Handball-Zweitlist aus Wuppertal bleibt schärfster Verfolger des Spitzenduos

Handball : Mini-Kader des TVB geht volles Risiko

Damen-Handball: Praktisch mit dem letzten Aufgebot siegt der TV Beyeröhde bei der SG Herrenberg mit 26:21 (13:12).

Die Auswärtspartie der 2. Bundesliga bei der SG H2Ku Herrenberg wird den Handballerinnen des TVB Wuppertal sicherlich nicht nur durch ihre Anwurfzeit als ungewöhnlich in Erinnerung bleiben. Der 26:21 (13:12)-Sieg war sicherlich kein Arbeitssieg eines Favoriten, sondern hart erarbeiteter Lohn einer dezimierten Mannschaft. „Allerdings war das Spiel sicherlich knapper, als es das Ergebnis aussagt“, sagt TVB-Coach Martin Schwarzwald. Der TVB hält mit zwei Punkten Rückstand Kontakt zu den Spitzenreitern Rosengarten und Kurpfalz Bären.

Nach den Verletzungen und langfristigen Ausfällen von Silvia Szücs, Hannah Kamp, Ramona Ruthenbeck und Natalie Adeberg meldete sich am Freitag auch Pia Adams – gerade mal drei Wochen nach ihrer Rückkehr - erneut verletzungsbedingt ab. Die linke Rückraumspielerin verletzte sich am Donnerstagabend erneut an der operierten Hand und dürfte rund vier Wochen fehlen.

„Die Favoritenrolle dürfen wir ab sofort gegen jeden Gegner von uns weisen“, hatte TVB-Trainer Martin Schwarzwald vor der Fahrt nach Baden-Württemberg gesagt.

Das galt auch in Herrenberg, wo die Wuppertaler Handballgirls noch einmal enger zusammenrückten. Mit der Strategie trotz des personellen Notstands auf Tempo zu drücken, suchte die Mannschaft um Melina Fabisch ihr Heil in der Offensive. „Dafür hatten wir natürlich auch in Kauf genommen, dass sich die Fehlerquote erhöht“, verriet Schwarzwald die Taktik seines Teams.

Allerdings ließen die Anfangsminuten den Coach zweifeln. Mit einem verworfenem Siebenmeter durch Anna-Lena Tomlik und zwei Fehlwürfen ließen die Beyeröhderinnen gleich drei riesige Chancen aus. „Da kam mir der Gedanke, wie wir hier was holen sollen, wenn wir solche Dinger liegen lassen“, schilderte Schwarzwald seine Gefühlslage.

Zumal der 32-Jährige nach einer Viertelstunde zunächst auf Luisa Knippert, der einzig übriggebliebenen Rechtshänderin im Rückraum verzichten. musste. Die Stamm-Mittelspielerin der letzten Wochen schlug nach einem Zweikampf am Boden auf und handelte sich einen zwei Zentimeter langen Cut ein.

TVB-Physio Fabian Vosswinkel, auf dessen Einsatz im Spiel die Verantwortlichen sonst gerne verzichten, leistete ganze Arbeit, „flickte“ Knippert zusammen und sorgte so für deren Rückkehr.

„Im Angriff haben wir zwar viele gute Chancen liegen gelassen, dafür aber eine Mega-Abwehrarbeit gezeigt. Am Ende haben die Emotionen entschieden“, sagte Knippert, die sich mit ihren Nebenleuten trotz der zehn Treffer von SGH-Goalgetterin Lea Neubrander zehn Minuten vor dem Ende entscheidend absetzen konnte.