Fußballtalent Steven Winterfeld will mit Ronsdorf aufsteigen

Sportler der Woche: Mann für die „schweren“ Tore

Fußballer Steven Winterfeld sorgt mit 20 beim TSV Ronsdorf schon für Furore.

Dass Fußball-Bezirksligist TSV Ronsdorf am vergangenen Wochenende in der Uni-Halle überraschend den Gewinn der Wuppertaler Hallenmeisterschaft feiern konnte und im Endspiel den Cronenberger SC besiegte, lag auch an einem, den vorher die wenigsten auf dem Zettel hatten. Der erst 20 Jahre alte Steven Winterfeld hatte mit seinen am Ende neun Toren entscheidenden Anteil am Triumph seiner Mannschaft, traf allein im Finale zweimal und durfte, wie berichtet, am Ende die Torjägerkanone mit nach Hause nehmen. Enes Topal vom WSV, der ebenfalls neunmal traf, soll sie nachgeliefert werden.

Während Topal derzeit noch beim Probetraining in der Türkei ist, könnte Steven Winterfeld am Samstag schon wieder in einer Halle für Furore sorgen. Beim Turnier des SV Bayer treten die Ronsdorfer nach ihrem Uni-Hallen-Triumph als Mitfavorit an. „Generell geht es in der Halle darum, Spaß zu haben, aber wenn wir uns um 10 Uhr dort treffen, wollen wir natürlich gewinnen“, sagt Winterfeld mit gewachsenem Selbstvertrauen. Viele haben ihn seit einer Woche auf seinen Auftritt in der Uni-Halle angesprochen, wo er vor allem mit seiner Durchsetzungs- und Schussstärke geglänzt hatte. Mit dem rechten Fuß von links nach innen ziehen und dann wuchtig abschließen, dass ist die Stärke des schnellen jungen Mannes, der in der vergangenen Saison noch in der Ronsdorfer A-Jugend-Niederrheinliga-Mannschaft stand, in der Rückrunde aber fast nur noch in der ersten und zweiten Mannschaft eingesetzt worden war. In der Zweiten erzielte er in zwei Spielen sechs Tore.

In dieser Saison ist er schon Stammspieler im Bezirksliga-Team. Trainer Daniele Varveri, der mit Sven von der Horst und Kai Miltenberger noch zwei weitere Spieler der letztjährigen A-Jugend regelmäßig einsetzt, lässt ihn entweder auf der linken Außenbahn oder hinter der Spitze spielen. „Steven ist noch etwas grün, will zu oft ins Eins-gegen-Eins, aber für mich ist es eine Riesensache, wenn ein Spieler aus der eigenen A-Jugend sich bereits so präsentiert“, so Varveri.

Das-Eins-Gegen-Eins, sein toller Antritt, das machte in der Uni-Halle auch seine enorme Stärke aus. Mit Gegenspieler traf er oft sicherer, als in Situationen, die wesentlich einfacher erschienen. „Ja, da habe ich ein paar Dinger versiebt“, gibt Winterfeld zu. Auch da ist er seinem Idol Marco Reus nicht unähnlich.

Fußball, das ist Winterfelds absolute Leidenschaft. Das Fußball-Gen hat er von seinem Onkel Dominik Lindenberg, der mal beim FC Remscheid spielte. Sein erster Verein war mit acht Jahren der SC Uellendahl. Über das damalige C-Jugend-Niederrheinliga-Team des SV Bayer kam er in der B-Jugend dann zum TSV Ronsdorf. „Weil da einige Freunde von mir gespielt haben“, erzählt er. Auch wenn er sich jetzt mit Freunden trifft, geht es meistens um Fußball. Entweder sie spielen irgendwo „live“, auf der Play-Station oder reden über Fußball. Dann geht es vor allem über die Champions-League, auch wenn sein Lieblingsverein Bayer Leverkusen dort in dieser Saison nicht vertreten ist.

Wie weit er selbst im Fußball mal kommen will? „Schauen wir mal“, sagt Winterfeld, der mit dem TSV in diesem Jahr alles versuchen möchte, den Landesliga-Aufstieg zu schaffen. Derzeit steht die Mannschaft auf Relegationsplatz zwei, wobei es bis Platz zehn sehr eng zugeht. Auf dem Feld ist Winterfeld mit derzeit fünf Treffern viertbester Schütze seines Teams. Priorität habe für ihn allerdings, bald eine Ausbildung zu finden. Am liebsten als Bürokaufmann. In diese Richtung geht derzeit auch sein Job in der Verwaltung bei Unitymedia in Elberfeld. Er spart für den Führerschein. Auf dem Fußballfeld ist er über den Lehrlingsstatus inzwischen schon hinaus.

Mehr von Westdeutsche Zeitung