Hoffnung für Volleyballer

Kooperation: Zwei Wirtschaftsprofis wollen den Bundesliga-Sport in Wuppertal erhalten.

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p class="text"><strong>Wuppertal. "Wir WUPPens"! - Starker Sport braucht starke Partner". Unter diesem Slogan soll in Wuppertal auch in den kommenden Jahren Spitzen-Volleyball erhalten bleiben. Dem aktuell noch unter dem Werkslogo spielenden Bundesligisten SVBayer wird bekanntlich nach Ende der laufenden Saison der Leverkusener Geldhahn zugedreht. Die Zukunft ist ungewiss, aber es gibt einen Silberstreifen am Horizont. Der Suche nach neuen Sponsoren haben sich nun Profis angenommen. "Wir gehen sehr nüchtern an den Volleyballsport heran, wollen ihn wirtschaftlich betreiben", sagt Thorsten Westhoff. Der Wuppertaler Unternehmensberater will zusammen mit Thomas Sittler, der in Frankfurt eine Veranstaltungsagentur betreibt, den Volleyballsport in Wuppertal mit neuen Strukturen vor dem sicheren Aus retten. Das alles in Kooperation mit dem Stammverein SVBayer Wuppertal. Zu diesem Zweck schlossen die Beteiligten einen auf mindestens sechs Jahre laufenden Vertrag mit Verlänger- ungsoption.

Die Zeit drängt. Bis Ende Januar wollen die Macher die Saison 2008/2009 finanziell in trockenen Tüchern haben. Sie gilt es zu überbrücken, denn die Werbe-Etats der großen Unternehmen sind bereits verplant. Erster Rettungsring der neuen Macher: Der Verkauf von Lebensdauerkarten zum Preis von 1500 Euro. "So wollen wir einen Teil des kommenden Budgets sichern, uns quasi Zeit erkaufen. Es lohnt sich, dieses Team zu unterstützen, denn Wuppertal ist mit Spitzensport nicht reich gesegnet. Wir brauchen viele kleine Helfer", sagt Westhoff. Er deutete an, dass auch ein anderer Standort für die Bayer-Volleyballer im Gespräch war. "Aber wir wollten den Sport auf diesem Niveau hier in Wuppertal halten."

Über die exakt benötigte Summe zur Etatdeckung wird Stillschweigen bewahrt. Sponsoren können sich darauf einstellen, dass sowohl Logo und Name des Konzerns in der nächsten Saison verschwinden. Das Trikot ist frei.

Leinen los, heißt es für die Volleyball-Profis. Die Fahrt aus dem geschützten Hafen, der über viele Jahre Bayer AG hieß, hat begonnen. In den nächsten Wochen muss sich zeigen, ob die Volleyballer die rauhe See im freien Wettbewerb überstehen können. Das Produkt Bundesliga-Volleyball steht nach Jahren einer gesicherten Grundversorgung durch die Bayer AG erstmals richtig auf dem Prüfstand. Die gute Nachricht für die Stadt lautet, dass das Schiff weiter unter Wuppertaler Flagge segeln wird. Die schlechte Nachricht ist, dass der neuen Volleyball-Betriebsgesellschaft die Zeit davon laufen könnte, bevor sie das Boot seetüchtig gemacht hat. Das muss es schon sein, denn einen Weg zurück in den sicheren Hafen gibt es nicht. Die Alternativen heißen schwimmen oder untergehen. Mast- und Schotbruch, kann man da nur wünschen!