Fussball: Fairplay auch ohne den Schiedsrichter

Fussball: Fairplay auch ohne den Schiedsrichter

Der Fußballkreis will als Pilotprojekt in der F-Jugend eine Fairplay-Liga einführen. Die Kinder sollen selbst entscheiden.

Wuppertal. Es ist ein häufiges Bild bei Fußballspielen. Zuschauer rufen von außen hinein, attackieren den Schiedsrichter, stacheln die Spieler an und tragen Hektik in die Partie.

Gerade bei Jugendspielen, wo Eltern mit Herzblut aber nicht immer sachlichen Kommentaren direkt an der Außenlinie stehen, lassen sich die jungen Akteure davon beeinflussen.

Mit einem DFB-Pilotprojekt nach dem Motto "gebt den Kindern das Spiel zurück", will der Fußballkreis Wuppertal Niederberg nun beweisen, dass es auch anders geht.

Möglichst im Frühjahr soll mit Mannschaften des jüngeren F-Jugend-Jahrgangs eine Fairplay-Liga eingerichtet werden, in der es veränderte Regeln gibt. Es gibt nur noch "Aus", "Toraus", "Foul" und "Tor", dafür aber keinen Schiedsrichter mehr.

Die Kinder müssen sich selbst einig werden. Nur bei kniffligen Situationen greifen die Trainer ein. Sie sind übrigens die einzigen, die direkt an der Seitenlinie stehen, denn das Kleinfeld soll in die Mitte des Platzes gerückt und das Publikum hinter der Barriere platziert werden, um neben der erwünschten Anfeuerung auch möglicherweise negative äußere Einflüsse zu minimieren.

"Das funktioniert in der Regel in diesem Alter noch gut, die Kinder sind von sich aus fair", sagt Michael Kurtz, Staffelleiter beim Kreisjugendausschuss. Er hatte sich das Modell am Mittelrhein angeschaut, wo es bereits praktiziert wird.

Natürlich erhofft sich der Fußballkreis auch einen pädagogischen Effekt. Die Kinder sollen lernen, Verantwortung zu übernehmen und - wie die Trainer und Eltern - den Fairnessaspekt zu verinnerlichen.

Mit der Barmenia hat der Fußballkreis bereits einen Partner für die Liga gefunden. Nun werden noch zehn Mannschaften des jüngeren F-Jugend-Jahrgangs gesucht, die bereit sind teilzunehmen.

"Da ist auch Überzeugungsarbeit bei Trainern und Eltern gefragt", weiß Kurtz. Wer interessiert ist, kann sich unter Ruf 02051/8025 951 bei Staffelleiterin Christine Scheffler melden.