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Das Ende einer langen Leidenszeit für Daniel Nesseler

Sportler der Woche : Das Ende einer langen Leidenszeit

Daniel Nesseler ist nach zehn Monaten zurück auf dem Platz beim Wuppertaler SV. Nach Leistenoperation und Schambeinentzündung half dem 22-Jährigen nur eine Pause und danach intensive Aufbauarbeit. Gegen Wiedenbrück gab es den ersten Kurzeinsatz.

Es war ein besonderes Gefühl, als Daniel Nesseler am vergangenen Samstag beim Spiel des Wuppertaler SV gegen den SC Wiedenbrück nach 56 Minuten den Rasen des Zoo-Stadions betreten durfte. Es war sein erstes Wettspiel seit zehn Monaten, doch der 22 Jahre alte Defensiv-Allrounder agierte mit einem Selbstverständnis, als ob er nie weggewesen wäre. Gutes Stellungsspiel, gewonnene Zweikämpfe, sicheres Passspiel - die 0:1-Niederlage konnte zwar auch Nesseler nicht mehr verhindern, doch das Wichtigste in seiner persönlichen Situation war, dass die Leiste hielt.

Zuletzt am 7. Dezember 2019 hatte der Sportstudent, der im Sommer von der U 21 des 1. FC Köln gekommen war und zum Stammspieler avancierte, auf dem Platz gestanden. Damals zwickte die Leiste schon arg, doch für dieses wichtige Spiel, das der WSV mit 2:1 gewann, biss er noch einmal die Zähne zusammen. Die Probleme haben sich länger angedeutet. „Damals hatte ich an der Sporthochschule viele Praxisseminare, danach noch das intensive Training im Verein. So haben sich die Schmerzen wohl aufgebaut“, erinnert er sich. 

Die Hoffnung, dass sich die Leiste in der Weihnachtspause beruhigen würde, war vergebens. Danach ging es zum Arzt, der eine weiche Leiste und eine Schambeinentzündung diagnostizierte. Nach der Leisten-Operation verschwand die Schambeinentzündung aber trotz intensiver Kräftigung nicht. „Ich habe dann für mich entschieden, dass es am besten ist, eineinhalb Monate ganz zu pausieren“, erzählt Nesseler rückblickend. Von Sportvorstand Thomas Richter erhielt er dennoch einen neuen Vertrag. „Ich war überzeugt, dass er uns angesichts der 40 Spiele in dieser Saison mit seinen Qualitäten noch helfen wird“, sagt Richter. Positiv für Nesseler war auch, dass Alexander Voigt wieder Trainer wurde. Nesseler: „Er kannte mich ja schon.“

Und so begann er vor zwei Monaten wieder mit dem Training. Anfangs behutsam, stets in sich hineinhorchend. „Es war das erste Mal in meiner Karriere, dass ich so lange verletzt war. Ich mag unsere Mannschaft sehr gerne, weil ich mich mit vielen Spielern gut verstehe. Der Austausch mit ihnen hat mir sehr gefehlt“, beschreibt Nesseler die Monate, in denen er allein an sich arbeiten musste.

Vor gut zwei Wochen konnte er dann wieder ins Mannschaftstraining einsteigen. Der erste Teilzeiteinsatz kam früh, aber er hat ihn gut verkraftet. „Irgendwann, vielleicht schon in diesem Jahr, werde ich mir die Frage stellen können, wofür reicht es schon? Vielleicht schon für einen Startelfeinsatz?“ freut sich Nesseler. Wobei darüber auch der neue Trainer entscheiden muss. Doch das tolle Gefühl, wieder auf dem Platz stehen zu dürfen, wird Nesseler auch nicht verlieren, wenn es bis dahin noch etwas dauert. Pfunde muss er übrigens nicht verlieren, auch wenn die Wettkampffitness noch weiter aufgebaut werden muss: „Ich bin mit dem gleichen Gewicht in die Verletzung hereingegangen, wie ich herausgekommen bin.“ Auf die Ernährung achtet er sehr. gh