag vor 10 000 Zuschauern in Düsseldorf in der Schussphase nur mit 24:25 hinten, ehe die SG zum 27:24 wieder die Kurve bekam.

BHC hofft auf die Rückkehr von Arnor Gunarsson ins Team

Trainer Sebastian Hinze interessiert nur das Heute, und da werde man sich in Abwehr und Positionsangriff Strategien ausdenken müssen. „In der Abwehr können wir nur überlegen, was lassen wir zu und was nicht. Dieser Plan sollte dann aufgehen, um eine Chance zu haben.“ So gilt es etwa, den Rückraumrechten Magnus Röd in den Griff zu bekommen. Der Norweger hatte zwar am Samstag beim 27:31 der Flensburger in der Champions-League beim FC Barcelona nicht getroffen, ist aber in der Liga mit 72 Toren der beste Schütze des Teams von der Förde. Auch mit Holger Glandorf, der zu Beginn der Saison verletzt gewesen war, dürfte in dem vorwiegend mit Skandinaviern besetzten Starensemble wieder zu rechnen sein.

Beim BHC könnte ein Skandinavier wieder zurückkehren. Rechtsaußen Arnor Gunnarsson sollte nach seinem Muskelbündelriss am Montag wieder voll ins Training einsteigen. „Es gibt eine Chance, dass er am Donnerstag mitwirken kann“, sagt Hinze. Dabei hatte der BHC auf dieser Position zuletzt wenig Probleme. „Ich bin sehr zufrieden mit ihm, er hat uns extrem geholfen“, sagt Hinze über den 20-Jährigen Yannick Fraatz, der seine Chance in Abwesenheit von Gunnarsson genutzt und gegen Lemgo neun Mal getroffen hatte. Auch Fraatz freut sich auf Flensburg: „Jedes Bundesligaspiel ist ein Erlebnis, aber es ist immer etwas Besonderes in Flensburg zu spielen.“

(gh)
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