Fußballer Kabiru Hashim Mohammed will auch in der Uni-Halle treffen

Sportler der Woche : Der schnelle Mo mit dem Torriecher

Um Stürmer Kabiru Hashim Mohammed beneiden den Cronenberger SC viele Vereine.

Kurze Antritte, schnelle Bewegungen, gute Abschlüsse - Kabiru Hashim Mohammed war nicht nur wegen seiner elf Treffer einer der auffälligsten Spieler beim Südhöhenturnier vor einer Woche. Für ihn sprang damit die Torjägerkanone heraus - für seine Mannschaft - den Cronenberger SC - der Turniersieg. Von beiden darf auch einiges erwartet werden, wenn es an diesem Samstag bei den Fußball-Stadtmeisterschaften in der Uni-Halle um den höchsten Wupppertaler Hallen-Titel geht. „Ich spiele gerne in der Uni-Halle. Ich hoffe, dass es noch besser wird“, sagt Kabiru Mohammed noch nicht ganz sicher im Deutschen und muss lachen. Damals holte er mit dem CSC ebenfalls den Titel.“

Trainer Peter Radojewski hält auch abgesehen von dessen Hallenqualitäten große Stücke auf seinen Stürmer, den alle beim CSC nur „Mo“ nennen. „Die Entwicklung, die er genommen hat, seit er zu uns gekommen ist, ist außergewöhnlich“, sagt er über den 23-jährigen Nigerianer, der auch über den Fußball in Deutschland Fuß fassen möchte, dessen Aufenthaltsstatus derzeit nur halbjährig verlängert wird. „Dafür arbeitet Hashim Mohammed auch außerhalb des Platzes an sich, hat in Schwelm bei einer metallverarbeitenden Firma eine zweijährige Maßnahme zum Anlagen- und Maschinenführer begonnen, die vom Arbeitsamt gefördert wird. Damit verbunden ist ein Sprachkurs, den er zweimal die Woche besucht. Dann auch in ein reguläres Arbeitsverhältnis übernommen zu werden, ist die Voraussetzung, das unbefristete Bleiberecht in Deutschland zu erhalten. „Die jetzige Maßnahme hat er noch auf Vermittlung seines alten Vereins Union Wuppertal erhalten. Wir schauen natürlich, wo wir ihn dann unterbringen könnten“, berichtet Dustin Hähner, der sich als Sportlicher Leiter beim CSC mit um die Belange des Stürmers kümmert.

Der habe nach der vergangenen Oberliga-Saison, in der er mit 14 Treffern gleich bester Schütze des CSC gewesen war, auch Angebote anderer Vereine gehabt, sich aber für Cronenberg entschieden, weil er sich hier wohl fühle und dem Verein, der ihn aus der Kreisliga-B geholt hatte, etwas zurückgeben wolle. Für den CSC ist es ein doppelter Gewinn, denn neben einem Fahrtkostenzuschuss darf er seinem Stürmer nichts zahlen, weil sonst die Leistungen des Amtes in Frage stünden.

 „Unterhalten kann man sich mit Mo inzwischen schon recht gut“, sagt Trainer Peter Radojewski, der nun dabei ist, den Stürmer auch taktisch weiterzuschulen. Nachdem der in der Oberliga oft als einziger Stürmer die Lebensversicherung des CSC gewesen sei und die gegen den Underdog CSC meist hoch stehende gegnerische Abwehr durch seine Schnelligkeit immer wieder habe überlaufen können, gebe es nun in der Landesliga gegen massierte Abwehrreihen andere Herausforderungen und mit Ercan Aydogmus einen herausragenden Sturmpartner. So ist Hashim Mohammed bisher oft nur als Einwechselspieler zum Einsatz gekommen, hat dennoch bereits zwölf Tore aus 19 Spielen auf seinem Konto. „Wenn man zwei so starke Stürmer hat, muss man natürlich versuchen, sie gemeinsam einzusetzen“, sagt Radojewski und will für „Mo“ in der Rückrunde die passende Rolle neben dem 22-fachen Torschützen Aydogmus finden. Außenstürmer passe für ihn nicht so gut, weil er viel nach hinten mitarbeiten müsse, also vielleicht die Zehn.

„Am liebsten spiele ich Mittelstürmer“, sagt Kabiru Hashim Mohammes selbst. Dass der Trainer auf dieser Position Aydogmus den Vorzug gebe, versteht er aber: „Der Trainer hat Recht, er will Tore sehen.“ In der Halle am Samstag wird der 39-jährige Aydogmus geschont. Da darf Mo sich austoben, auch wenn Defensivarbeit dort erst Recht dazugehört.

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