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Geberts Zukunftskonzept kennt bisher nur Ex-Präsident Runge

Geberts Zukunftskonzept kennt bisher nur Ex-Präsident Runge

Ex-Präsident kann sich eine weitere Unterstützung des WSV vorstellen.

Wuppertal. Die wiederholten Gebert-raus-Rufe“ der WSV-Ultras, die mit etwa 60 Leuten nach Köln gefahren waren, nahm der Manager und neue zweite Vorsitzende Tobias Gebert am Samstag auf der Tribüne gelassen hin. Kritik an seiner Person ist er gewohnt — auch intern, hält aber eisern an seinem Kurs fest, über sein Zukunftskonzept für den WSV nichts bekannt zu geben. „Wir wollen auch nächstes Jahr Regionalliga spielen und daran arbeiten wir“, ist inzwischen sein Standardsatz. Zum Osterfest fügte Gebert lediglich hinzu: „Natürlich machen wir uns Gedanken, aber über ungelegte Eier reden wird nicht.“

Während er und der neue Präsident Klaus Mathies bei ihrer Antrittsrede dennoch pauschal Unterstützung von denjenigen gefordert hatten, die Friedhelm Runge vom Hof gejagt hätten, ist Gebert dem Ex-Präsidenten gegenüber bereits konkreter geworden. „Der Vorstand hat mir am Karfreitag ein Konzept vorgelegt, wie es über den 30. Juni hinaus hier weitergehen kann. Auf den ersten Blick ist es sehr zukunftsorientiert und richtungweisend“, sagte Runge der WZ, ohne selbst konkreter zu werden. Das wolle er dem Vorstand überlassen. „Ich werden mich in den nächsten zwei Tagen noch da hineinvertiefen, schließlich sind es ein paar Seiten Papier, aber ich kann mir schon vorstellen, das zu unterstützen“, so Runge weiter. Das gilt offenbar auch für den Rest der laufenden Saison, nachdem Runge bei seinem Rücktritt angekündigt hatte, seine Unterstützung zum 31. März einzustellen und auch im Stellen der 35000-Euro-Bürgschaft für die neue Regionalliga-Saison Mitte März noch keinen Beleg für eine generelle Rückkehr als Sponsor erkennen lassen wollte. „Natürlich bin ich weiter interessiert daran, dass es für den WSV eine Zukunft in der Regionalliga gibt.“

300 000 bis 500 000 Euro, so hieß es vom Verwaltungsrat, würden ohne Runge von April bis Ende Juni fehlen. Ansonsten bleibe ohne weitere Hilfe nur die Insolvenz. Die sieht mancher als einziges Mittel, die Verbindlichkeiten gegenüber Ex-Präsident Friedhelm Runge aus den Büchern zu bekommen. Am Donnerstag soll ein Restrukturierungsausschuss unter der Regie von Dieter Mühlhoff das nächste Mal tagen. Eingeladen sind auch die Verwaltungsräte Heiner Düssel und Michael Busch, die das Konzept ihres neuen Vorstands nach eigenem Bekunden bisher nicht kennen. Einweihen müsste Gebert den Verwaltungsrat allerdings spätestens dann, wenn es um ein weiteres sechsstelliges Darlehen von Friedhelm Runge, der alle seine Sponsorenverpflichtungen für die laufende Saison erfüllt hat, gehen würde.

Runge redet indes nicht über Insolvenz sondern von Gebert als „fähigsten Mann beim WSV seit 20 Jahren“, Gebert, der offenbar weitere Sponsoren von außerhalb sucht, offiziell nur vom nächsten Spiel: „Mit 41 Punkten kann man sich noch nicht zurücklehnen, insofern müssen wir alles daran setzen, nächste Woche gegen Duisburg wieder zu punkten.“ Ob es dann wieder „Gebert-raus-Rufe“ geben wird, ist ungewiss. Die Ultras, die auch in Köln durch unflätige, teilweise gar diskriminierende Parolen negativ aufgefallen waren, hatten das letzte Heimspiel boykottiert. gh