Der Traum vom Tennisprofi

Der Bergische Meister Guy den Heijer hat noch große Ziele.

„Die Besten sollen teilnehmen“, so der Wunsch von BTC-Sportwart Christian Sanden vor den Bergischen Tennis-Meisterschaften 2018. Und der Barmer Tennisclub ging mit gutem Beispiel voran, indem er seine Nummer eins im Medenspiel-Team, den Niederländer Guy den Heijer, nominierte. Der war mit rund 170 Zentimetern im mit „langen Kerls“ bestückten Herren-Feld wohl der Kleinste, aber am Ende nach dem mitreißenden Finale gegen Tom Schönenberg eindeutig der Größte.

Der erst 21 Jahre alte, fröhliche junge Mann wohnt in der niederländischen Hauptstand den Haag und spielt Tennis, seit er fünf Jahre alt ist. „Mit acht Jahren habe ich meine ersten Trainerstunden genommen“, erinnert er sich. Mit großem Erfolg, wie die Turniersiege in der Jugend bewiesen. Vor zwei Jahren holte Guy mit seinem Mannschaftskameraden beim Barmer TC wie beim TC Nieuwekerk, Jeroen Camfferman, die niederländische Mannschaftsmeisterschaft.

War natürlich super“, erzählt Guy den Heijer, fügt aber hinzu: „Der Titel bei den Bergischen Meisterschaften hat natürlich auch hohen Stellenwert für mich.“ Überhaupt, wenn er an die Titelkämpfe der vorigen Woche denkt, gerät er ins Schwärmen. „Viele gute Spieler haben teilgenommen, und es waren ja auch viele Zuschauer da. Das macht ja erst eine tolle Atmosphäre aus.“ Das war allerdings auch einmal anders: „Einmal wurde ich eingeladen, beim ATP 500 Turnier in Rotterdam mitzuspielen, bei dem später Roger Federer gewonnen hat. Das war damals eindeutig eine Nummer zu groß für mich, weil ich einfach zu nervös war“, gibt er zu.

Aktuell unternimmt die 782 der Weltrangliste (Tendenz steigend) kleinere, aber stetige Schritte. „Bei den Future-Turnieren schaue ich von Gegner zu Gegner, und da man nur gegen starke Talente praktisch aus der ganzen Welt spielt, ist jeder Erfolg wie ein Turniersieg für mich.“ In dieser Woche schlägt Guy den Heijer beim internationalen Turnier in Ustron (Polen) auf, bei dem 15 000 Euro Siegprämie ausgelobt sind. Der „Barmer“ hatte bei Redaktionsschluss das Viertelfinale erreicht.

Aber wie ist Guy zum Barmer TC gekommen? „Über meinen Mannschafskameraden Jeroen Camfferman, der wie auch mein weiterer Landsmann beim BTC, Paul Moggre, mit dem BTC- Mannschaftskapitän Nils Braselmann befreundet ist. Die beiden spielen schon seit Jahren für den BTC, und ich verstehe auch, warum. Das ist hier eine richtige Wohlfühloase, und die Stimmung in der Mannschaft ist einfach toll“, so den Heijer. Während der Bergischen Meisterschaft hat er übrigens bei Doppelpartner Moritz Poswiat gewohnt.

Musikliebhaber den Heijer möchte einmal Profi werden und vom Tennisspiel leben können. „Und zwar so lange wie möglich“, wünscht er sich und verrät seinen sportlichen Traum: „Einmal einen Grand-Slam-Titel gewinnen.“

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