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Gualtieris Geister-Kampf um die Deutsche Meisterschaft

Boxen : Gualtieris Geister-Kampf um die Deutsche Meisterschaft

Der Profi-Boxer aus Wuppertal darf am 12. Juni für Agon-Sports nach der Corona-Zwangspause wieder in den Ring steigen. Zuschauer darf es in der Halle nicht geben.

Wuppertals Profiboxer Vincenzo Gualtieri kehrt nach seiner coronabedingten Zwangspause zurück in den Ring. Beim Event seines Berliner Boxstalls Agon Sports am 12. Juni soll der 27-Jährige nun seinen ersten Titelkampf um die Deutsche Meisterschaft des Bunds Deutscher Berufsboxer bestreiten. Der war eigentlich für den 21. März in Wuppertal geplant gewesen, hatte aber wegen des Corona-Shutdowns abgesagt werden müssen.

Statt einer großen Zuschauerzahl in der Bayer-Halle mit vielen Wuppertalern, die ihn anfeuern wollten, wird Gualtieri nun einzig auf seine Stärke und die Unterstützung seines Trainers bauen können. Bei dem Box-Event, das in den Havel-Fernsehstudios stattfinden soll, sind keine Zuschauer zugelassen. „Das kann ich mir noch gar nicht vorstellen, aber ich versuche, mich ganz auf den Kampf zu konzentrieren“, sagt Gualtieri. Trotz der zwischenzeitlichen Einschränkungen im Training fühle er sich gut vorbereitet und freue sich sehr auf seinen bisher wichtigsten Kampf als Profi.

Das Veranstaltungskonzept ohne Zuschauer und mit strengen Hygieneregeln war Voraussetzung dafür, dass der Berliner Senat die Veranstaltung jetzt genehmigt hat. Nur unmittelbar mit dem Event befasste Personen, wie Boxer, Trainer und Jury sowie ein Fernsehteam dürfen in der Halle sein. Soweit es die Umstände zulassen, sollen auch die übrigen ursprünglich in Wuppertal geplanten Titelkämpfe stattfinden. So wollen die Stars des Boxstalls, Jack Culcay und Björn Schicke, ihren WBO International und EBU-EU-Titel verteidigen. Teilweise müssen neue Gegner besorgt werden, da diese aufgrund der Quarantäneschutzbestimmungen nur aus Deutschland kommen können.

Gegner bleibt der Hamburger Alexander Pavlov

Vincenzo Gualtieri wird wie geplant gegen den Hamburger Alexander Pavlov antreten. Der 31-Jährige hat bisher zehn Profikämpfe auf seiner Fightcard, die er alle gewonnen hat, acht davon durch k.o.. Gualtieri ist in 14 Profikämpfen bisher ebenfalls unbesiegt bei einer k.o-Quote von 50 Prozent.

Zum Hygienekonzept gehört, dass alle Kämpfer bis zum 7. Juni anreisen müssen, von da an bis zum Kampf im Hotel einquartiert und unter Quarantäne gestellt werden. „Außerdem sind für jeden zwei Coronatests geplant, einer direkt am Montag und noch ein Kontrolltest am Donnerstag, einen Tag vor dem Kampf“, berichtet René Lorenz, Manager of Sports bei Agon. Boxfans sollen zumindest die Hauptkämpfe ab 20.15 Uhr live im Internet auf bild.de verfolgen können.

Vincenzo Gualtieri ist sicher, dass in Wuppertal dann viele Fans und die ganze Familie vor dem Bildschirm mitfiebern. „Das gibt mir Kraft, und ich bin zuversichtlich, dass ich gewinnen werde.“ Auch wenn er lange nur individuell habe trainieren können und erst seit zwei Wochen wieder Training in kleinen Gruppen und seit dieser Woche wieder im Sparring erlaubt ist, seien seine Werte was Kraft und Ausdauer betrifft, sogar besser als vor dem ursprünglichen Kampftermin im März. Auch das Gewicht sei schon fast auf Kampfniveau. Bis zum 12. Juni müsse er nur noch 2,5 Kilogramm „abkochen“, um auf die Mittelgewichtsmarke von 72,5 zu kommen.

In Wuppertal wird auch Jörg Wolff von der Sportstadt Wuppertal mit Gualtieri mitfiebern. „Das ist ein ganz wichtiger Kampf für Vincenzo, um seine Position im Team zu stärken, das immer mehr Boxer dazuholt“, so Wolff. Nicht nur als Sponsor (über eine Vertragsverlängerung werde demnächst gesprochen) hofft er auf einen Sieg Gualtieris. Schließlich habe Agon-Sports weiter Interesse daran, eine Box-Gala in Wuppertal auszurichten, wenn die Verhältnisse es wieder zulassen. Wolff: „Dafür wäre ein Deutscher Meister Gualtieri natürlich wichtig.“