Großer Auftritt für die CDG-Fußballerinnen in Berlin

Schulsport : Großer Auftritt für die CDG-Fußballerinnen

Das Bundesfinale der Schulen feiert ein großes Jubiläum. Die Mädchen des CDG sind mittendrin.

„Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin - was in Fußballerkreisen durch das Deutsche Pokalfinale einen großen Klang hat, ist in diesen Tagen auch für die Fußballmädchen des Carl-Duisberg-Gymnasiums Grund für riesige Vorfreunde. Wie berichtet, haben sie das Bundesfinale der 16 erreicht, die sich jeweils in ihrem Landesverband als Sieger durchgesetzt haben. Es findet vom 23. bis 27. September in Berlin statt und wird diesmal zur Feier von 50 Jahre „Jugend trainiert für Olympia“, das seitdem den Bundeswettbewerb der Schulen ausrichtet, besonders groß aufgezogen.

„Wir kommen am Sonntag an, werden alle im Hotel untergebracht und nehmen am Montagmorgen zunächst an der Eröffnungsveranstaltung im Olympia-Stadion teil“, berichtet Sportlehrer Hartmut Lichtenberg. Die 15-köpfige CDG-Delegation - elf Spielerinnen und vier Betreuer - werden dann gemeinsam mit den Teilnehmern aus zehn Sportarten, die beim Herbstfinale in Berlin ihre Wettbewerbe austragen, ins Stadion einlaufen.

An diesem Mittwoch wurden schon mal die neuen Trikots probiert, die die Wuppertaler Sparkasse für diesen Zweck gesponsort hat. Immerhin hatte zuletzt 2013 mit den Jungs der Friedrich-Bayer-Realschule eine Wuppertaler Fußball-Mannschaft das Bundesfinale des Schulwettbewerbs erreicht. Beim CDG selbst musste man 30 Jahre zurückblättern, ehe man ein Basketballteam der Schule fand, das mal ein Bundesfinale erreicht hatte. Dabei wird an der Schule selbst der Sport groß geschrieben.

„Wir haben seit Jahren einen Sportleistungskurs, dem aktuell mit Maximilian Zöllner sogar ein Kanute aus dem Bundeskader angehört. Außerdem ist Sport und Gesundheit neuerdings einer der drei Schwerpunkte, die in Klasse fünf gewählt werden können“, erklärt der stellvertretende Schulleiter Christoph Malz, der auch mit nach Berlin fahren wird. Außerdem achte man streng darauf, dass bei den im Lehrplan vorgesehenen drei Wochenstunden Sport nicht gekürzt werde.

Das CDG-Team verfügt über sehr gute Einzelspielerinnen

Dass man mit der Fußballmädchenmannschaft, die Hartmut Lichtenberg schon seit der fünften Klasse betreut, eine besonderes erfolgreiche Mannschaft zusammen habe, sei allerdings auch eine sehr glückliche Konstellation. Lichtenberg: „Sechs Spielerinnen spielen für den VfL Gennebreck, zwei beim Bundesliga-Nachwuchs der SGS Essen und eine ist gerade zum VfL Bochum gewechselt. Da muss ich selbst gar nicht so viel sagen, die Mädels verstehen sich und kennen ihre Aufgaben.“

„Das Niveau gerade im Frauenfußball hat sich in den vergangenen Jahrzehnten deutlich gesteigert“, bestätigt Pit Dahlhaus, der neben Mutter Sabine Brochhagen zu den vier Betreuern in Berlin gehört. „Da wollte ich schon immer mal hin, habe es mit meinen Mannschaften aber nie geschafft“, ergänzt Dahlhaus, der zwar als Lehrer inzwischen in Rente ist, aber immer noch für zehn Wochenstunden an der Schule aushilft. Einst sei die Schule vor allem im Handball stark gewesen, habe Bundesligaspieler wie Frank Gersch hervorgebracht und mit ihrer A-Jugend die Grundlage für den ehemaligen SV CDG gelegt. „Wir sind leider im Landesfinale immer an einer Duisburger Schule gescheitert, die mit dem damaligen Bundesligisten Rheinhausen kooperiert hat“, berichtet Dahlhaus.

Starke Konkurrenz von Sportschulen und solchen, die mit Vereinen kooperieren, gibt es für die CDG-Fußballmädchen jetzt auch in Berlin, wo auf Kleinfeld Sieben gegen Sieben gespielt wird. „Mit dem Sportgymnasium Leipzig, der Sportschule Potsdam und Mainz haben wir sicher eine besonders starke Gruppe erwischt“, schätzt Lichtenberg. Turbine Potsdam ist im Frauenfußball eine echte Größe. Das Viertelfinale, das die beiden Besten der Vierer-Vorrundengruppen erreichen, wäre da schon ein Riesenerfolg. Anna und Annika geben sich bescheiden: „Gut spielen und nicht Letzter werden“, beschreiben sie ihre Ziele.“ Berlin wird so oder so für die Fußball-Talente ein Riesenerlebnis werden.

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