Wuppertaler Profiboxer kämpft Unentschieden im Titelkampf in Berlin Gulatieri verteidigt seinen Meistertitel trotz einiger Probleme im Ring

Berlin/Wuppertal · Nur elf Wochen nach dem erstmaligen Gewinn der Deutschen Meisterschaft des Verbands Deutscher Profiboxer BDB musste der Wuppertaler Vincenzo Gualtieri seinen Titel bereits verteidigen. Der Kampf des 27-jährigen Mittelgewichtlers gegen den ein Jahr jüngeren Kölner Thomas Piccirillo endete mit einem Unentschieden, beide Kämpfer fühlten sich als Sieger.

 Vincenzo Gualtieri hatte Probleme mit seinem Kölner Herausforderer.

Vincenzo Gualtieri hatte Probleme mit seinem Kölner Herausforderer.

Foto: dpa/Andreas Gora

Der Kampf gehörte zum Programm des großen Kampfabends, den Gualtieris Berliner Boxstall Agon-Sports in den Berliner Havelstudios angesetzt hatte. Dort hatte auch Gualtieris erster Titelkampf stattgefunden, als Agon Mitte Juni als einer der ersten Boxställe nach dem Corona-Lockdown einen Kampfabend veranstaltet hatte.

Vincenzo Gualtieri wurde von seinen Fans am Ring lautstark unterstützt, hatte aber über die gesamten zehn Runden Probleme, sich frei zu boxen. Der Wille, seinen Gegner zu dominieren, war unübersehbar, aber der Wuppertaler wirkte streckenweise verkrampft. Sein Kontrahent aus Köln zeigte wenig Respekt vor dem amtierenden Deutschen Meister, ging in die Offensive und landete einige Treffer. Das fiel Vincenzo Gualtieri hingegen schwer, denn sein untersetzter Gegner bot mit seiner gebückten Kampfhaltung kaum einmal ein stehendes Ziel.

„Nach dem Urlaub werde für ihn die Arbeit weitergehen“, kündigte der 27-Jährige Wuppertaler an. Es werde weiter für ihn nach oben gehen. Dass eine ausgiebige Analyse dieses Kampfes Voraussetzung für weitere Erfolge sein wird, ließ Gualtieri durchblicken, als er andeutete, dass auch über Fehler gesprochen werden müsse.

Die Experten vom Fernsehsender Sport 1, darunter Axel Schulz, hatten über die zehn Runden Vorteile beim Herausforderer gesehen. Auch im Agon Boxstall fiel die Bewertung der erfolgreichen Titelverteidigung kritisch aus. „Unterm Strich kann Gualtieri mit seiner Leistung nicht zufrieden sein, denn er zog aus seinem Reichweitenvorteil keinen substantiellen Nutzen und blieb dadurch hinter seinen Möglichkeiten“, heißt es in einer Pressemittetilung von Agon Sports.

Wie knapp die Wertung ausfiel, zeigt ein Blick auf die Punktzettel: Zwei Kampfrichter werteten den Kampf 95:95 unentschieden, einer hatte Piccirillo mit 96:94 vorn. Nach den Regeln des BDB gilt der Mehrheitsentscheid (Majority Decision). Damit verteidigte Gualtieri zum ersten Mal seinen Titel.

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