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Grün-Weiß Wuppertal lässt sich auch von Heckinghausen nicht stoppen

Fußball-Kreisliga A : Grün-Weiß Wuppertal lässt sich auch von Heckinghausen nicht stoppen

3:1 im Nachbarschaftsduell. Beyenburg bleibt nach spätem Sieg gegen Linde aber vorerst Spitze. Duell auf der Asche geht an Jugoslavija.

SV Heckinghausen - TuS Grün-Weiß Wuppertal 3:1 (2:1). Schon nach einem Drittel der Saison zeichnet sich in der Wuppertaler Kreisliga A ein spannender Zweikampf um den Meistertitel ab. Während der TSV Beyenburg in letzter Minute gegen den SV Jägerhaus-Linde 1:0 siegte, machte Grün-Weiß im Lokalderby beim SV Heckinghausen seine Hausaufgaben, gewann 3:1 (2:1) und hat nach sieben Partien beeindruckende 21 Zähler auf dem Konto. Wegen des besseren Torverhältnisses bleibt Beyenburg Spitzenreiter, hat allerdings eine Partie mehr ausgetragen.

Lediglich 1700 Meter trennen die Sportplätze des SV Heckinghausen und von Grün-Weiß Wuppertal - mehr Lokalderby geht kaum.  „Wir sind dennoch mit dem PKW angereist“, schmunzelte Grün-Weiß-Trainer Andre Brieger, dem nach Abpfiff allerdings nicht wirklich zum Feiern zumute war, auch wenn seine Mannschaft ihre Siegesserie fortsetzte. 150 Zuschauer sahen an der Widukindstraße zwar ein umkämpftes Derby, das aber wenig fußballerische Leckerbissen lieferte. Heckinghausens Trainer Mehdi Amouchi pflichtete Brieger in puncto Spielqualität bei und sah seine Mannschaften ansonsten über weite Strecken trotz erheblicher Personalsorgen auf Augenhöhe. Die Oberbarmer erzielten alle drei Tore nach einer Standardsituation - zwei der drei Treffer resultierten aus direkt verwandelten Freistößen. Beim frühen 1:0 (11.) nahm Jan Lange Maß - Auftrieb gab das den Gästen aber nicht. Im Gegenteil: Nach einer Slapstick-Einlage im Strafraum war SVH-Stürmer Juan Bakr (20.) zur Stelle und markierte den Ausgleich. „Wir haben den Gegner unnötigerweise zurück ins Spiel kommen lassen“, monierte Brieger. Während Bakr (24.) diesmal nur die Latte traf, half Grün-Weiß erneut der ruhende Ball - der junge Nick Himmelmann nickte nach einer Freistoßflanke freistehend am zweiten Pfosten  zur 2:1 Pausenführung ein (31.).

Auch im zweiten Durchgang blieb die Partie zerfahren - beide Teams wollten, konnten aber irgendwie nicht. Spielentscheidend waren die 70. und die 72. Minute: Zunächst sah SVH-Torschütze Juan Bakr für ein Nachtreten die Rote Karte, 120 Sekunden später musste Kollege Mert Özkan mit Ampelkarte ebenfalls runter. Sergen Isler (74.) erhöhte per direktem Freistoßtreffer auf 3:1 und machte vermeintlich alles klar. „Was dann kam, darf uns bei doppelter Überzahl niemals mehr passieren“, ärgerte sich Andre Brieger. Zum einen spielten seine Kicker die zahlreichen Kontergelegenheiten schlampig aus, zum anderen verschuldeten sie noch einen Elfmeter, den Keeper Kai Bock allerdings stark parierte. „In doppelter Unterzahl war es natürlich ganz schwer für uns. Insgesamt ist es heute sehr unglücklich gelaufen“, sagte Mehdi Amouchi.

