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Handball-Bundesliga: Füchse reisen mit Rückenwind an

Handball-Bundesliga : Füchse reisen mit Rückenwind an

Berlins Manager Bob Hanning kommt am Samstag mit seinem Team in die Uni-Halle. Gastgeber Bergischer HC droht der schlechteste Bundesliga-Start.

Wuppertal. Vier verletzte Spieler, drei Niederlagen zum Start und damit aktuell die Rote Laterne in der Handball-Bundesliga: Nach der überwiegend als Zittersaison erlebten Spielzeit 2015/16 ist der Bergische HC gleich wieder im Abstiegskampf der stärksten Liga der Welt angekommen. Und die nächsten zwei Aufgaben für Sebastian Hinze & Co. haben es in sich. Am Samstag um 19 Uhr kommen die Füchse Berlin mit 4:0-Punkten und als frischgebackener Club-Weltmeister in die Wuppertaler Uni-Halle. Eine Woche danach geht es in die gefürchtete Rittal-Arena nach Wetzlar. Bereits bei einer Niederlage morgen wäre mit 0:8-Punkten der schlechteste Löwen-Start in fünf Bundesliga-Jahren perfekt.

Handball-Bundesliga: Füchse reisen mit Rückenwind an
Foto: Stefan Fries

Die Auswärtshürde Wetzlar - zuletzt sogar für Kiel zu hoch - haben die Füchse Berlin übrigens schon am ersten Spieltag mit 27:22 souverän genommen. „Wir haben einen guten Lauf, mit unserer Gesamtsituation bin ich sehr zufrieden“, sagt Füchse-Macher Bob Hanning, der sich die Reise an seine alte Wirkungsstätten ins Bergische Land nicht nehmen lässt - obwohl er in dieser Saison bei Spielen erstmals nicht mehr auf der Berliner Bank zu finden ist. „Das ist einfach zusätzlicher Stress, und ich habe mit Max Rinderle selbst einen Nachfolger für die Aufgabe aufgebaut“, erzählt Hanning.

Trotz des starken Starts sieht der Füchse-Manager sein Team nicht unter den Titel-Favoriten. „Flensburg, Kiel und die Rhein-Neckar Löwen sind in der Regel eine Klasse für sich“, erklärt der 48-Jährige - nur wenn einer der großen Drei schwächeln sollte, sei mehr drin als Platz vier für seine Mannschaft.

Dazu passt auch die Personalpolitik der Berliner. Neben Nationalspieler Steffen Fäth und dem kroatischen Kreisläufer Kresimir Kozina aus Flensburg wurden wieder zwei Spieler aus der eigenen Jugend in den Kader geholt. „Linksaußen Kevin Struck hat mit seinen 19 Jahren den Sprung schon geschafft“, freut sich Hanning, der mit der klaren Erwartung eines Auswärtssiegs anreist.

„Ich mag die Floskeln nicht, mit denen man angeschlagene Gegner gewöhnlich stark redet“, sagt er, „wenn wir nach Wetzlar oder nach Wuppertal fahren, haben wir auch den Anspruch zu gewinnen.“

Dass die beiden genannten Vereine aktuell einiges trennen dürfte, ficht ihn dabei nicht an. „Der Bergische HC hat letzte Saison bewiesen, dass dort Qualität ist. Und in Verbindung mit Heimvorteil und möglicher Euphorie bei gutem Spielverlauf können wir auch verlieren“, stellt Hanning klar. Dass nun auch bei Kristian Nippes ein längerfristiger Ausfall auf Seiten des BHC droht, war noch nicht bis Berlin vorgedrungen. Hannings spontane Reaktion: „Viktor Szilagyi ist doch noch da, der hat sicher noch nichts verlernt.“

Ob diese Comeback-Anregung für den Sportdirektor des BHC in Frage kommt, wird er in erster Linie selbst beantworten. Viktor Szilagyi feiert am Freitag jedenfalls seinen 38. Geburtstag. Neben den länger verletzten Maciej Majdzinski und Fabian Gutbrodbüber werden am Sonntag auf jeden Fall noch Kapitän Kristian Nippes und Linksaußen Christian Hoße mit Schulterproblemen ausfallen. Auch der Einsatz von Ace Jonovski, der schon am Mittwoch in Stuttgart an einem Bluterguss im Sprunggelenk ist sehr fraglich. Christian Hoße, so schätzt Szilagyi, werde wohl zwei Wochen ausfallen. Wie lange es bei Kristian Nippes dauern wird, darüber könne man derzeit noch keine seriöse Aussage machen.