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Judo: Kampf nach alter Tradition

Judo: Kampf nach alter Tradition

Bei der Kata-EM zeigen die Athleten die Grammatik des Kampfes zwischen Angriff und Abwehr.

Wuppertal. Kein Laut dringt von den Rängen der Uni-Halle, nur die Kampfschreie der beiden Judokas, deren weiße Anzüge sich von den blau/gelben Matten abheben, sind zu hören. Gebannt verfolgt das Publikum bei der Judo Kata-EM das Wechselspiel von Angriff und Abwehr. Ein Spiel mit festen Regeln, denn die Kata überliefert Formen und Traditionen des Kampfsports.

Auf der Judomatte bewaffnet sich ein schwarzgegürteter Kämpfer mit einen Stock, greift an. Sein Gegenüber weicht dem Hieb seitlich aus, entwindet dem Angreifer den Stock, wirft ihn zu Boden, fixiert den auf dem Rücken Liegenden mit einem Haltegriff. Mit einem Schlag der flachen Hand auf den Boden signalisiert der Angreifer seine Aufgabe.

Rein symbolisch, denn beim Kata geht es nicht um Sieg oder Niederlage, um den Kampf eins gegen eins, sondern um eine darstellerische Kür der Kämpferpaare. Kritisch verfolgen die internationalen Juroren die Vorführungen von 74 Paarungen aus 18 Ländern, bewerten exakte Technik und Abläufe, Dynamik, Zusammenspiel, Natürlichkeit und Ausstrahlung.

Italien und Spanien sind die erfolgreichsten Mannschaften der Europameisterschaft, die besten deutschen Paare finden sich auf vierten, fünften und sechsten Plätzen. "Wir haben eine andere Auffassung als die Südländer. Bei den Deutschen wirkt es etwas zu steif. Da muss mehr Leichtigkeit rein", meint Peter Frese, Präsident des Deutschen Judobundes, der die Veranstaltung in die Wuppertaler Uni-Halle holte.

"Wir haben erst in den letzten Jahren damit angefangen und propagieren Kata, seit es Europameisterschaften gibt." Kata habe es in der heutigen Zeit schwer, da viel Disziplin, aber wenig Kreativität gefordert würde. "Die persönliche Ausstrahlung kommt erst mit den Jahren." Dies erklärt auch die Dominanz von gestandenen Männern und Frauen unter den Teilnehmern. "Man muss für Kata reif sein", weiß Frese.