Regionalliga West: Der WSV verteilt gegen Wiedenbrück zwei Geschenke

Regionalliga West : Der WSV verteilt gegen Wiedenbrück zwei Geschenke

Individuelle Fehler leiten Gegentore beim 2:2 gegen Wiedenbrück ein.

Torjäger Christopher Kramer rettete dem WSV im Duell der Tabellennachbarn gegen den SC Wiedenbrück mit seinem 16. Saisontreffer zum 2:2 (1:2) in der Nachspielzeit einen verdienten Punkt. Vor 1684 Zuschauern im Stadion am Zoo sah der Tabellensechste WSV im Spiel gegen den Tabellenfünften nach zwei kapitalen individuellen Fehlern lange wie der Verlierer aus. Doch auch die Gäste spielten alles andere als fehlerfrei. So stürmte SCW-Keeper Marcel Hölscher kurz vor dem Abpfiff Kramer übermotiviert bis an die Strafraumgrenze entgegen und lud ihn damit zu einem Heber in den leeren Kasten ein.

„Einige Spieler bewegten sich im dunkelroten Bereich“, sagte WSV-Trainer Christian Britscho und zollte seiner Mannschaft für die Leistungssteigerung nach der Pause und ihre Willenskraft Respekt. Der WSV absolviert nach vielen Spielausfällen im Winter englische Wochen in Serie, was die erheblichen Leistungsschwankungen innerhalb eines Spieles erklärt. Das drastischste Beispiel lieferte Linksverteidiger Niklas Heidemann, der mit einem kapitalen Fehlpass das 0:1 durch Zech einleitete, vor Kevin Pytliks Patzer zum 0:2 durch Yildirim (23.) Probleme auf seiner Abwehrseite bekam, und wenig später mit toller Vorarbeit bei Kramers (25.) Anschlusstreffer glänzte.

Zur Leistung des Luxemburger Schiedsrichters Christopher Pires wollten sich WSV-Trainer Christian Britscho und SCW-Trainer Björn Mehnert nicht äußern. Bei aller berechtigten Kritik an dem Unparteiischen — die spielentscheidenden Fehler produzierten die Akteure auf dem Spielfeld — die wegen des dicht gedrängten Spielplans aber sichtlich auf dem Zahnfleisch laufen.

Für die komplett verschlafene Anfangsphase versöhnte der WSV seine Fans, weil er nie aufsteckte und sich den einen Punkt redlich verdiente. Für die Gäste waren es dagegen zwei verlorene Punkte, denn sie wollen unbedingt als bester westfälischer Verein die Saison abschließen, um so den Einzug in die lukrative erste Hauptrunde im DFB-Pokal zu schaffen. „Es ist schön, mal wieder hier zu sein“, meinte der frühere WSV-Spieler Björn Mehnert. Noch besser wäre seine Laune gewesen, wenn sein Team vollzählig als Sieger vom Platz gegangen wäre. Doch der in der 69. Minute eingewechselte Antonyos Celik handelte sich nach Kramers Ausgleichstreffer in der Nachspielzeit sogar noch die Rote Karte ein.

Eine Viertelstunde vor Schluss meldete sich WSV-Kapitän Gaetano Manno nach seiner Verletzungspause zurück an Bord. Manno scheute keine Zweikämpfe - mit ihm dürfte in den verbleibenden Spielen wieder zu rechnen sein. Zuvor leitete die Einwechslung von Enzo Wirtz die Schlussoffensive des WSV ein.

Neben Björn Mehnert stattete mit Tristan Duschke, der noch bis zur Winterpause für den WSV aufgelaufen war, ein weiterer Bekannter den WSV-Fans seinen Besuch ab. Duschke hatte seine beste Szene, als er sich bei einem Schuss von Kramer aus kurzer Distanz dazwischen warf und zur Ecke klärte. Zu diesem Zeitpunkt wäre der Ausgleichstreffer für den WSV längst verdient gewesen. Als im Stadion am Zoo schon alles auf den Schlusspfiff wartete, schlug der unermüdliche Kramer zu. 16 Saisontreffer — damit liegt er gleichauf mit Marius Bülter vom SV Rödinghausen an der Spitze der Torjägerliste.

Mehr von Westdeutsche Zeitung