Es hat an vielen Stellen gefehlt

Es hat an vielen Stellen gefehlt

BHC analysiert die Schlappe ebenso nüchtern wie selbstkritisch.

„Je länger die Serie gedauert hat, desto wahrscheinlicher wurde, dass sie reißt“, versuchte Viktor Szilágyi der ersten Saisonniederlage des BHC nachher auf eine weniger emotionale Ebene herunterzuziehen. Der Sportliche Leiter sah sich - wie Trainer Sebastian Hinze — in seiner Einschätzung gestärkt, dass der BHCstets von Beginn an hellwach sein und 100 Prozent geben müsse, um die Spiele zu gewinnen.

Dieses Bewusstsein sollte am Samstag noch einmal geschärft worden sein. „Wir wussten, dass wir nur eine Chance haben, wenn der BHC nicht seinen besten Tag hat, und haben das konsequent genutzt“, pflichtete dem Gästetrainer Torge Greve indirekt bei. „Uns ist es gut gelungen, jeweils mit der Variante 7:6 im Angriff die BHC-Abwehr nicht zu ihrer gewohnten Kompaktheit kommen zu lassen. Außerdem hatten wir ein Plus auf der Torhüterposition und haben auch in der Abwehr über weite Strecken Sicherheit gefunden“, so Greve. Nach der Pressekonferenz gab es eine freundliche Umarmung mit Sebastian Hinze, mit dem er einst den Trainerlehrgang gemacht hatte.

An diesem Tag hatte Greve offenbar die besseren Rezepte gefunden. BHC-Kapitän Kristian Nippes, der nach dem Spiel als einziger noch einmal aus der Kabine auf das Spielfeld zurückkehrte, wo sich ansonsten nach Spielen fast alle Löwen zum Plausch sehen lassen, wollte allerdings nicht stehen lassen, dass man von der Überzahlsituation der Gäste überrascht worden wäre. „Wir haben es ja mit verschiedenen Deckungssystemen versucht.“ Letztlich habe Lübeck aber immer wieder die Kontrolle gewonnen. „Wer das über 50 Minuten schafft, ist auch die bessere Mannschaft“, räumte Nippes selbstkritisch ein.

Beim BHC habe es an vielen Stellen gefehlt. „Jetzt ist es unsere Aufgabe, das zu analysieren und gegen Balingen wieder besser zu machen. Wir haben uns eine tolle Ausgangsposition erarbeitet und werden uns die sicher nicht durch ein Spiel kaputtmachen lassen.“ Unangreifbar habe man sich übrigens nie gefühlt, widersprach Nippes gleichzeitig der These, dass es gegen Lübeck vielleicht an zu großer Selbstsicherheit gelegen haben könnte. gh