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Der „weiße Sport“ feiert Jubiläum

Der „weiße Sport“ feiert Jubiläum

Zum 75. Mal werden die Bergischen Meisterschaften im Tennis ausgetragen. Ab Sonntag wird bei Blau-Weiss Elberfeld in der Beek gespielt.

Wuppertal. Zum Ende der 20er Jahre des vorigen Jahrhunderts wurden erstmals Bergische Tennismeisterschaften ausgetragen. Damals oben am Toelleturm beim Barmer TC, einem der ältesten Tennisclubs in Deutschland. Tennis, das war damals der weiße Sport, den die Damen in knielangen Röcken, oft auch mit Hut und die Herren in edlen weißen langen Hosen ausübten.

Gespielt wurde mit Holzschlägern und weißen Bällen. Dass man angesichts solch vornehmer Darbietungen auch als Zuschauer im besten Sonntagsstaat zu den Endspielen erschien, verstand sich von selbst. Eintritt wurde auch erhoben. Der wurde zum Teil für die Regenversicherung verwendet, aber auch für die Balljungen, die den Damen und Herren in Weiß das Bücken nach ins Aus gerollten Bällen ersparen sollten.

Der Zweite Weltkrieg und seine schrecklichen Folgen machten bis zum Jahre 1951 einen geregelten Spielbetrieb und auch die Bergischen Meisterschaften unmöglich. Doch dann rief der BTC wieder zu den 10. Titelkämpfen, und man ergötzte sich wieder am distinguierten Sport der oberen Zehntausend. Selbstverständlich wieder in seinem „pfingstbesten“ Gewand, schließlich fanden die Endspiele auch meist am Pfingstsonntag statt. In der 80er Jahren wechselten die Schauplätze der „Bergischen“ zu den verschiedensten Clubs und auch in die Bergische Nachbarschaft. Als 20012 die 70. Titelkämpfe anstanden, wurden die Plätze des Barmer TC zu einem Anziehungspunkt für die hiesigen Fans. Der größte Publikumserfolg seit Jahrzehnten.

Seit 2014 ist die Anlage des TC Blau-Weiss Elberfeld in der Beek regelmäßiger Schauplatz der Bergischen Meisterschaften und soll es auch für die nächsten Jahre bleiben. In diesem Jahr geht es am Sonntag, 28. Mai gegen 9 Uhr los, und am Pfingstsamstag werden die Finalspiele in insgesamt 23 Wettbewerben (15 Einzel und acht Doppel) ausgetragen.

Den größten Zuspruch haben wieder die Herren-Spiele der offenen Klasse gefunden, wo 23 in der A-Runde und 24 in der B-runde (ab Leistungsklasse 12) antreten werden. Titelverteidiger Jan Kochems (SV Bayer) führt die Herren-Setzliste an vor seinem Vereinskameraden Jan Augustat und die beiden kroatisch-stämmigen Brüdern Ante und Nino Toto (alle SV Bayer). Mit im Feld sind allerdings auch Vorjahres-Finalist Moritz Poswiat (Barmer TC) und Vincent Wollweber (Blau-Weiss Elberfeld), so dass man auch schon in den Vorrundenspielen großen Sport erwarten darf. Bei den Damen der stark besetzten offenen Klasse ist die Titelverteidigerin Anika Kurt vom Solinger TC nur an zweiter Stelle gesetzt, hinter Analena Toto (SV Bayer). Drei und vier nehmen Denise Hartmann (Solingen) und Isabel Heupgen (Grün-Weiss Langenfeld) ein. Doch Routiniers wie Alina Günther (Bayer) oder Laureen Wagenaar (NBV Velbert) haben auch schon einige Titel in ihren Sammlungen und werden angreifen. Schade, dass mit Matthias Schramm (BWE) eine „Ikone“ fehlt. Doch der Serienmeister der früheren Jahre müsste im Herren-30-Wettbewerb starten, und der ist in diesem Jahr so mäßig besetzt, dass der Publikumsliebling kaum gefordert wäre und auch keine Ranglistenpunkte erkämpfen könnte. Der Eintritt ist an allen Tagen frei, und am kommenden Freitag, dem 2. Juni, lädt der Bezirk 4 zu einer Jubiläums-Party mit Live-Musik ein. Weitere Nachrichten und Spielansetzungen unter

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