WZ-Sportplatz: FSV Vohwinkel vor dem Umbruch

WZ-Sportplatz : FSV Vohwinkel vor dem Umbruch

Fußball: Viele Spieler werden den Oberliga-Absteiger verlassen.

Noch zwei Spiele sind es für den FSV Vohwinkel in der Fußball-Oberliga. Und vor den Partien in Krefeld-Fischeln und zu Hause gegen die SSVg Velbert lautet die Devise: Die Saison in der fünfthöchsten Spielklasse anständig zu Ende spielen. Genauso wie der Abstieg steht bereits fest, dass diese Mannschaft nie wieder so auf dem Platz stehen und ihr Gesicht in der kommenden Spielzeit deutlich verändern wird.

Hatte es vor dem Abschied von Trainer Marc Bach und auch kurz danach, als sich der Abstieg langsam abzeichnete, noch geheißen, wir greifen nächstes Jahr wieder an, herrschen in der Lüntenbeck inzwischen deutlich leisere Töne vor. „Es wird einen deutlichen Umbruch geben, und wir müssen uns in der neuen Liga erst wieder konsolidieren“, sagt der Sportliche Leiter Holger Gaißmayer. Und der künftige Trainer Thomas Richter, der sich in Emden und beim WSV schon in deutlich höheren Spielklassen bewegt hat, ergänzt: „Wir werden die Landesliga definitiv nicht unterschätzen.“

Derzeit laufen die Gespräche mit den Spielern auf Hochtouren. Kapitän Martin Lyttek, Torjäger Frederic Lühr, Anastasios Kostikidis, Robin Götze und Torwart Pascal Peinecke werden definitiv bleiben. Mit vier, fünf anderen wie Moritz Winter, Christos Kostikidis oder Eliot Cakolli redet man noch. Die Liste derjenigen, die definitiv gehen werden, ist aber mindestens genauso lang. „Es ist klar, dass wir in der Landesliga keine Oberliga-Gehälter mehr zahlen können und wollen“, sagt Gaißmayer und sieht die vielen Abgänge realistisch— auch wenn sie zumindest zum Teil schmerzen. Am wenigsten wohl die der beiden Japaner Ryo und Shun Terada, die vom WSV ausgeliehen waren, sich aber auch aufgrund der Sprachbarriere nicht voll akklimatisieren konnten. Auch der WSV will sie nicht mehr haben, und so wechselt Ryo zum Oberliga-Aufsteiger TSV Meerbusch und Shun zum Oberligisten SV Straelen, der sich sogar noch Hoffnungen auf den Aufstieg in die Regionalliga machen darf.

Auch Dominik Heinen hat dem FSV mitgeteilt, dass er in der Oberliga bleiben will, aber noch kein Ziel angegeben, ebenso wenig wie Timm Esser und Erwin Mambasa. Toni Zupo, der in der Rückrunde zu den wenigen Spielern gehörte, die positiv auf sich aufmerksam machen konnten, geht zum finanzstarken Landesliga-Aufsteiger TVD Velbert, Abwehrchef Benni Cansiz zum TSV Ronsdorf, Andi Seemann und Nico Sudano, wie einige zuvor zum Kreisligisten und Nachbarn SV Bayer.

Mit dem langzeitverletzten Toni Musto ist frühestens in der Rückrunde wieder zu rechnen, und auch die Zukunft von Robin Rehmes ist nach seiner Fußgelenksverletzung noch ungewiss. Viele Unbekannte also noch beim FSV, der in den vergangenen Jahren sowohl sportlich mit zwei Aufstiegen in Serie als auch organisatorisch mit Kunstrasenbau, neuem Kabinentrakt, Vereinsheimumbau und der stetigen Ausrichtung der Fußball-Stadtmeisterschaften für Furore gesorgt hat. Jetzt gilt es erst einmal, sich zu konsolidieren.

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