Tennis: Ein Reisender in Sachen Tennis

Tennis : Ein Reisender in Sachen Tennis

Bart de Gier ist das Aushängeschild des TC Gold-Weiss. Für Turniere ist er ständig unterwegs, hält Wuppertal aber die Treue.

Wuppertal. Er kam, siegte überzeugend und spielte sich in die Herzen! So kann man den Auftritt von Tennisspieler Bart de Gier kürzlich bei den Certoplast Open des SV Bayer beschreiben. Erstmals nahm der Niederländer, der seit fünf Jahren für die Herren von Gold-Weiss Wuppertal in den Medenspielen antritt und dafür regelmäßig aus dem Nachbarland anreist, als ungesetzter Spieler bei der Certoplast Open teil. Zeigten sich die Experten auf der Anlage auf Aprath von den ersten Siegen noch überrascht, zählten sie ihn spätestens nach seinem glatten 6:3, 6:3-Sieg gegen den an Nummer eins gesetzten Laurentiu Erlic zu den Top-Favoriten. Das ganze Wochenende über hatte der 33-Jährige die Aufmerksamkeit der Turnierteilnehmer und Zuschauer auf sich gezogen und Sympathiepunkte gesammelt.

„Er hat eine sehr angenehme Art und spielt Klasse-Tennis“ urteilte Peter Rambusch, der Titelsponsor des Bayer-Turniers. „Es ist echt beeindruckend, wie er die Bälle erläuft und überlegt zurückbringt“, zeigten sich selbst die routinierten Bergischen Altmeister Matthias Schramm (BW Elberfeld) und Christian Schäffkes (SC/RW Remscheid) von der Kondition de Gier‘s beeindruckt.

„Seine gute Fitness ist auch der Schlüssel zu seinem Erfolg“, sagt de Gier‘s Mannschaftskamerad und Vereins-Boss beim TC Gold-Weiß Wuppertal, Bastian Cornelius, über seinen Kumpel. Er hatte erst nach den Certoplast Open verraten, dass es sein siebtes Turnier in den vergangenen sieben Wochen gewesen war. Und das nicht nur in Wuppertal mit großem Erfolg. Bis auf ein Turnier, bei dem er im Halbfinale ausschied, gewann der Achtelfinalist der Niederländischen Meisterschaften alle übrigen und konnte wie in Wuppertal die Siegprämie einstreichen.

Dabei hätte der Ex-Profi, der mit sechs Jahren zum Tennis kam, auch Fußballer werden können. „Mein Vater war Fußballtrainer. Aber Tennis fand ich immer faszinierend. Also habe ich es lange Zeit parallel gespielt“, sagt de Gier zu seiner Anfangszeit. Besonders viel ausgemacht habe es ihm nicht, da für ihn Sporttreiben immer zu den Lieblingsbeschäftigungen gehörte. Erst als die Termine sich immer mehr überschnitten, entschied er sich für Tennis. In seiner Freizeit geht de Gier gerne Golfen. Aber auch verrückte Abenteuer wie Bungee-Springen sind für den Tennis-Trainer eine willkommene Abwechslung.

Nur zum Fußballspielen kommt der Feyernoord-Rotterdam-Fan kaum noch. Kein Wunder, kam er im Tennis-Zirkus doch ganz schön in der Welt herum. Schon in der Jugend durfte der schüchtern wirkende Zeitgenosse bei berühmten Tennis-Turnieren wie Orange Bowl, Roland Garros und Wimbledon antreten. Zu seinen Highlights gehört auch das Bestreiten eines Einzels auf dem Center Court der Australian Open. Trotzdem blieb de Gier bodenständig und entschied sich früh gegen das Vollprofitum. Schon mit 21 Jahren schlug er den Weg als Trainer ein. An seiner Seite ist Lebenspartnerin Janneke, die seit zehn Jahren kein Spiel ihres Freundes verpasst hat. Das Familiäre scheint de Gier auch immer wichtiger zu sein als das Finanzielle. Darum sei er auch weiter bei Gold-Weiss Wuppertal. „Hier habe ich Freunde gefunden, und wir haben viel Spaß miteinander. Das sieht man uns auch bei den Spielen an. Es ist eine tolle Kameradschaft“, bekennt sich die Nummer eins des Regionalliga-Aufsteigers zu seinem Team. Das beweist auch die Tatsache, dass seine Kollegen ihren Vordermann bei den Certoplast Open nie alleine ließen. Bart de Gier wiederum brannte seinen Namen nachhaltig in das Gedächtnis der Zuschauer auf der Anlage am Aprather Weg ein.

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