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Die Judowelt blickt auf Wuppertal

Die Judowelt blickt auf Wuppertal

Peter Frese hat die European Clubchampionships fürs Wochenende in die Uni-Halle geholt.

Schulterwurf, große Außensichel, Ausheber und natürlich der Ippon - die Königswertung des Judo, wenn der Gegner mit Kraft, Technik, Schwung und Kontrolle auf den Rücken geworfen wird. All das ist am Wochenende in Wuppertal auf höchstem Niveau zu sehen. Die Uni-Halle ist Schauplatz der European Clubchampionships (ECC), der zweithöchsten europäischen Mannschaftskategorie nach der Champions League, für die sich die jeweils beiden besten Teams bei Frauen und Männern am Samstag und Sonntag qualifizieren können.

Mit Alexander Wieczerzak vom Hamburger Judo-Club ein amtierender Weltmeister, mit Sheena Zander vom JC Mönchengladbach eine gebürtige Wuppertalerin und mit Laura Vargas-Koch vom gleichen Klub eine Olympia-Bronzemedaillengewinnerin sind aus deutscher Sicht die herausragenden Kämpfer und werden sicherlich viele Fans mitbringen. International sind traditionell die Russen und Franzosen besonders stark und wie Deutschland mit mehreren Mannschaften in der Uni-Halle vertreten.

Und wer hat Europas Judo-Größen nach Wuppertal geholt? Natürlich Peter Frese. Der langjährige Präsident des Deutschen Judo-Bundes aus der Schwebebahnstadt, der sich unermüdlich dafür einsetzt, seine Sportart zu fördern und in Wuppertal selbst noch täglich auf der Matte steht, um den Nachwuchs zu schulen, sah in den ECC, die Möglichkeit, seine Heimat mal wieder in Szene zu setzen. „Ich habe zuvor in Hamburg und München angefragt, aber kurzfristig keine geeignete Halle dafür bekommen, da hat mir die Stadt Wuppertal sehr geholfen und mir die Uni-Halle zur Verfügung gestellt“, erläutert Frese. Dort hat er 2002 auch schon mal den World-Cup veranstaltet und Mitte der 2000er-Jahre Deutsche Meisterschaften. „Die Delegation der Europäischen Judo-Union, die ich hier hatte, um ihnen im Vorfeld die Gegebenheiten zu zeigen, waren ganz begeistert von der Region“, berichtet Frese über die diplomatischen Vorarbeiten, zu denen auch eine Schwebebahnfahrt gehörte. Die soll natürlich auch den Mannschaften ermöglicht werden, die im Cityhotel am Döppersberg und dem Vienna House auf dem Johannisberg untergebracht sein werden. „Peter Frese holt die Welt nach Wuppertal. „Alles, was er macht, unterstützen wir natürlich gerne“, sagt Sportamtsleiter Norbert Knutzen.

Neben der Uni-Halle, die begehrt, aber glücklicherweise zu diesem Termin frei gewesen sei, hat man den Mannschaften auch die Halle Simonsstraße für Trainingszwecke zur Verfügung gestellt. Knutzen: „Ich hoffe, dass sich viele Menschen die Gelegenheit nicht entgehen lassen werden, diese Sportart in ihrer Nachbarschaft auf so hohem Niveau zu sehen.“ Peter Frese, der den fünftklassigen Verbandsligisten SC Wuppertal betreut und dessen Kämpfe gerne öffentlich inszeniert — beispielsweise in einem Autohaus — ist natürlich froh, dass ihm hier nun die große Bühne gegeben wird. Gerade ist dem 64-Jährigen von der Mitgliederversammlung des Deutschen Judo-Bundes für seine Verdienste um den Sport der achte Dan zuerkannt worden. Bis zum zehnten reicht der Kampfsport-Grad nur. Frese, der auf 1000 Zuschauer hofft, vergisst übrigens auch nicht, Wuppertaler Unternehmen einzubinden.

So ist die Firma Thöne & Partner am Wochenende für die Veranstaltungstechnik zuständig. Bilder aus der Uni-Halle gehen via Internet in alle Welt. Auf einem Videoscreen werden die Zuschauer in der Halle die besten Szenen noch einmal nachvollziehen können.