Der Bergische HC siegt im Torfestival gegen Lemgo mit 35:33

Handball-Bundesliga : BHC erkämpft sich den nächsten Sieg

Nach Blitzstart gegen Lemgo muss der BHC für dritten Erfolg in Serie alles geben - 35:33.

Von Günter Hiege

Der Bergische HC hat in der Handball-Bundesliga weiter einen Lauf. Mit 35:33 (19:16) gewannen die Bergischen Löwen am Donnerstagabend in der so gut wie ausverkauften Solinger Klingenhalle gegen den TBV Lemgo und sind seit fünf Spielen unbesiegt, in denen sie 8:2 Punkte holten. Damit stabilisierten sie gleichzeitig ihren neunten Tabellenplatz und nahmen Revanche für die Pokal-Niederlage in Lemgo vom 2. Oktober. Seitdem hatte der BHC in der Liga 10:4-Punkte geholt. Nach einem Blitzstart wurde es zwischendurch eng, doch am Ende war der Siegeswille der Gastgeber größer, als der der gewiss nicht enttäuschenden Gäste, die Tabellen-16. bleiben.

Die Partie begann mit 15-minütiger Verspätung, weil der TBV bei Hamm von einer zwischenzeitlichen Vollsperrung der Autobahn erwischt wurde. Die Gäste waren um 14 Uhr in Lemgo losgefahren, kamen erst kurz vor 18.30 Uhr an der Halle an, also eine halbe Stunde vor der regulären Anwurfzeit. Nach ihrer stundenlangen Staufahrt hatten sie dann ganz offensichtlich Schwierigkeiten, das Tempo aufzunehmen, das der BHC von Beginn an vorlegte. Nach sechs Minuten stand es bereits 6:2 für die Gastgeber, bei denen sowohl das Tempospiel als auch der Positionsangriff, den zunächst Linus Arnesson und Tomas Babak gemeinsam steuerten, bestens funktionierte.

Und die Schlagzahl blieb hoch, wobei auch die Gäste langsam Fahrt aufnehmen konnten. Fast jeder Wurf ein Treffer, hieß es in der Folgezeit, was die beiden Abwehrreihen eher weniger gefreut haben dürfte. Bei zwei recht zentralen Würfen sah Christopher Rudeck etwas unglücklich aus. Das Kreistor von Max Darj nach kaum 15 Minuten war bereits das elfte für den BHC, im Gegenzug erzielte der Ex-Cronenberger Andrej Kogut aber auch schon den neunten Treffer für die Gäste. Zwar zogen die Gastgeber beim 14:10 und 15:11 noch einmal mit vier Toren davon, doch nach einer kurzen hektischen Phase mit vielen BHC-Ballverlusten war Lemgo beim 16:17 drei Minuten vor der Pause plötzlich wieder dran. Sollte es so laufen wie im Pokal, als der BHC die erste Halbzeit gefühlt beherrscht hatte, sich das aber nicht im Ergebnis ausdrückte? Nein! Die Löwen nahmen den Faden wieder auf, schlossen nun ihre Abwehrreihen, nutzten die zweite Zwei-Minuten-Strafe der Gäste und kamen durch den bereits fünften Treffer ihres blutjungen Rechtsaußen Yannick Fraatz mit dem Pausenpfiff zum 19:16. Was für ein Torgewitter!

Leider lief der Beginn von Halbzeit zwei genau umgekehrt wie der in der ersten Halbzeit. Recht schnell konnten die Gäste ausgleichen. Die Löwen wirkten plötzlich fahrig, und wenn Christopher Rudeck jetzt nicht drei Superparaden gegen frei vor ihm auftauchende Gästespieler gezeigt hätte, wäre der erste Rückstand fällig gewesen. So konnten sich aber die Löwen wieder stabilisieren. In dieser engen Phase hatte zum Glück Jeffrey Boomhouwer seine alte Sicherheit bei Siebenmetern wiedergefunden, wo der BHC zuletzt häufiger gewackelt hatte. Doch selbst als die Gastgeber noch einmal mit 28:25 wegziehen konnten, blieb es eng - und es zeichnete sich ab, dass diese Partie erst in letzter Sekunde entschieden werden würde. Beim 31:31 war Lemgo fünf Minuten vor dem Ende wieder auf Augenhöhe. Yannick Fraatz mit seinen Treffern acht und neun machte alles klar.

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