Wuppertaler SV: Ex-Bayer Hägler will beim WSV durchstarten

Wuppertaler SV : Ex-Bayer Hägler will beim WSV durchstarten

WSV-Stürmer Daniel Hägler bringt eine gute Fußball-Ausbildung und viel Geschwindigkeit mit.

Training auf Kunstrasen, das war Daniel Hägler vom FC Bayer München eigentlich nur im Winter gewohnt, wenn dort der beheizte Kunstrasen bei schwierigen Witterungsverhältnissen genutzt wurde. „Kein Problem, eigentlich mag ich diesen Untergrund sogar, weil der Ball gut läuft. Nur die Füße brennen im Sommer etwas“, meinte der 21-jährige WSV-Zugang nach der Trainingseinheit am Dienstag als der Regionalligist die neue Kunstrasenanlage der Jugendabteilung am Nocken sozusagen einweihte. Auch wenn es von allen Seiten viel Lob für den Kunstrasen der neuesten Generation gab, soll das aber für nur eine Ausweichmöglichkeit sein, wenn mal die Rasenplätze nicht frei sind.

Ob Natur- oder mal Kunstrasen — der schnelle Stürmer hat sich in Wuppertal gut eingelebt, wie er versichert. Den freien Tag am Mittwoch nutzte Hägler außer zum Schauen des Deutschland-Spiels, um die Küche in seiner neuen Wohnung aufzubauen, die er in Barmen bezogen hat und wo er vorerst allein wohnt, weil seine Freundin in Karlsruhe studiert.

Die hatte er einst in München kennengelernt, genauso wie Fußball-Top-Stars wie David Alaba oder Thomas Müller, der ihn immer besonders beeindruckt habe, wenn er mal bei den Profis mittrainieren durfte. „Ob im Spiel oder im Training, er ist immer auf Top-Level und verbreitet dabei auch noch Spaß“, sagt Hägler.

Die Entscheidung, vor zwei Jahren vom FC Bayern, wo er seit der E-Jugend gespielt hatte, wegzugehen, sei erst kurz vor Transferende nach einem Gespräche mit einem Trainer gefallen. Hägler: „Ich kam damals aus einer Verletzung und er meinte, ich bräuchte Spielpraxis.“ Die fand er dann beim ambitionierten Nordost-Regionalligisten Nordhausen, wohin er über Mitspieler Gianluca Gaudino Kontakt hatte. Dessen Vater — Ex-Profi Maurizio Gaudino — war damals dort Sportlicher Leiter.

Für die Thüringer absolvierte Hägler in zwei Jahren 50 Einsätze, schoss drei Tore und wollte eigentlich verlängern. „Doch das Vertragsangebot hat mir dann nicht so gefallen und ich habe über meinen Berater die Fühler ausgestreckt“, sagt er. Wuppertal sei ein Traditionsclub und solle für ihn möglichst zum Sprungbrett werden. Die ersten Gespräche mit Manuel Bölstler hätten ihn sofort überzeugt. „Dort will man guten Fußball spielen. Das will ich auch. Vielleicht haben wir ja auch die Chance, oben mitzuspielen.“ In Nordhausen — in der abgelaufenen Spielzeit Tabellenzweiter, allerdings 31 Punkte hinter Cottbus, sei immer gleich Krise gewesen, wenn man zu weit hinter der Spitze lag.

Dort hatte der Rechtsfuß zumeist links offensiv gespielt. Beim WSV, wo er zunächst einen Ein-Jahres-Vertrag erhielt, sieht ihn Trainer Christian Britscho auf beiden Außenbahnen, eventuell auch mal zentraler. „Er hat eine gutes Spielverständnis, ist technisch und taktisch versiert und sehr schnell, jemand, der uns weiterhilft“, sagt Britscho über Hägler. Wobei der Konkurrenzkampf in der Offensive beim WSV groß ist. Da könne Hägler seine Flexibilität zu Gute kommen. Weiter verbessern will der vor allem sein Eins-gegen-eins. Dass ihn immer alle auf seine Vergangenenheit beim FC Bayern ansprechen, empfindet er übrigens nicht als Bürde: „Für mich ist das ein Privileg.“

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