Grün-Weiß trifft am kommenden Sonntag (15 Uhr) mit Hellas im nächsten Lokalderby auf einen unangenehm zu bespielenden Gegner. „Das wird sicher kein Selbstläufer“, blickt Brieger bereits voraus


TSV Beyenburg - SV Jägerhaus-Linde 1:0 (0:0). Die Bezeichnung „Matchwinner“ hat sich Beyenburgs Joker Adrian Becker redlich verdient. In der 88.Spielminute vom Trainerduo Böhmer/Rüger erst eingewechselt, wurde Becker zum Held und erzielte in der Nachspielzeit das Tor des Tages. Lindes Trainer Sven Heinzer konnte es kaum fassen: „Es ist eine unglückliche wie unverdiente Niederlage, ich bin sehr stolz auf meine Mannschaft.“ Die Gäste reisten mit Personalsorgen auf die Albertshöhe und hätten sich ein Remis wohl verdient gehabt. „Wir hatten heute zwei Mal Glück. Linde hat allerdings sehr defensiv gespielt und nur auf Konter oder Standardsituationen gelauert“, meinten Böhmer/Rüger. Beyenburg bleibt punktgleich mit Grün-Weiß an der Spitze, hat am kommenden Sonntag allerdings die unangenehme Aufgabe auf der Asche am Opphof beim FK Jugoslavija vor der Brust.

Hellas Wuppertal - TSV Union Wuppertal 4:1 (2:1). Will Hellas Wuppertal im Aufstiegsrennen ein Wörtchen mitreden? Nach dem deutlichen Sieg gegen Union haben die Griechen bereits 13 Zähler nach sechs Partien auf dem Konto und schoben sich auf Rang drei. Spielertrainer Athanassios Bampakos war hochzufrieden. „Es war ein super Spiel von uns. Kompliment an die Jungs, dass wir auf die Niederlage gegen Beyenburg mit zwei Siegen geantwortet haben.“ Am Heimdreier ließ Hellas gegen das enttäuschende Union, das sich kaum einmal Torchancen herausspielen konnte, wenig Zweifel. Tore: 1:0 Georgios Pedis (10.), 2:0 Trifon Proios (33.), 2:1 Hakan Akyüz (44.), 3:1 und 4:1 Nikolaos Lainas (58. und 64.)

TSV Ronsdorf II - SSV Sudberg 1:1 (1:0). Es war ein hitziges Derby zwischen den Zebras und dem SSV, an dessen Ende die Ronsdorfer Reserve als Sieger vom Platz hätte gehen können - doch der Strafstoß in der Nachspielzeit wurde verschossen. Zuvor verpassten die in der ersten Hälfte schläfrigen Sudberger mehrmals die Chance auf drei Zähler. „Ich hatte deutliche Worte in der Pause gefunden. Wir haben es im zweiten Durchgang besser gemacht und müssen am Ende trotzdem irgendwie froh sein, den Punkt geholt zu haben“, sagte Sudbergs Trainer Daniel Dittrich. Sein Gegenüber Sven Kaiser ärgerte sich zwar über den vergebenen Lucky Punch, meinte aber auch: „Mehr als ein Remis hätten wir heute nicht verdient gehabt.“ Mentor Danqt (13.) brachte Ronsdorf in Führung, Maximilian Marker glich nach einer Stunde aus.

BV Azadi 1885 - FK Jugoslavija 0:1 (0:1). Die Asche ist ihr zu Hause - und so duellierten sich Azadi und Jugoslavija auf der Kaiserhöhe auf gewohntem Untergrund. Etwas glücklich nahmen die Gäste drei Zähler mit nach Hause und haben nach sechs Spielern bereits zehn Punkte auf dem Konto, während Azadi weiter das Tabellenende ziert. Nach überlegener Anfangsphase von Jugoslavija kamen die Hausherren besser auf - in deren Drangphase erzielte Sorin-Gabriel Marcu (28.) aber das Tor des Tages. Im Laufe des zweiten Durchgangs verhinderte Jugoslavija-Keeper Marco Hennenberg mehrmals den Ausgleich, während die Gäste nach Kontern gefährlich blieben.