Handball: Beyeröhde sehnt das Ende der Saison entgegen

Handball: Beyeröhde sehnt das Ende der Saison entgegen

Der Zweitligist reiste ersatzgeschwächt nach Riesa / Disselhoff und Karger verletzten sich.

Wuppertal. Morgens um 7 Uhr ging für die Beyeröhderinnen die etwa 600 Kilometer weite Reise nach Riesa los, und als man am späten Samstagnachmittag die Rückfahrt antrat, da war das Gepäck um zwei Minuspunkte und eine saftige 19:34 (7:18)-Niederlage schwerer. Die abstiegsbedrohten "Elbehexen" hatten ihrem "Kampfnamen" alle Ehre gemacht, für die knappe Hinspielniederlage eindrucksvoll Revanche genommen und den bereits abgestiegenen Tabellennachbarn deutlich distanziert.

Was die Stunde bei Spielbeginn in der zum "Hexenkessel" mutierenden WM-Halle geschlagen hatte, bekam Domi Karger in Gestalt eines "Veilchens" schon gleich nach dem Anpfiff zu spüren. Trotzdem erzielte sie drei Treffer. Da war Anna Disselhoff noch weit schlechter dran, denn sie schlug sich kurz nach ihrem Treffer in der sechsten Minute den Fuß um und konnte nicht mehr mitwirken. Fatal für Beyeröhdes Trainer René Baude, der ohnehin mit einem Minikader angereist war. Neben den A-Jugendlichen musste er auf Torhüterin Lilla Mozga verzichten, die - ebenfalls mit umgeschlagenem Fuß - auf der Bank zum Zusehen verurteilt war. Ihre Vertreterinnen Linda Martin und Tini Herrmann konnten sie nicht vollwertig ersetzen und waren für die "Elbehexen" Marzena Kot, und Lucie Dorotkova ebenso wenig ein Hindernis wie für die Außen Jana Foksova und Annika List.

Kopfschüttelnd musste Baude von der Bank mit ansehen, wie seine Mannschaft sich durchaus Chancen erspielte, die aber mit geradezu sträflicher Fahrlässigkeit vergab. Wie schon Dutzende Male in dieser Saison nahmen die Gegnerinnen die Beyeröhder Wurfschwäche zum Anlass, ihrerseits Konter zu starten und die dann weitaus effektiver abzuschließen. Alternativen hatte der Beyeröhder Trainer nicht und meinte: "Als Anna Disselhoff ausfiel und Domi Karger behandelt wurde, hatte ich keine einzige Auswechselspielerin mehr", was sich vor allem auch deshalb fatal auswirkte, weil Rechtsaußen Mona Butzen schon angeschlagen (behandlungsbedürftige Knieverletzung) ins Spiel gegangen war und ihre Wurfkraft fast nur bei Siebenmetern zum Tragen kam. Während die beiden jungen Ines Adams und Lotta Lorkowski im Riesaer "Hexenkessel" nicht die Nerven zu Treffern hatten, waren wieder einmal Kapitän Ilka Held (6/2) und Laura Magelinskas (5/2) die wenigen konstanten Größen im Beyeröhder Rumpf-Team, das angesichts der Chancenlosigkeit sicher das Ende der Saison herbeisehnt.

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