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Daniel Meike war erst Bambini beim TSV Ronsdorf, jetzt ist er Sportchef

Alles für den Klub : Einst Bambini, jetzt Sportchef

In unserer Serie stellen wir in loser Abfolge die „guten Seelen“ und Menschen hinter den Kulissen in Sportvereinen vor. Diesmal geht es um Fußballer Daniel Meike (34), der dem TSV Ronsdorf stets treu geblieben ist.

Seit fast 30 Jahren atmet Daniel Meike die DNA des TSV Ronsdorf ein, schnürte als Fünfjähriger erstmals die Fußballschuhe in der Bambini-Mannschaft der Zebras. „Meine Eltern wohnten damals in Ronsdorf und als Fünfjähriger hat man wenig Mitspracherecht, in welchen Verein man geht. Mein Vater meinte, ich bräuchte ein paar Freunde“, schmunzelt Meike heute.

Seitdem haben sich langjährige Freundschaften entwickelt, ist Meike aus dem Verein nicht mehr wegzudenken - ob als Spieler, Trainer oder jetzt sportlicher Leiter der Fußballabteilung. Ihm sei es immer wichtig gewesen, mit Freunden zu spielen, deshalb sei er nie zu einem anderen Verein gegangen. „Gerade das Zusammenkommen und Reden mit den Jungs fehlt mir im Moment am meisten“, sagt Meike mit Blick auf die Corona-Pandemie.

 In unserer Serie stellen wir in loser Abfolge die „guten Seelen“ und Menschen hinter den Kulissen in Sportvereinen vor.
In unserer Serie stellen wir in loser Abfolge die „guten Seelen“ und Menschen hinter den Kulissen in Sportvereinen vor. Foto: WZ/Ritter, Andreas

Nach vielen Verletzungen früh auf die Trainerbank gewechselt

Anfang der 1990er-Jahre begann die TSV-Zeit für den kleinen Daniel, dessen Spielerpass noch heute nur seinen Vornamen in großen, gekritzelten Buchstaben trägt. Nachdem er alle Jugendmannschaften durchlaufen hatte, landete er in der zweiten Mannschaft: „Für mehr hat mir einfach der Ehrgeiz gefehlt“, bekennt der 34-Jährige. Roman Benkert, lange sportlicher Leiter bei den Zebras, hatte Meikes Talent damals erkannt: „Für mich war er einer der besten Sechser, bevor sich die Verletzungen häuften.“ Doch Meike machte sich auch anderweitig nützlich. „Daniels Funktion im Verein zu beschreiben, dafür reicht hier der Platz nicht aus“, lobt ihn Benkert.

Als es vor rund zehn Jahren einen Umbruch beim TSV gab, heuerte Reinhold Schaltz, damals sportlicher Leiter, Meike als Trainer für die zweite Mannschaft an: „Gemeinsam mit Roman Benkert war der Erfolg übersichtlich und wir stiegen als Letzter ab“, erinnert sich Meike. Für ihn passte es als Trainer dennoch besser und er habe den Job drei Jahre mit viel Ehrgeiz und Akribie gemacht. Zwei Jahre später, als die erste Mannschaft von der Landes- in die Bezirksliga abstieg, „klingelte“ Schaltz erneut bei Meike an und bat ihn, die erste Mannschaft zu übernehmen: „Das war eine große Nummer für mich, auf die ich sehr stolz war. Einige kennen mich quasi noch in Windeln“, so Meike. Sein Verständnis, an Dinge heranzugehen, sei, morgens aufzustehen und die Welt besser zu machen, das lebe er auch im Verein.

„Bei mir stellt sich nie die Frage, ob ich mithelfe, etwa bei Repräsentationen, beim Aufräumen nach Festen oder beim Kellnern auf den berüchtigten TSV-Partys. Wenn man im Verein aktiv ist, gerade auch in vorderster Front, trägt das dazu bei, welches Bild nach außen transportiert wird“, erklärt Meike seine Maxime.

Warum er nie Jugendmannschaften trainiert hat? „Dadurch, dass ich als Erzieher in einer Kindertagesstätte arbeite und den ganzen Tag mit Kindern zu tun habe, war es für mich reizvoller, mit Erwachsenen zu arbeiten“, sagt Meike, der als Stratege und Taktiker „verrufen“ ist. „Die Spieler konnten einem leidtun. Was die an Input bekommen haben, konnten sie oft nicht verarbeiten“, erinnert sich Benkert lachend. Meikes zweites Manko sei, keinen Autoführerschein zu besitzen. „Ich bin in 30 Jahren TSV mehr mit ihm als in 20 Jahren Ehe mit meiner Frau gefahren“, scherzt Benkert.

Nach einem Jahr Pause ohne Vereinsfunktion kehrte Daniel Meike 2019 als Trainer der zweiten Mannschaft zurück: „Ich wurde gefragt, ob ich einen Trainer für die Zweite vorschlagen könne. Da bin ich mir selbst eingefallen“, berichtet Meike. 2020 übernahm er dann die Position des sportlichen Leiters von Benkert. „Hier habe ich noch einmal mehr Einfluss auf die Geschicke im Verein“, sagt er.

Das Schöne in Ronsdorf sei, dass es wahnsinnig viele verschiedene Meinungen und Prioritäten in der Herangehensweise am Ende aber immer einen zufriedenstellenden Konsens gebe. Mit dem Status Quo sei man nie zufrieden. Es sei immer spannend, was als nächstes passiere. Klar, gehe es auch um Wachstum, wie beim Bau des neuen Vereinsheims. Auch das sei ihm eine Herzensangelegenheit – wie alles beim TSV.