Fußball: Eren Eryürük sorgt mit seinen Toren für das Wunder von Rade

Fußball : Eren Eryürük sorgt mit seinen Toren für das Wunder von Rade

Fußballer von 08 trifft zum Saisonfinale in Serie zum Klassenerhalt.

Als er 2013 aus dem Jugend- in der Seniorenbereich wechselte, deutete wenig auf eine steile Sportlerkarriere hin. Eren Eryürük wog – bei einer Körpergröße von 1,82 Metern – stolze 100 Kilogramm, betrachtete das Fußballspielen „nur als Nebensache“. Sechs Jahre später ist der gebürtige Dortmunder der Relegationsheld des Bezirksligisten SC 08 Radevormwald und wagt in diesem Sommer mit einem Wechsel in die Landesliga zu Aufsteiger SV Wermelskirchen den nächsten Schritt.

Als die Bergstädter am 12. Mai im Heimspiel gegen DITIB Solingen eine 3:1-Pausenführung verspielten, mit 3:5 verloren und sich der Rückstand auf den Abstiegs-Relegationsplatz auf fünf Punkte vergrößert hatte, glaubte drei Spieltage vor dem Ende kaum noch einer an den Klassenerhalt. „Ich auch nicht“, gibt Eryürük zu, der dann aber großen Anteil am Rader Wunder hatte. Er traf in Sonnborn beim 2:0, erzielte das goldene 1:0 gegen Wülfrath und gehörte auch zu den Torschützen beim 3:0 in Born, wodurch Nullacht die Relegation erreichte.

Der Mann fürs Entscheidende ist gleichzeitig absoluter Teamplayer

Dort trumpfte der 24-Jährige dann so richtig auf und zeigte sich sowohl in Hin- (1:0) als auch Rückspiel (1:1) gegen den Kevelaerer SV für das Zählbare verantwortlich. „Ich freue mich natürlich, dass ich mit meinen Toren so helfen konnte“, sagt Eryürük, gibt sich aber auch als kompletter Teamspieler: „Die anderen hatten auch ihren Anteil. Zum Beispiel unser Torhüter Basti Weber, der in dieser Phase super gehalten hat.“

Überhaupt sieht der Türke, der für den Klassenerhalt extra auch eine Ramadan-Ausnahme an den Sonntagen gemacht hat, den Zusammenhalt als großen Schlüssel. „Wir haben eine starke Truppe, wenn es drauf ankommt.“ Dies hatten die Rader auch schon in den ersten beiden Bezirksligajahren unter Beweis gestellt, als ihnen nicht jeder den Klassenerhalt zugetraut hatte. Doch so eng wie in diesem Jahr war es noch nicht. Eryürük: „Wir wollten es einfach.“

Dabei ließ sich der Angreifer, der phasenweise im defensiven Mittelfeld den Ankurbler gegeben hatte, auch nicht von Verletzungen stoppen. Beim regulär letzten Saisonspiel in Rade verstauchte er sich die Schulter. Dazu schwoll das Knie, in dem er sich als A-Jugendlicher schon einmal das Kreuzband gerissen hatte, wieder an. Aber pausieren? Das kam für ihn nicht infrage. „Ich konnte die Jungs doch nicht im Stich lassen“, sagt Eryürük.

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