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Für Wuppertaler Unternehmen Donner gilt: Ohne Sport keine Medaillen

Sportauszeichnungen : Ohne Sport keine Medaillen

Unter der Absage vieler Veranstaltungen leidet auch die Adam Donner AG, die traditionell Verbände und Vereine ausstattet.

Gut, dass die Trophäen der Adam Donner AG nicht so schnell Patina ansetzen. Denn die Medaillen, die das Wuppertaler Traditionsunternehmen in Sachen Orden, Ehrenzeichen und Stempel bereits im Frühjahr für den Deutschen Handball-Bund zum Pokal-Final-Four 2020 geprägt hat, können nun erst am 28. Februar 2021 verliehen werden. So jedenfalls ist es geplant, nachdem Corona im März den gesamten Sportbetrieb in Deutschland und damit auch den Handball zum Erliegen gebracht hatte. Viele Events wurden sogar ersatzlos gestrichen. Im Fall Handball-Pokal-Medaillen musste Michael Donner, der den Familienbetrieb in dritter Generation leitet, den Auftrag zumindest nicht stornieren oder abschreiben.

„Wir arbeiten seit Jahren mit dem Deutschen Handball-Bund für alle möglichen Meisterschaften zusammen, dürfen das DHB-Logo in Lizenz prägen. Die Bestellung für den diesjährigen Pokal war bereis im Januar bei uns eingegangen“, berichtet Michael Donner. Auch für Jugendmeisterschaften hat er schon Medaillen geprägt, da ist aber noch nicht klar, ob und wann sie zur Anwendung kommen. Das gilt auch für den Schwimmsport, wo Donner ebenfalls seit Jahren die großen und kleineren nationalen Wettbewerbe ausstattet.

„Im Moment gibt es im Sportbereich gar keine Bestellungen, da herrscht trotz der teilweisen Lockerungen des Coronaschutzes noch Flaute“, so Donner. Natürlich wünsche er sich, dass sich wieder mehr Veranstalter darauf einließen, auch unter den derzeitigen Beschränkungen Wettkämpfe durchzuführen. Andererseits kann er auch diejenigen verstehen, die das Risiko noch scheuen. Mit dem Senioren-Team Adam Donner unterhält er selbst einen Profi-Radrennstall und ist über die Auflagen, die allein der Bund Deutscher Radfahrer Vernstaltern macht, bestens informiert. „Da brauchst du allein drei Hygienebeauftragte, und wie willst du die Leute unterbringen, wenn 1,50 Meter als Mindestabstand zwischen parkenden Autos vorgeschrieben ist. Dazu ist den Veranstaltern jeglicher Verkauf verboten, die Einnahmen fehlen“, nennt der nur drei Beispiele.

Auch Uni-Radrennen
abgesagt

In der Folge hat in Wuppertal bereits vor Wochen der RC Musketier sein für den 25. Juli geplantes Uni-Radrennen abgesagt. „Die Pandemie von SARS-CoV-2 und die damit verbundenen Hygiene- und Durchführungsregeln stellen die Veranstaltung vor große organisatorische und wirtschaftliche Herausforderungen“, begründet das Musketier-Chef Markus Zaremba. Donner hatte beim Uni-Rennen stets mehrere seiner Fahrer an den Start gebracht. Nun hofft er, dass diese in dieser Woche erste Wettkampferfahrung in Holland sammeln können.

Frühzeitig abgesagt war in Wuppertal auch der Langstreckenlauf Whew 100, für den Donner im vergangenen Jahr erstmals die Medaillen geprägt hatte. Der absoluten Flaute im Sportbereich geschuldet, hat Donner seinen Zehn-Mann-Betrieb, in dem auch seine Kinder Julia (25) und Dominik (28) bereits mitarbeiten, aktuell auf zwei Arbeitstage pro Woche heruntergefahren. Normal wird sonst an der Wolkenburg in der Woche täglich gezeichnet, gestanzt und geprägt.

Wenn auch etwas schleppend, laufen jetzt die Planungen für den Karneval, selbst wenn noch nicht ganz klar ist, ob die Session ab dem 11. November, wie üblich anlaufen kann. Der Optimismus und die ersten Bestellungen sind da. Für Donner dringend notwendig, denn das Karnevalsgeschäft macht bei ihm 60 Prozent aus. Da der Fall Heinsberg, wo sich bei einer Karnevalssitzung zahlreiche Menschen mit dem Coronavirus infiziert hatten, erst gegen Ende der Session 2019/20 aufgetreten war, war das damalige Geschäft noch nicht betroffen gewesen, im Gegensatz zu Michael Donners Gesundheit. Er war im März selbst an Corona erkrankt und hatte drei Wochen stark gelitten. Ob er sich auf einer Karnevalsveranstaltung oder bei einer Sportveranstaltung angesteckt hatte, weiß er nicht. Für beide Bereiche wünscht er sich jedenfalls schnellstmöglich Normalität, so wie sie der Deutsche Handball-Bund mit der Verschiebung des Pokals und natürlich zuvor dem Bundesligastart anstrebt.