Handball: Der BHC findet gegen Hannover nur einmal zurück

Handball : Der BHC findet gegen Hannover nur einmal zurück

Handball: Nach 12:12 zur Pause ist Hannover für den Erstliga-Neuling beim 26:29 zu stark.

Wuppertal/Hannover. Der 11. Februar 2012 war für den Bergischen HC ein großer Tag. Seinerzeit gewannen die Löwen in Hannovers kleinerer Swiss Life Hall unter anderem dank zwölf Toren von Alexander Oelze mit 35:31 — das war ebenso besonders wie die Tatsache, dass die Partie seinerzeit im frei empfangbaren Fernsehen live bei Sport1 ausgestrahlt wurde. Sky macht dies mittlerweile mit allen 306 Bundesliga-Begegnungen, die Wiederholung des Kunststücks von damals blieb beim 26:29 diesmal aus.

Über den Kreis mussten die von rund 100 Fans unterstützten Gäste die ersten beiden Tore hinnehmen — Ilija Brozovic nutzte den Freiraum gegen den Innenblock mit Max Darj sowie Csaba Szücs. Und da vorne Linus Arnesson und Nebenleute kräftig verschossen, ging der Start mit einem 1:5 erst mal nach hinten los. Gut, dass Keeper Christopher Rudeck hellwach war — aber Pech hatte, dass sein parierter Siebenmeter im Nachwurf vollendet wurde. Die Niedersachsen festigten die frühe Vier-Tore-Führung in der Folgezeit, wenngleich dem BHC immer wieder gute Angriffsaktionen gelangen. Das schaffte aber auch der TSV über den beim 2012er-Triumph im BHC-Trikot steckenden Fabian Böhm, der mit drei Rückraum-Treffern zum 9:5-Vorteil und zur ersten Auszeit von BHC-Trainer Sebastian Hinze beitrug.

Es sollte sich lohnen, denn Rudeck parierte erzwungene Würfe des Gegners aus dem Rückraum, während vorne die Angriffseffektivität anstieg. Beim 9:7 legte Hinzes Kollege Carlos Ortega die grüne Karte zur Besprechung auf den Tisch der Spielleitung, das Momentum blieb aber auf Seiten der Löwen, die für ihre taktische Umstellung auf den siebten Feldspieler belohnt wurden. Allen voran Jeffrey Boomhouwer setzte jetzt Nadelstiche, Max Darj brachte sein Team dann kurz vor der Pause sogar erstmals mit 12:11 in Front. Dass es nur mit einem 12:12 in die Pause ging, konnte man angesichts des verkorksten Auftakts erst einmal verkraften.

Die Recken mussten weiterhin auf Rückraum-Linkshänder Kai Häfner verzichten, der Nationalspieler laboriert an einer hartnäckigen Bauchmuskelverletzung. Zwischendurch auch mal mit Rechtshänder auf der Häfner-Position erwischte der letztjährige Bundesliga-Sechste auch im zweiten Durchgang den besseren Start. Doch der BHC blieb in Schlagdistanz. „Wir müssen die Achse Tomas Babak/Kreis in den Griff bekommen“, hatte Hannovers Sportlicher Leiter Sven-Sören Christophersen die Stärke des Aufsteigers ausgemacht. Eine korrekte Einschätzung, zumal die Torgefahr des Hinze-Teams aus dem Rückraum nicht durchschlagend war. Darj und Rafael Baena arbeiteten am Kreis vorbildlich, aber es war zu wenig, um den Anschluss nach einem 16:20 wieder herzustellen.

Und die Rote Karte gegen Darj sowie eine Kopfverletzung von Baena eröffneten die Schluss-Viertelstunde nicht gerade auf glückliche Art. Der spanische Neuzugang kam noch einmal zurück, holte Siebenmeter in Serie heraus — der BHC hingegen schaffte auch mit der 5:1-Deckung kein neuerliches Comeback. Der im zweiten Durchgang überragende Mait Patrail führte den Favoriten zum letztlich sicheren Heimerfolg. Immerhin betrieben die Bergischen noch etwas Ergebniskosmetik und verdienten sich den Respekt aller. „Das war phasenweise nicht gut genug, um Hannover zu schlagen “, fasste Linksaußen Jeffrey Boomhouwer das Geschehen in Hannover zusammen — man könne es besser. „In der zweiten Halbzeit fehlten uns durch einfache Fehler die 1. und 2. Welle.“

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