Wuppertaler Hochsprungmeeting Honsel und Stefela triumphieren bei Wettbewerb der Extraklasse

Wuppertal · Vorjahressiegerin schraubt sich diesmal auf 1,95 m – drei Springerinnen über 1,90 m – Jan Stefela gewinnt bei den Männern mit

Christina Honsel kann es selbst kaum fassen. 1,95 m – Wuppertal scheint ihr zu liegen.

Christina Honsel kann es selbst kaum fassen. 1,95 m – Wuppertal scheint ihr zu liegen.

Foto: JA/Andreas Fischer

Trotz Handball-EM im Fernsehen hatten sich am Freitag mehr als 450 sportbegeisterte Zuschauer in der Sporthalle des Schulzentrums Süd auf Küllenhahn versammelt, um zehn Leichtathletinnen und zehn Leichtathleten beim Wuppertaler Hochsprungmeeting zu unterstützen und auch zu bewundern. Schließlich waren es hochkarätige Leistungen, die ihnen serviert wurden. Bei den Frauen siegte die EM-Achte Christina Honsel mit europäischer Jahresbestleistung von 1,95 m vor der ehemaligen Olympia-Zweiten Mirela Demireva und Buse Savaskan, für die 1,91 m türkischen Rekord bedeuteten. Bei den Männern, wo mit dem Tschechen Jan Stefela und dem deutschen Vizeeuropameister Tobias Potye zwei Springer am Start waren, die schon Höhen von 2,30 m und höher vorweisen können, dauerte der Wettbewerb bis kurz vor 23 Uhr. Jan Stefala hatte sich mit seinen 2,30 m, die er vor zwei Wochen in Prag gesprungen war, und die immer noch Jahresbestleistung bedeuteten, in die Favoritenrolle gebracht und wurde dieser dann auch gerecht. Bis 2,28m hatte er keinen Fehlversuch, meisterte diese Höhe dann im zweiten Versuch und versuchte sich dann drei Mal vergeblich an der neuen Weltjahresbestleistung von 2,31m. Auch der Herren-Wettbewerb hatte echte Klasse, mit dem Ukrainer Vadym Kravchuk und dem Türken Alperen Acet folgten zwei Springer mit starken 2,25m von Tobias Potye, der mit seinen 2,22m auch nicht völlig unzufrieden war. Alperen hätte fast noch den zweiten türkischen Rekord an diesem Abend aufgestellt, scheiterte drei Mal ganz knapp an 2,28m.

Zunächst hatten die Schüler der Q1 des Carl-Fuhlrott-Gymnasiums alle Hände voll zu tun, denn die vielen Zuschauer wollten vor der Leichtathletik-Kost schließlich auch kulinarisch verpflegt werden. Und es war ja für einen guten Zweck, denn sie durften den Erlös für die Abikasse einsammeln.

Catering erfolgte durch das CFG, dessen Schüler der Technik-AG auch für Ton und Video der toll organisierten Veranstaltung sorgten. Das war es, was Oberbürgermeister Uwe Schneidewind meinte, als er in seiner Begrüßungsrede hervorhob, dass eine solche Veranstaltung nur gelingen könne, wenn viele Kräfte zusammenwirkten. Veranstalter LAZ Wuppertal konnte sich in dieser Hinsicht auf das CFG genauso verlassen wie auf das Sportamt, das die Halle zur Verfügung gestellt und für neue Anlaufbahnen gesorgt hatte. Die Top-Hochsprunganlage kam übrigens vom TSV Bayer Leverkusen, zu dem das LAZ nicht erst gute Kontakte pflegt, seit Tom Ediger, Sohn von LAZ-Cheftrainer Thomas Ediger und Meetingdirektor dort hochspringt.

Es dauerte ein wenig, bis Moderator Tim Husel das Publikum auf rhythmisches Klatschen eingestimmt hatte. Schließlich fiel die Latte auch erst beim „verflixten“ 13. Sprung der Veranstaltung, als bereits 1,76 m aufgelegt waren. „Ein solches Niveau hat noch nicht einmal eine Deutsche Meisterschaft“, freute sich Thomas Ediger.

Dazu trugen neben Honsel, die inzwischen mit Fug und Recht als deutscher Topstar bezeichnet werden darf, natürlich auch die ausländischen Starterinnen bei. Die mehrfache Schweizer Meisterin Salome Lang freute sich nach längerer Verletzungspause über gute 1,84 m. Da waren immer noch fünf Springerinnen im Wettbewerb. Die Türkin Buse Savaskan holte sich Jubelstürme und Gratulationen aller Konkurrentinnen ab, nachdem sie mit 1,91 m ihren Landesrekord verbessert hatte.

Und dann war da natürlich Mirela Demireva, die schon mal Olympia-Silber gewonnen und vor zwei Wochen bei einem Meeting in Herzebrock-Clarholz auch Honseln mit 1,92 m besiegt hatte. In Wuppertal schien sie schon geschlagen, als Honsel im ersten Versuch die 1,91 m überquerte und sie, die bis dahin ebenfalls keinen Fehlversuch hatte, drei Sprünge brauchte, um die Latte doch noch zu überqueren.

Doch Demireva schlug zurück. Honsel, die insgesamt stärker wirkte, und mit 1,91 m bereits deutsche Jahresbestleistung und Bestätigungsnorm für die Olympischen Spiele gesprungen war, hatte bei 1,93 m ihren ersten Fehlversuch. Demireva nahm die Höhe dagegen auf Anhieb. Sollte sie wieder gewinnen wie in Herzebrock? Nein! Honsel hatte noch zwei im Köcher und riss die Zuschauer von den Sitzen. Im dritten Versuch schaffte sie doch die 1,93 m und sprang im ersten über 1,95 m. Da konnte Demireva dann doch nicht mehr nachlegen.

Fast wäre die Wattenscheiderin Honsel auch noch 1,97 m und somit sogar Weltjahresbestleistung und direkte Olympianorm gesprungen. Bei allen drei Versuchen war es ganz knapp. „Durch den Sieg gibt es aber auch so viele Punkte für das Worldranking“, freute sich Honsel über den tollen Einstieg ins Olympia-Jahr.

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