Die Uni-Halle bekommt eine neue Lüftung

Bauarbeiten : Uni-Halle bekommt neue Lüftung

Der Einbau soll im kommenden Herbst sein, Kosten dürften die Millionengrenze überschreiten.

Ein grundlegender Neubau der Uni-Halle, für den mal 13,9 Millionen Euro in Aussicht standen, ist vorerst vom Tisch, nachdem im Jahr 2013 für einen Millionenbeitrag der Brandschutz nachgebessert wurde. Denn dadurch konnte die Betriebsgenehmigung ohne Einschränkungen weiter erteilt werden. Dennoch wird weiter in die Halle investiert. Nachdem im vergangenen Jahr die Bühnen- und Lichttechnik für 400 000 Euro aufgepeppt worden war, soll die Halle im kommenden eine neue Lüftungsanlage erhalten.

Die alte hat, wie die Halle selbst, 32 Jahre auf dem Buckel. „Wir haben inzwischen so viel Geld in Reparaturkosten hineinstecken müssen, dass wir rechtzeitig die Planung anstoßen, um sie zu erneuern“, sagt Andrea Nickl vom Gebäudemanagement der Stadt (GMW). Auch energetisch sei die alte Anlage nicht mehr zeitgemäß. Aktuell befindet man sich noch in der Entwurfsplanung, eine erste Kostenschätzung geht von einem niedrigen siebenstelligen Investitionsbedarf aus.

An der Uni-Halle wollen
Stadt und Uni nicht rütteln

Als Einbauzeitraum ist vorläufig Mitte August bis Ende September 2020 vorgesehen, in den Semesterferien also, um den Uni-Betrieb nicht zu behindern. „Vorbereitende Arbeiten kann man sicher auch schon im laufenden Betrieb vornehmen“, sagt die stellvertretende Leiterin des GMW, Susanne Thiel.

Der vermutete Einbauzeitraum wurde inzwischen auch ans Sportamt weitergegeben, um die Vereine vorzubereiten. Betroffen sein wird, wie schon vor zwei Jahren, sicher auch Handball-Bundesligst Bergischer HC, der einkalkulieren muss, seine ersten Saisonspiele nicht in der Uni-Halle ausrichten zu können und dann entweder die Solinger Klingenhalle oder den ISS Dome in Düsseldorf zu nutzen. Der soll bekanntlich vorerst bis 2022 einige ausgewählte Spiele in der Saison beherbergen.

„Noch sind wir über eine mögliche Schließung der Uni-Halle nicht informiert“, sagt BHC-Geschäftsführer Jörg Föste. Er wünscht sich zwar nach wie vor eine zentrale Spielstätte im Bergischen, die anders als Uni- und Klingenhalle moderne Bedingungen und eine höhere Zuschauerkapazität aufweist. Noch ist Uni-Halle aber einer der Eckpfeiler für den BHC, der seine Wurzeln im Bergischen auf jeden Fall behalten will. In dieser Saison trägt er sechs Spiele in Wuppertal aus, sieben in der Solinger Klingenhalle und vier in Düsseldorf.

Für Sportamtsleiter Norbert Knutzen ist die Uni-Halle weiter eine Bank im Wuppertaler Sport und auch darüber hinaus als Veranstaltungsort unverzichtbar. Daran würde für ihn auch der mögliche private Neubau einer Mehrzweckhalle nichts ändern. „Außerdem sind wir ja auch an den Vertrag mit der Universität gebunden“, gibt er zu bedenken. Danach teilen sich Land und Stadt die Betriebskosten für die Halle. Er läuft noch rund 20 Jahre. „Wir wären ja verrückt, wenn wir daran rütteln würden“, hatte GMW-Chef Hans-Uwe Flunkert mal gesagt, als im Zusammenspiel mit der Uni Pläne für einen zeitgemäßeren Alternativbau erörtert wurden.

Aufgrund eines starken Wachstums der Studierendenzahl in den vergangenen Jahren reicht die Uni-Halle auch für die Uni selbst nicht mehr aus. Der Bedarf wurde vom Land als Kostenträger auch anerkannt. Die Uni verfolgt deshalb nun die Idee einer zusätzlichen Dreifachsporthalle im Umfeld der Universität.

„Das Projekt ist weiter aktiv, wir befinden uns aber noch in einer vorbereitenden Phase“, sagt Roland Kischkel, der als Kanzler Verwaltungschef der Uni ist und damit auch für Rechtsfragen und Bedarfsplanung zuständig. Dass die Uni-Halle mit einer neuen Lüftung fit für die Zukunft gemacht wird, begrüßt er, zumal es in den Semesterferien geschehen soll: „Wir sind froh, dass es die Uni-Halle gibt.“

(gh)
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