Das Fanprojekt des WSV hat eine neue Heimat

Das Fanprojekt des WSV hat eine neue Heimat

Der neue Standort in der ehemaligen Goldzack-Fabrik an der Wiesenstraße ist eröffnet.

Im früheren Goldzack-Gebäude hat das Fanprojekt Wuppertal unter Trägerschaft der Wichernhaus Wuppertal gGmbH eine neue Heimat gefunden. Gestern gab es bei der offiziellen Einweihung viel Lob für die lichtdurchfluteten Räume in dem alten Fabrikgebäude an der Wiesenstraße. Direkt an der Nordbahntrasse gelegen ist das Fanprojekt nun Hausnachbar des Talton-Theaters, des Boulderzentrums Blo und des Bouldercafés. Mehrere Räume mit einer Gesamtfläche von 260 Quadratmetern stehen den Fußballfans in Zukunft zur Verfügung.

Die Räume des Fanprojekts sollen für regelmäßige offene Treffs der Fanszene genutzt werden, aber auch ein stimmungsvoller Versammlungsort für Lesungen und andere Veranstaltungen sein. Als Ansprechpartner haben dort Thomas Lükewille und Nico Klinkert, die das Fanprojekt bereits seit dem 1. Januar betreuen, ihre Büros bezogen. Die pädagogischen Fachkräfte und Projektleiter Dirk Lünschloß vom Wichernhaus werden die Fußballfans — dabei geht es in Wuppertal fast ausschließlich um die Anhänger des Wuppertaler SV — bei Projekten und allen Heimspielen und Auswärtsspielen begleiten.

Ein Fanprojekt gibt es in Wuppertal seit 2006. Von 2008 bis zum Dezember 2016 hatte die Qualifizierungs- und Beschäftigungsgesellschaft Gesa im Auftrag der Stadt die Trägerschaft übernommen. Zum 1. Dezember 2016 wurde der Vertrag von der Gesa gekündigt, weil es zu Differenzen mit den Fans über die Ausrichtung gekommen war und Gruppierungen unter den Fans die Zusammenarbeit verweigerten, weil sie mehr Autonomie wünschten. Sozialdezernent Stefan Kühn dankte gestern ausdrücklich Ulrich Gensch, Geschäftsführer der Gesa, für die über Jahre geleistete Sozialarbeit. Seit dem 1. Januar 2018 hat das Wichernhaus die Verantwortung übernommen. Zielgruppe sind junge Fußballfans, die aktuell mehrheitlich den Ultras zuzuordnen sind.

Finanziert wird das Fanprojekt Wuppertal durch den Deutschen Fußballbund, die Stadt, das Jobcenter Wuppertal und das Land NRW. „Da wir als Stadt kein Geld haben, besteht unser Anteil aus materiellen Werten, wie zum Beispiel diesen vom Gebäudemanagement renovierten Räumlichkeiten“, erklärte Stefan Kühn. Der Anteil der Stadt und des Jobcenters wird vom Land verdoppelt. DFB und Deutsche Fußball-Liga (DFL) steuern noch einmal die gleiche Summe bei. Somit beläuft sich der Jahrestat in Wuppertal auf umgerechnet etwa 260 000 Euro.

Das Wuppertaler Fanprojekt ist eines von 59 in einem bundesweiten Netzwerk. Hauptziele sind die Gewaltprävention, der Abbau von Vorurteilen und Diskriminierung sowie Hilfen bei individuellen Problemen. „Wir brauchen kein Heimatmuseum, wir haben nun ein Fanprojekt. Ich hoffe, dass dieser herrliche Ort für unsere Fans Heimat werden kann“, sagte Thomas Lenz, Vorsitzender des WSV-Verwaltungsrates.

Mehr von Westdeutsche Zeitung