Die Burschen sind jetzt grün

Die Burschen sind jetzt grün

Der Kunstrasen steht vor der Fertigstellung. Die gesamte Sportanlage der Breiten Burschen Barmen im Rauental hat aber noch weit mehr zu bieten.

Wuppertal. Von oben vor dem Vereinsheim, wo in den nächsten Tagen noch eine Beach-Lounge mit echtem Sand entstehen soll, lässt sich am besten beobachten, in welch gewaltigem Ausmaß sich der Sportplatz Rauental in den vergangenen Wochen verändert hat. Das Kunstrasenprojekt der Breiten Burschen Barmen, dank der Gunst der Stunde von 2018 auf 2016 vorgezogen, steht kurz vor dem Abschluss.

Unten rollen Mitarbeiter der Firma Polytan noch fleißig Bahnen mit dem künstlichen Rasengeflecht aus und kleben ihn auf die elastische Gummischicht, die den Fußballern später eine gute Dämmung gewährleisten soll. Ganz anders als auf der Asche, von der man bei dem in den vergangenen Jahren auf beachtliche 470 Mitglieder gewachsenen Familienverein im Wuppertaler Osten gerne Abschied nimmt.

„Bis Ende der Woche soll der Rasen komplett liegen, bis Mitte August alles fertig sein. „Inklusive des Aufstellens der Tore und Einbringens des Granulats“, sagt Jugendleiter Frank Dohmann, und man glaubt ihm beim Anblick des Gesamtausmaßes der Umbauten sofort, dass die Restarbeiten nur ein Klacks sind.

Schon fix und fertig sind ein Beachplatz für Volleyball und Soccer, ein Bolzplatz und ein F-Jugend-Platz, auf dem diese Altersklasse sogar ihre Spiele austragen kann.

„Wir haben gesagt, an den Platz gehen wir sowieso nicht mehr dran, wenn der Kunstrasen erst liegt, deshalb haben wir sofort etwas größer gedacht“, berichtet Dohmann über die Beweggründe des „großen Wurfs“. Es ist auf den ersten Blick erkennbar, dass hier nicht nur ein Fußballplatz, sondern ein Zuhause für die Mitglieder entstehen soll.

Neben Bolz- und Beachplatz, die benutzt werden können, wenn kein Trainingsbetrieb ist, lädt das Clubheim zum Verweilen ein — mit überdachter Terrasse, demnächst der Beach-Lounge und voraussichtlich ab November auch einem alten Schwebebahnwagen, der als weiterer Aufenthaltsraum hoch über dem Platz dienen soll. Dafür werden gerade die Fundamente gegossen.

Insgesamt werden die Breiten Burschen am Ende rund 640 000 Euro investiert haben, 275 000 Euro davon kommen als Zuschuss von der Stadt für den Kunstrasenplatz. Anfangs wurden die Burschen wegen ihres ungewöhnlichen Namens, der in der Tat auf eine feucht fröhliche Anfangszeit hindeutet, belächelt. Inzwischen sind sie ein hoch anerkanntes Mitglied der Wuppertaler Fußball-Familie, mit 16 Mannschaften von der G-Jugend bis zu den Alten Herren. Jeder soll hier mitspielen können, unter Anleitung qualifizierter Übungsleiter.

Auf das Prädikat „familienfreundlich“ legt man besonderen Wert. Gerade sind Frank Dohmann und der Vorsitzende Jochen Thieman von der Vereinsfreizeit mit rund 50 Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen aus Mallorca zurückgekehrt.

Gerade rechtzeitig, um die Fertigstellung des Platzes zu sehen, dessen Umbau vorausschauend bereits vor Saisonende im April begonnen worden war. So wird man nun eventuell schon sein erstes Saisonspiel am 17. August auf dem Kunstrasen bestreiten können. Um auf Nummer sicher zu gehen, will Dohmann um einen Heimrechtstausch bitten. Dass man — eigentlich abgestiegen — durch den Rückzug des WSV II in der Kreisliga-B geblieben ist, ist ein nachträgliches Bonbon.

Dass spätestens am 27. und 28. August, wenn die Burschen die Platzeinweihung und ihren 20. Geburtstag groß feiern wollen, alles fertig ist, daran zweifelt im Rauental niemand mehr. Der FC Stadtrat mit Oberbürgermeister Andreas Mucke hat sich für ein Einlagespiel angesagt. Es soll Livemusik geben und am Sonntag ganz viele Jugendspiele.

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