Handball: TVB Wuppertal fehlt in Nürtingen die Überzeugung

Handball : TVB fehlt in Nürtingen Überzeugung

Trainerin Dagmara Kowalska ist nach der 22:24-Niederlage bei Kellerkind Nürtingen über den Auftritt ihrer Mannschaft entsetzt.

Mit 22:24 (11:14) unterlagen die Zweitliga-Handballerinnen des TVB Wuppertal am Samstagabend bei der TG Nürtingen. Doch so knapp wie das Ergebnis auszusagen scheint, war der Spielverlauf nicht. „Das Ergebnis spiegelt in keinster Weise unsere schlechte Leistung wider und ist somit noch zu gut ausgefallen“, sagte TVB-Trainerin Dagmara Kowalska, die auch am Tag danach noch völlig aufgewühlt war. Ohne Mut und Einstellung seien die Wuppertaler Handballgirls in Süddeutschland aufgetreten und hätten sich gegen einen keinesfalls vor Selbstvertrauen strotzenden Gastgeber frühzeitig aufgegeben. Sie sieht redebedarf und hat die Mannschaft für den Dienstagabend zur Aus- und Ansprache beordert.

In einer schwachen Partie liefen Melina Fabisch und ihre Nebenleute nach dem 6:6 (13.) permanent einem Rückstand hinterher, ohne diesen noch einmal aufholen zu können. Dabei hofften die Gäste nach dem leichten Aufbäumen und einem Zwischenspurt von 15:20 (44.) auf 19:20 (49.) noch auf die Wende. „Da fehlte uns einfach das grundlegende Element der Körperspannung, um in der zweiten Bundesliga ein Spiel zu gewinnen“, sagte Dagmara Kowalska, die bei ihrer Mannschaft den Glauben an die eigenen Stärken vermisste.

Von Kritik nimmt die Trainerin nur Centini und Szücs aus

Von ihrer Generalkritik nahm die ehemalige Bundesligaspielerin lediglich die Torhüterin Dana Centini und Feldspielerin Silvia Szücs aus. „Wenn die nach zweieinhalb Jahren Verletzungspause sich in der Aufbauphase befindliche Silvia unsere beste Feldspielerin ist, spricht das eigentlich eine deutliche Sprache“, redete Kowalska, die sich sonst immer vor ihre Mannschaft stellt, Klartext über das Ergebnis ihrer Analyse.

Elf technische Fehler habe ihre Mannschaft alleine in der ersten Hälfte fabriziert. Zu viel für die Trainerin mit polnischer Abstammung. Dabei lässt Kowalska auch nicht gelten, dass mit Annefleur Bruggemann eine wichtige Spielerin durch ihren Einsatz für Bayer Leverkusen gefehlt habe. „Das darf keine Ausrede für uns sein. Wir sind stark genug, um diesen Gegner auch ohne Anne zu schlagen. Wir müssen nur mal mutig an die Aufgabe herangehen und an unsere Stärke glauben“, betont Kowalska erneut indirekt fehlende Motivation und fehlende Leistungsbereitschaft in ihrem Team, um die abstiegsbedrohten Gastgeberinnen schlagen zu können.

Sie werde in den kommenden Wochen der Mannschaft noch einmal einimpfen müssen, dass ihr Team nicht durch individuelle Stärke einzelner, sondern nur durch mannschaftliche Geschlossenheit erfolgreich werden könne und man dafür viel arbeiten müsse. Nach dem Gespräch am Dienstag scheint den Tabellenelften eine intensive Trainingswoche zu erwarten. Schließlich kommt am Samstag mit dem TuS Lintfort der zweite Westnachbar zum kleinen Derby in die Buschenburg. Dieser wird sich als Tabellenzehnter mit Sicherheit ebenso wehren wie Nürtingen, um die Wuppertalerinnen nicht an sich vorbeiziehen zu lassen.

(e.ö.)
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