Fußball-Regionalliga: Der WSV will gegen Wattenscheid der Kälte trotzen

Fußball-Regionalliga : Der WSV will gegen Wattenscheid der Kälte trotzen

Gegen Wattenscheid soll heute ab 14 Uhr im Stadion am Zoo nach drei Monaten und dem plötzlichen Trainerwechsel wieder der Ball rollen.

Wuppertal. Wenn in der Nacht nicht noch viel Schnee fallen sollte, wird der Wuppertaler SV am heutigen Samstag gegen die SG Wattenscheid auf jeden Fall spielen. Der Rasen im Stadion am Zoo war gestern zwar immer noch hart, aber von der Stadt freigegeben und bespielbar, wie der Fußball-Regionalligist beim Abschlusstraining befand. „Wir wollen auf jeden Fall spielen“, versicherte Sportvorstand Manuel Bölstler ebenso wie Interimstrainer Chistian Britscho am Freitag bei der Pressekonferenz zum Spiel.

Es wäre das erste Heimspiel (die WZ berichtet live, zum Ticker hier klicken!) im Stadion am Zoo seit vollen drei Monaten, als der KFC Uerdingen zu Gast war, und das erste Pflichtspiel seit der Pokalniederlage in Hiesfeld vom 25. November. Nicht nur die Einnahmen dürften beim WSV dringend ersehnt werden, sondern auch das Ende der Winterturbulenzen, die am Mittwoch mit der Entlassung von Trainer Stefan Vollmerhausen ihren unvermittelten Höhepunkt gefunden hatten.

Nur zwei Tage Zeit hatten U 19-Coach Christian Britscho und sein Assistent Pascal Bieler, die Mannschaft vorzubereiten, doch auch der 47-Jährige langjährige Jugendtrainer beim VfL Bochum, der vor einem Jahr ebenfalls im Winter als U 19-Trainer zum WSV-gekommen war, ließ keinen Zweifel daran, dass er froh wäre, wenn gespielt würde. „Die Mannschaft ist fit und willig und hat sich sehr engagiert gezeigt“, beschreibt er seinen Eindruck von seiner ersten Trainingseinheit am Donnerstag. Darüber hinaus habe er bereits viele Einzelgespräche geführt und den selben Eindruck gewonnen.

Natürlich werde er jetzt nicht alles umwerfen oder vielleicht A-Jugendliche in die Startformation stellen. „Ich glaube, das, was bisher gespielt und auch im Trainingslager abgearbeitet wurde, ist von meinen und Pascals Vorstellungen nicht weit entfernt“, sagte Britscho und beschrieb seine eigene Idee vom Fußball als „aktiv und offensiv“.

Auch habe er das Angebot des bisherigen Trainers Stefan Vollmerhausen angenommen und mit dem über die eigene Mannschaft und auch den Gegner Wattenscheid gesprochen. „Das und auch die Gespräche mit Manuel Bölstler und Pascal Bieler, der ja vor einem Jahr selbst ein Teil der Mannschaft war, ist wichtig, bis ich selbst ein Gefühl für das Team entwickelt habe“, so Britscho.

Auch Manuel Bölstler streute versöhnliche Töne angesichts der Trennung von Vollmerhausen ein, zu der sich der Verein zu einem sicher ungünstigen Zeitpunkt gezwungen gesehen habe. Vollmerhausens Verfehlung wollte er nicht konkretisieren, hofft wohl noch auf eine gütliche und für den WSV bezahlbare Einigung ohne Rechtsstreit. „Man darf ja nicht vergessen, was wir hier gemeinsam aufgebaut haben.“ Man müsse „Stevie“ auch die Gelegenheit geben, seine Dinge neu zu ordnen. „Wir arbeiten das intern gewissenhaft auf, das sind aber Dinge, die nicht in die Öffentlichkeit gehören“, bat Bölstler auch die Fans um Verständnis und darum, den WSV auch in der geänderten Konstellation zu unterstützen.

Bölstler könne sich vor diesem Hintergrund heute durchaus 2500 bis 3000 Zuschauer vorstellen, weil alle wieder heiß auf Fußball seien.

Das versprüht auch Britscho, der trotz der Kurzfristigkeit nicht lange nachdenken musste, als er gefragt wurde, ob er zumindest für die nächsten Spiele übernimmt. „Sonst wäre ich kein Fußballer, und für alles, was vorgefallen ist, kann ich ja nichts.“

Mehr von Westdeutsche Zeitung