Boxen: Pinar Yilmaz’ Olympiatraum ist geplatzt

Boxen: Pinar Yilmaz’ Olympiatraum ist geplatzt

Im Duell um die WM-Quali gegen ihre deutsche Rivalin unterlag die ASV-Boxerin am gestrigen Donnerstag.

Wuppertal/Hennef. Aus der Traum von der Olympiateilnahme: In der schlichten Turnhalle der Sportschule Hennef endete am gestrigen Donnerstag für ASV-Boxerin Pinar Yilmaz die Hoffnung, im Sommer in London dabei sein zu können. „Ich habe mein Bestes gegeben. Es lag an der verflixten dritten Runde“, haderte die 23 Jahre alte deutsche Meisterin im Fliegengewicht nach dem Ausscheidungskampf um die WM-Teilnahme gegen ihre deutsche Rivalin Azize Nimani, den sie mit 11:14-Punkten verloren hatte. Nur bei der WM werden die Plätze für Olympia vergeben.

„Ein insgesamt gerechtes Urteil“, erkannte ihr Kölner Trainer Lukas Wilaschek bemerkenswert fair an. Immerhin hatte es den erneuten Kampf nur gegeben, weil die Bundestrainer den Yilmaz-Sieg beim ersten Kampf zwischen den beiden Rivalinnen im Oktober an gleicher Stelle als Fehlurteil des heimischen Kampfgerichts beanstandet hatten. Nun war das mit drei Holländern und einem Belgier international besetzt.

Vor rund 100 Zuschauern, die vor allem aus Aktiven des derzeit in Hennef stattfindenden internatinalen Lehrgangs bestanden, zu denen aber auch die Eltern von Pinar Yilmaz sowie ASV-Abteilungsleiter André Vogel und Clubchef Harald Nowoczin gehörten, begann Pinar Yilmaz sehr stark. Technisch war sie ohnehin die Bessere und setzte zunächst auch einige Treffer.

In den weiteren Runden war die kräftige, aus dem Kosovo stammende und in Berlin aufgewachsene Azize Nimani allerdings die deutlich Aktivere, auch wenn sie meist die Deckung der ASV-Boxerin traf und kaum klare Treffer setzte. Besonders in der dritten Runde war Yilmaz dann zu passiv und unkonzentriert. Nimani, die fast wie ein Mann boxt, wechselte zudem von der Links- in die Rechtsauslage, schlug beidhändig munter drauf los. Dass Pinar Yilmaz sich in der vierten Runde wieder etwas fing, änderte am Ausgang nichts mehr.

Auch für das Lob von Roland Kubat, einem der beiden Bundestrainer, die Azize Nimani gecoacht hatten, konnte sie sich nichts mehr kaufen. „Pinar hat sehr stark begonnen, ich habe den Ausgang knapper gesehen, auch wenn Azize zu Recht gewonnen hat. Der Kampf hatte ein sehr gutes Niveau“, sagte Kubat.

Pinar Yilmaz, die am nächsten Donnerstag 24 Jahre alt wird (am selben Tag wird Azize Nimani 21) will mit dem Boxen weitermachen. Das sagte sie gestern trotz ihrer großen Enttäuschung. Heute reist sie nach Hause.

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