Erstes Rückrundenspiel für den Neuling beim Tabellenzehnten.

Handball-Bundesliga : BHC erwartet wütenden Gegner

Handballer müssen am Sonntag beim TBV Lemgo antreten, den man im Hinspiel düpiert hatte.

Beim TBV Lemgo startet Handball-Bundesligist Bergischer HC am Sonntag (Anwurf 16 Uhr) in die Rückrunde. Es ist das vorletzte Spiel in diesem Jahr, bevor es nach der Heimpartie gegen Hannover am zweiten Weihnachtsfeiertag (16 Uhr, Uni-Halle) in die sechswöchige WM-Pause geht. Das Duell weckt bei beiden Teams intensive Erinnerungen an das Hinspiel, die völlig unterschiedlich ausfallen. Mitte September hatten die Bergischen Löwen die Lipperländer mit 35:26 aus der Klingenhalle gefegt. „Da ist es bei uns fast perfekt gelaufen, bei Lemgo eher nicht“, sagt BHC-Linksaußen Jeffrey Boomhouwer in der Rückschau und erwartet wie sein Trainer Sebastian Hinze für diesen Sonntsag einen ganz anderen Gegner.

Lemgo hat dreimal
in Folge zu Hause gewonnen

„Sie spielen insgesamt eine gute Saison, haben das auch schon in der vergangenen gezeigt und sind in einer ähnlichen Konstellation aufgestellt wie wir“, sagt Hinze über die seit vier Jahren von Ex-Nationalspieler Florian Kehrmann trainierten Lemgoer und konkretisiert: „Ein breiter Kader, spielstark und sie kommen viel übers Tempospiel.“

Hinzu kommt, dass die TBV-Spieler mit viel Selbstvertrauen ausgestattet sein dürften. In der Tabelle stehen die Lemgoer zwar auf Rang zehn vier Punkte hinter dem Siebten BHC, haben aber seit vier Spielen nicht mehr verloren und dabei drei Heimsiege in Folge gegen Stuttgart, Bietigheim und Melsungen gelandet. Gegen den Tabellen-Sechsten Melsungen führten sie am Sonntag bereits mit 24:18, ehe es noch einmal spannend wurde. Melsungen zog an, glich zum 25:25 aus, doch am Ende waren die Hausherren mit einem guten Peter Johannsson zwischen den Pfosten doch mit 28:26 vorn. Tim Hornke, der alle sieben Siebenmeter verwandelte, sowie Patrick Zieker (sechs Tore) und Bartok Donat (fünf) waren die besten Schützen. Mit Spielmacher Tim Sutton hat Lemgo darüber hinaus einen aktuellen deutschen Nationalspieler, mit dem Ex-Cronenberger Andrej Kogut einen guten Bekannten aus Sicht der Bergischen.

„Viel Qualität, wir werden eine Spielidee brauchen“, fasst Sebastian Hinze trocken zusammen. „Wir müssen ihre schnelle Mitte unter Konrolle haben, wenn wir dann im sechs gegen sechs sind, hat unser Trainer ein gutes Konzept“, sagt Jeffrey Boomhouwer. Er selbst wird auf die Zähne beißen, leidet seit Wochen unter Schmerzen am rechten Fuß, wo sich im Knochen Flüssigkeit angesammelt hat. „Gegen Lemgo und Hannover wird es noch gehen, aber den Nationalmannchaftslehrgang Anfang Januar habe ich abgesagt“, sagt der Niederländer, dessen Aggressivität sicher auch in Lemgo gefragt ist, auch wenn er mit Milan Kotrc einen guten Backup hat.

Personell ist der BHC zwar weiter eingeschränkt, doch Stück für Stück bessert sich die Situation, nach der Rückkehr von Kristian Nippes ist seit Wochenbeginn auch Fabian Gutbrod wieder im Training. Ob er für Sonntag schon eine Option ist, will Hinze nach den Eindrücken der restlichen Woche entscheiden, genauso wie die Frage, ob Lukas Stutzke – spielt am Freitagabend zunächst mit Lemgo – wieder dazugenommen wird.

Stolz ist Hinze darauf, wie die Mannschaft in den vergangenen Wochen mit der Situation umgegangen ist. Wir mussten unser System, das wir eineinhalb Jahre gespielt haben, komplett umwerfen, aber jeder weiß, was er zu tun hat.“ Über 60 Minuten sei das natürlich extrem schwer, das merke man jetzt nach einer langen Saison. Hinze: „Aber zwei Spiele müssen wir das noch hinkriegen.“

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